GOTT WILLDEINE EINE ANGEHÖRIGEN ERRETTEN

GOTT WILL DEINE EINE ANGEHÖRIGEN

ERRETTEN   DIE BIBLISCHE WAHRHEIT ÜBER DIE ERRETTUNODER FAMILIE  INHALTEinleitungErster Teil: Wie ich  üurch das Glaubensgebetanderer erreitet wurde In der Marine und m Vietnam Die Begegnung mit Kathy Die Begegnung  mit Dr. Freeinan Verheiratet mit einer religiösen Fanatikerin Die Begegnung mit dem Teufel Die Begegnung  mit dem Herrn Jesus Christus Mein Zeugnis der Gnadö Gottes Der Herr,  mein Arzt Der Ruf in den DienstZweiter Teil: Was die Bibel sagt Erstes Kapifel.  Die VerheißungenVerheißungen, die ebenso gültig sind wie Joh. 3,  16 Die Errettung von AngehörigenZweites Kapitel   Die Verheißungen empfangenWir emufangen  im GlaubenGlaube beansprucht die AntwortSeine Verheißungen sind Schätze, die uns nachVerlangen zur Verfügung  stehenGlaube empfängt die Antwort bQirn Gebe! Glaube beachtet hindernde Urnstände nicht Glaube hält durch, bis die Antwort offenbar istDrittes Kapitel   Beispiele von der Errettung von Angehörigen 44Beispiele von der Errettung ganzer Familien 44Für andere einstehen 46Beispiele aus der Gegenwart 47Viertes Kapitel: Fragen und Antworten Zu sam m enfassu n g ERSTER TEIL: Wie ich durch das Glaubensgebet anderer errettet wurdeAn jenem Tag, a?s ich bei einer Zusammenkunft der Geschäftsleute des vollen Evangeliums als Redner eingeladen wurde und ich noch warten mußte, bis der Regionsprasident mich vorgestellt hatte, dankte ich im Herzen dem Herrn für all das, was Er in meinem Leben getan halte. Der Herr hatte mir für diesen Abend die Botschaft aus Markus 5 gegeben In diesem Berpcht begegneleJesus einem Menschen, Oer 50 gänzlich von Dämonen besessen was. daß man ihn buchstäblich als Jrren bezeichnen konnte Er hatte seine Wohnung mitten unter den Toten und fugte sich selbst immei wieder Verletzungen zu. Nachdem er aber Jesus begegnete-, wurde er völlig verändert Jesus befahl den übe r zweitau send Dämonen, von dem Besessenen auszufahren Er erlebte eine sofortige, vollkomme­ne Befreiung. Daraufhin befahl ihm Jesus „Gehe hin in dein Haus zu den Deinen und verkundige ihnen, wie große Wohltat dir der Herr getan und sich deiner erbarmt hat.’1Ich war wie der Gerasener von Dämonen besessen und fugte mir selbst Schaden zu, und wie ihm begegnete auch mir mein Erretter, Von da an war ich nicht mehr derselbe. Der Herr gab mir die gleiche Botschaft, wie Er sie dem Gerasener gegeben hatte. Ich war hier m Texas, über 1500 Kilometer von zu Hause entfernt, um diesen Menschen zu erzählen, wie der Hen sich meiner erbarmte und was Er an mir getan halte. Nachdem ich vorgestellt war, gab ich ihnen Zeugnis davon, wie meine Frau und ihre Eltern Gott mehr als drei Jahre lang für meine Errettung glaubten. Ich berichtete, wie aufgrund ihres Glaubens Jesus auf den Fnedhof kam, wo ich meine Wohnung aufgeschlagen hatte und mich erlöste und freisetzte Als die Botschaft vorüber war. betete ich mit denen, die etwas Bestimmtes von Gott empfangen wollten Viele baten mich, mit ihnen für die Errettung ihrer Angehörigen eins zu werden gemäß Mt 18, 19: „Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.” Während ich die Geschichte meines Lebens und meiner Bekehrung erzahlte, wirkte Gott Glauben in ihren Heizen, so daß sie wie meine Frau und ihre Eltern Gott für die Bekehrung ihrer Angehörigen glauben konnten Mein Gebet ist. daß Gott dir beim Lesen dieses Buches zeigt, daß das. was in meinem Leber geschah, ein Beweis dessen ist, daß Gott zu Seinen Verheißungen steht. Er will dir das geben, wofür du glaubst, wenn es mit Seinem Wort übereinstimmt. Auch für deine Angehörigen gibt es Hoffnung, da Jesus Tote zum l ehen erweckte Er löste die Fesseln der am meisten Gebundenen Preis dem Herrn!6In der Marine und in VietnamZehn Tage nach meinem Schulabschluß befand ich mich mit anderen jungen Mannern in einem Flugzeug nach Ssn Diego, Kalifornien. Als wir aus dem Flugzeug stiegen, empfing uns unweit der Treppe ein Mann mit kurzem Haarschnitt. Er brüllte so laut er konnte. Ich sah mich um. um her­auszufinden, wen er anschrie Er schrie m unsere Richtung „Los m den Bus1 Wirf die Zigarette weg! Schluck den Kaugummi runter’”Ich halte einen Kaugummi im Mund und in der Hand eine Zigarette und fragte1 „Wer ist denn dieser Spaßvogel1?’ Aber schon im nächsten Augen­blick ließ ich die Zigarette fallen, verschluckte den Kaugummi und war zu Tode erschrocken. Denn plötzlich erkannte ich, daß er mich meinte und die anderen, die mit mir gekommen waren; es war der ausbildende OffizierNach der Ankunft in der Rekrutenkaserne der Marine wurden wir zuerst zum Friseur hineingeführt. Ich war der erste. Der Friseur war so ganz anders als der Ausbilder. Er war wirklich freundlich.Er fragte: „Hallo, mein Sohn, woher kommst du?”„Aus Indiana”‘.Aus welchem Teil von Inürana^1„Aus dem Norden.”„Ich denke, dir wird die Marine schon noch gefallen.”Ich war erleichtert und dachte „Das tont schon ganz anders, ich werde es wohl überstehen.”Der Friseur fragte so nebenbei1 ..Willst du deine Koteletten behalten?”„Ja gern, sie gefallen mir sehr”„Dann halte die Hand auf und fang sie auf. du Trottel1Das war 1965, als sich der Vietnamkrieg auszubreiten begann, aber damals war noch alles ruhig. Vier Monate spater,nach meiner Grundaus­bildung, war die Lage jedoch anders. Als Ich meine Infanterieausbildung beendet hatte, erhielt ich meinen Marschbefehl nach VietnamUnterwegs jedoch wurde der Befehl geändert, unci ich wurde nach Qkinawa geschickt Auf dieser Insel gab es nicht viel zu tun, nur viel zu trinken. Als ich dann schließlich in Vietnam ankam, war ich bedenklich an den Alkohol gebunden. Ich war jedoch gezwungen, mich zu enthalten, da dort nur noch zwei Glas Bier pro Tag erlaubt waren.7  Für mich war es bald keine Frage mehr, daß Nord-Vietnam siegen wurde, und somit war rier Krieg für mich sinnlos Denn ich sah nicht ein, warum so viele Menschen m einem Krieg sterben sollten, in dem die Führung gar kemuri Sicq anstrebte Mein Vertrauen zur Regierung Würde nnmer schwacher. Ich sprach mich schließlich offen gegen die Teilnahme unseres Landes am Krieg aus.Nach meinem Einsatz in Vietnam wurde ich an dho Ostküste der USAversetzt Ich wurde bald m Diskussionen mit den Studenten an der naheliegenden Universität verwjckell Der Krieg warf viele Fragen unter ihnen auf, und ich paßte gut zu ihnen, obwohl ich im Militärdienst war Mehr als je stellte ich die Ethik der Regierung In Frage und wurde immer unzufriedener m meiner Rolle bei der Marine.Ich begegnete einem |ungen Mann, der an seiner Doktorarbeit in Philosophie arbeitete und lernte ihn gut kennen. In seinem Haus tausch­ten wir uns im Gesprach aus. Wir waren auf der Suche nach Realität, nach einem Srnn für das Leben. Wir warfen ständig Fragen auf und redeten van Liebe und Frieden Wirglaubten. die Antwort gefunden zu haben als wir uns in Buddhismus, Hinduismus, Transzendentale Meditation und Außer-smnliche Wahrnehmung vertieften. Wir studierten verschiedene Weltauf­fassungen, um die Antwort zu finden, aber das Resultat war immer Enttäuschung und Aussichtslosigkeit. Anstatt glücklich zu werden, wurde ich immer unzufriedener. Heute weiß ich. daß Philosophie nur Fragen Stellt. Sie gibt kerne Antworten. Nur Jesus kann Antwort geben, weil Er „Die Antwort” isl Ich wollte wahre Freude. Frieden und echte Liebe durch die Weisheit dieser Welt erleben Wo ich jetzt GaF 5, 22 kenne: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude und Friede”, weiß ich, daß wir dies allein durch den Heiligen Geist erhalten können.In all meinem Suchen begegnete ich nie jemandem, der diese innere Ruhe hatte, die ich so verzweifelt suchte, bis ich aus de r Marine entlasse n wurdeIch kehrte mit der Absicht nach Indiana zurück, so schnell wie möglich wieder an die Ostküste zurückzufliegen, wo immer etwas los war. Ich glaubte meine Heimatstadt sei noch so verschlafen wie früher, aber bald entdeckte ich, daß das bürgerliche Indiana moralisch auf der gleichen Stufe stand wie New York, Philadelphia oder Boston. Welch ein Wechsel hatte sich m den vergangenen wer Jahren vollzogen!Die Begegnung mit KathyAls ich mit einem Freund eines Abends m einem Pizza-Restaurant essen ging, traf ich dort Kathy und ihre Freundin. Ich fühlte mich zu ihr 8hingezogen, obwohl ich bald merkte, daß sie nicht zu mir paßte. Aber sie schien den inneren Frieden und die Heiterkeit auszustrahlen, die ich so lange gesucht halte. Indem ich sie fragte, fand ich heraus, daß sie ein Christ und ihr Vater ein Prediger war Kathy war anders als so manche Predigerskinder, die oft offen gegen die Kirche rebellieren und in größerer Sünde leben als andere. Sie war ein nettes Mädchen, sehr weiblich und nicht vorlaut oder angriffslustig. In meiner Taktlosigkeit stellte ich ihr einige sehr anzugliche Fragen, die sie alle mit „nein1” beantwortete. Sie war nicht mein Typ,Mein Freund interessierte sich für das andere Madchen, und die beiden unternahmen m den darauffolgenden Wochen allerlei, an dem auch Kathy und ich teilnahmen. Je mehr ich mit ihr zusammen war, desto mehr beeindruckte sie mich Sie hatte den inneren Frieden, den ich verzweifelt ersehnte. Ich beneidete sie, weil sie das gefunden halte, was ich suchte.Eines Abends fragte ich sie; „Du hast etwas gefunden, was ich nicht habe. Was ist es?L1Sie antwortete1 „Jesus.”Ich sagte: „Nein, das tst nicht möglich. Ich habe viele Christen getroffen, aber habe nie diesen Frieden oder diese Ruhe in ihnen gesehen. Siehaben nicht dasselbe wie du.”Dann stellte ich ihr noch einmal dieselbe Frage, und sie gab mir wieder die gleiche Antwort. Nun. ich wollte nicht mit ihr streiten. Ich glaubte nicht, daß sie anders sei, weil sie ein Christ war. Ich hatte soviele sogenannte Christen gesehen, die am Sonnlag Jesus als ihren Herrn bekannten und dann wahrend der Woche genauso lebten wie ich.Ich beschloß, nicht mehr mit ihr über die Quelle ihres Friedens und ihrer Freude zu diskutieren Selbst wenn es Jesus wäre, so glaubte ich, wäre dies nur ein Weg von vielen, der zum selben Ziel führte. Ich bildete mir ein, diesen Frieden, den sie hatte auch einmal zu finden, wenn ich nur lange genug suchte und meditierte Wie verkehrt war doch mein Denken.Jesus sagte „Ich bfn der Weg die Wahrheit und das Leben.’ £s gibt nur einen Weg. aber damals wußte ich das noch nichtKathy und ich verliebten uns Sie wußte, daß ihr Vater es ihr niemals erlau­ben würde, sich mit einem Ungläubigen zu verabreden, besonders nicht mit einem, der so weltlich war wie ich. VVeil ihr Vater viel Zeit damit zubrachte auf verschiedenen Konferenzen zu sprechen und somit viel von zu Hause weg war, erzahlte sie ihm nie von mir Wir verabredeten uns ohne das Wissen ihrer Eltern. Doch mit der Zeit fand es ihre Mutter heraus  und wollte natürlich nicht, daß wir uns weiterhin treffen würden. Aber Kathy wollte mich zu Christus führen und stellte sich vor, daß sie das nur könne, wenn sie weiterhin mit mir in Verbindung bliebe.Mit der Zeit erfuhr ich mehr über ihren Vater, Dr. Hobart E. Freeman. Ich hörte, daß er Gottesdienste in seinem Haus abhielt und Menschen aus dem ganzen Staat Indiana und sogar auch aus anderen Staaten diese Versammlungen besuchten. Ich fand das, gelinde ausgedrückt, ziemlich merkwürdig. Als ich dann noch hörte, er sei ein Glaubenslehrer, der auch göttliche Heilung lehrt, hatte ich von ihm die Vorstellung eines raffinierten Verführers. Ich verurteilte ihn als Schwindler, ohne ihn je gesehen zu haben. Es ging über meine Vorstellung, daß es im zwanzigsten Jahrhun­dert Menschen gab, die an göttliche Heilung glaubten. Aber Kathy wollte ich nicht mehr aufgeben. Sie war mir das Liebste in meinem Leben gewor­den. An jenem Tag, als ich sie zu einem Juwelier führte, war ich mir meiner Sache so sicher, daß ich erst, nachdem ich die Ringe gekauft hatte und wir den Laden verließen, sie fragte, ob sie mich heiraten wolle. Sie bejahte. Nachdem ich ihr den Ring gegeben hatte, mußten wir es nun ihren Eltern sagen, das war mir klar.Die Begegnung mit Dr. FreemanIch hatte die Eltern von Kathy noch nie gesehen. Sie wollte mich nie mit nach Hause nehmen, weil sie wußte, was ihr Vater über unsere Verbin­dung sagen würde. Ich wollte nie hingehen, weil ich wußte, es würde eine unangenehme Begegnung werden.Doch einige Abende später war es soweit. Kathy besorgt, aber doch hoff­nungsvoll, ich voller Selbstsicherheit, machten uns auf den Weg, um mit ihrem Vater zu sprechen. Ich dachte: „Ich werde es schon überstehen, ich werde einfach um die Hand seiner Tochter bitten. Ich werde es schon richtig machen. Ich werde mich aufmachen, um diesem Menschen zu begegnen. Ich werde den vorhandenen Zweifel schon zu meinen Gunsten auslegen. Ich werde mich zu diesem Mann herablassen und ihn mit meiner Gegenwart beehren.”Als wir beim Haus ankamen, nahm uns auf unser Klingeln hin Frau Freeman sehr freundlich in Empfang. Ich bemerkte sofort, daß sie diesel­be Ruhe und denselben Frieden auszustrahlen schien wie Kathy. Nachdem Kathy mich ihrer Mutter vorgestellt hatte, mußten wir einige Minuten auf ihren Vater warten. Frau Freeman rief ihren Mann, den sie im Studierzimmer entweder im Gebet oder im Studium der Schrift unter­brach. Auch ihr Vater hatte dasselbe friedvoll ruhige Aussehen. Kathy stellte mich ihrem Vater vor. Ich war immer noch guten Mutes und war10stolz auf mein musterhaftes Benehmen. Innerlich wehrte ich mich, in der heutigen Zeit in aller Form um die Hand eines Mädchens zu bitten.Dr. Freeman setzte sich und fragte: „Was haben Sie auf dem Herzen?”Ich antwortete ihm: „Ich möchte Ihre Tochter heiraten und bitte Sie um Ihre Einwilligung.”Er fragte: „Sind Sie ein Christ?”„O nein, und ich will auch nie einer werden.”Kathy hatte kaum ein Wort gesprochen, sie schien wie vor Furcht gelähmt.Dr. Freeman sah seine Tochter an und sagte: „Kathy, ,Zieh nicht am frem­den Joch mit den Ungläubigen’” (2. Kor. 6, 14).Ich brauchte keine Erklärung, um zu verstehen, was er meinte. Ich fuhr hoch: „Wie konnte er es wagen, mich abzulehnen, während ich ihm doch so großzügig entgegenkam! Heiraten werden wir auf jeden Fall und da könnten wir doch wenigstens eine brauchbare gegenseitige Beziehung aufbauen.” Ich platzte vor Wut! Ich versuchte, ihn zu drängen, uns seine Zustimmung zu geben, aber er gab nicht nach. Je mehr wir redeten, umso ärgerlicher wurde ich.Kathys Vater blieb gefaßt, während ich all meine Selbstbeherrschung ver­lor. Ich nannte ihn einen „altmodischen Nörgler”, und es entschlüpften mir sogar zwei Flüche. (Wie hätte es auch anders sein können? Denn Flüche’herrschten in meinem Wortschatz vor.) Ich sagte ihm, daß wir trotzdem heiraten würden und ich nicht wünschte, daß er jemals mein Haus beträte, ich ihn auch nie wieder sehen wolle. Meine Wut wurde noch dadurch gesteigert, daß er Haß mit Liebe und Bosheit mit Freundlichkeit erwiderte. Die Frucht der Liebe entfaltete sich in seinem Herzen. Ich sah Liebe. Die Geister in mir wollten ihn schlagen. „Ich hasse diesen Kerl”, schoß es mir durch den Kopf.„Ich liebe dich, und werde für dich beten”, sagte er, als der Besuch been­det war.Ich stürmte aus dem Haus hinaus, schmetterte die Tür hinter mir zu und zog Kathy mit mir, die fast in Tränen aufgelöst war.Ich fluchte und tobte. Ich wollte ihn nie wieder sehen. Ich betrachtete es als Sieg, wenn ich jemand wütend machen oder enttäuschen konnte, ohne dabei selber die Fassung zu verlieren. Ich verließ Dr. Freemans Haus mit einer totalen Niederlage. Er hatte feurige Kohlen auf mein Haupt gesammelt (Rom. 12, 20).11 Auf meine letzten Worte hin, daß er nie mein Haus betreten solle und ich seine Tochter heiraten werde, war seine Antwort, daß er mich liebe und für mich bete.Später erfuhr ich, daß Kathys Eltern und ihre ältere Schwester, nachdem Kathy und ich das Haus verlassen hatten, aufgrund von Mt. 18, 19 übereinstimmten, daß ich gerettet und im Heiligen Geist getauft werden würde. Ihre Mutter bat Gott außerdem, aus mir einen Prediger zu machen.Kathy war zwischen ihrer Liebe zu mir und den Dingen, die sie von ihrer Kindheit an gelehrt worden war, hin und her gerissen. Sie war in einer schwierigen Lage, weil sie die göttliche Anweisung verletzt hatte, sich nicht mit den Ungläubigen einzulassen (2. Kor. 6, 14-18).Wir machten Pläne für unsere Hochzeit entgegen dem Willen von Dr. Freeman. Heute weiß ich, und Kathy wußte es damals schon, daß unsere Heirat nicht Gottes vollkommener Wille war. Gott hat Kathy ihre Sünde vergeben, aber Er hat sie auch gezüchtigt wie David, als er mit Bathseba sündigte. Wir sind kinderlos, aber das wird sich ändern, wenn die Zeit Seiner Züchtigung vorbei rst.Wir ließen uns heimlich standesamtlich trauen, ohne es den Eltern mitzuteilen. Ich kann mir vorstellen, wie verletzt und verlegen Frau Freeman sein mußte, als sie in einem Lebensmittelgeschäft eine Freundin traf, die sie fragte, wie es bei unserer Hochzeit gewesen sei. Kathys Mutter wußte nicht einmal, daß die Trauung schon stattgefunden hatte.Verheiratet mit einer religiösen FanatikerinNach unserer Heirat kam bald einmal die Zeit, wo Kathy wieder zur Kirche gehen wollte. Ab und zu hatte sie noch an den Versammlungen teilge­nommen, verlor aberdurch meinen Einfluß ihrlnteresse an derGemeinde. Wenn ein Christ sich mit einem Ungläubigen verbindet, wird er geistlich hinuntergezogen. Der Ungläubige dagegen wird nicht emporgehoben. Ich hatte Kathy veranlaßt, geistlich auszurutschen. Zuerst bat sie mich, dann flehte sie mich an, daß ich ihr erlauben würde, regelmäßig zur Kirche zu gehen. Eines Tages erklärte sie mir: „Ich werde wieder zur Kirche gehen und will so leben, wie ein Christ leben sollte. Ich werde nicht mehr alles tun, was du willst.”Da ich gerade gut gelaunt war, sagte ich: „Tue, was du willst. Ich will dir mit deiner Religion nicht in die Quere kommen.” Innerlich wußte ich, daß sie in ihrer Gemeinde Frieden und Freude gefunden hatte, etwas, was ich immer noch suchte. Trotzdem warnte ich sie: „Fang bloß nicht an zu predigen, ich will nichts davon hören.”12Eines Tages, als sie von der Kirche heimkam, sagte sie: „Bruce, ich möchte dir etwas sagen. Von heute an werde ich Jesus ganz nachfolgen. Ifch liebe Ihn mehr als dich.”Ich schrie: „Was! Möchtest du vielleicht fünf saftige Ohrfeigen haben? Mach, daß du wegkommst! Laß dich nicht aufhalten! Pack deine Sachen und verschwinde. Wenn du jemanden mehr lieben kannst als mich, dann will ich dich nicht mehr sehen. Mir zu sagen, daß du jemanden, der schon seit zweitausend Jahren tot ist, mehr liebst als mich, ist eine Frechheit.”Sie lächelte nur.„Du mußt diesen Jesus-Quatsch aufgeben”, sagte ich etwas versöhnli­cher.„Ich kann es nicht”, sagte sie. „Er ist mein Herr und Erlöser.” In der darauf­folgenden Zeit verbot ich ihr oft, die charismatischen Versammlungen zu besuchen. Sie widersprach mir nie, sondern brachte es nur vor Gott, der ohne mein Wissen in mir wirkte, daß ich sie wieder gehen ließ. Kathy erzählte mir oft von den Ereignissen in der Gemeinde: „O, du hättest sehen sollen, wie Mikes zu kurzes Bein herausgewachsen ist!” Oder: „Das taube Ohr von Frau Schmidt wurde geheilt, und sie hörte damit zum ersten Mal seit fünfzig Jahren!” Oder: „Herr Johann wurde von Arthritis geheilt und kann seinen Ellbogen jetzt ohne Schmerzen bewegen!” Die Wunder, die in ihrer Kirche geschahen, verfehlten ihre Wirkung auf mich nicht, obwohl ich ihre Gültigkeit etwas bezweifelte.Wenn Kathy mit den Frauen meiner Freunde zusammenkam, sprach sie nur über geistliche Dinge mit ihnen. Der Gedanke war mir peinlich, daß meine Freunde entdecken mußten, daß ich mit einer religiösen Fanatikerin verheiratet sei. Es graute mir immer, wenn ich gezwungen war, sie mit der Frau eines Freundes allein zu lassen, denn ich wußte, daß sie ihr von Jesus erzählen würde, sobald wir hinausgegangen waren.Eines Abends brachte mich Kathy ganz besonders in Verlegenheit. Eine Anzahl meiner Freunde und ich gingen in ein Restaurant, das Alkohol ser­vierte. Einer meiner Freunde trank so viel, daß er nach zwei Stunden total betrunken war. Ich hatte noch nie jemanden so betrunken gesehen. Er begann zu schreien und um sich zu schlagen. Einige von uns packten ihn und versuchten, ihn hinauszubefördern, aber er wehrte sich aus Leibes­kräften. Nach einigem Kampf, der zu einem Schauspiel für die anderen Gäste des Restaurants wurde, schafften wir es, ihn in ein Auto zu verfrach­ten.Auf dem Heimweg versuchte er, aus dem fahrenden Wagen zu springen, und ich mußte ihn gewaltsam festhalten. Zu Hause wollten wir ihn mit13  Kaffee und einem kalten Bad in der Badewanne zur Besinnung bringen. Nachdem wir ihn in die Wohnung geschleppt hatten, fiel er der Länge nach ins Wohnzimmer. Da er nur noch zusammenhanglos vor sich hin murmelte und nicht mehr länger um sich schlug, ließen mein Freund und ich ihn liegen und setzten in der Küche einen Kaffee auf. Als wir zurückkamen, sah ich, daß meine Frau über den betrunkenen Freund gebeugt war und unverständliche Worte aussprach. Ich dachte, auch ich hätte zuviel getrunken, aber als ich näher trat, erkannte ich, daß nicht mein Gehör, sondern ihre Sprache durcheinandergeraten zu sein schien. Sie hatte ihre Hand auf den Kopf des Betrunkenen gelegt und redete mit geschlossenen Augen in einer seltsamen Sprache. Dann sagte sie plötz­lich auf Englisch:„Ich gebiete diesen Dämonen im Namen Jesu!”Ich war ganz verlegen. Aus meinen Augenwinkeln sah ich, wie mein Freund mich spöttisch anschaute. Nun wußte er, daß ich mit einer religiö­sen Fanatikerin verheiratet war.So brachte die Ehe mit einer solchen Frau einige Probleme mit sich. Es zeigten sich aber auch vorteilhafte Unterschiede zwischen meiner Frau und den Frauen meiner Freunde. Im Gegensatz zu ihren Frauen war Kathy sehr fügsam. Sie schnitt mir selten das Wort ab, und wir hatten nie Streitigkeiten wegen häuslichen Angelegenheiten. Alles verlief immer nach meinem Willen. Nur wenn ich sie von ihrer religiösen Überzeugung abbringen wollte, wehrte sie sich mit aller Kraft, und es wurde mir klar, daß ich keine Argumente geltend machen konnte, die Jesus oder ihre Kirche betrafen.Kathys Gehorsam war das, was mein Herz auftauen ließ, obwohl ich mir dessen nicht bewußt war. Petrus schreibt in 1. Petr. 3, daß das Leben einer Frau, die ihre christliche Rolle erfüllt, ein stärkeres Zeugnis für ihren unerretteten Mann ist als all ihre Worte.Ich sah, wie sich die Liebe Gottes in Kathys Leben ausdrückte. Wenn ein Ehemann betrunken nach Hause kommt und versucht, mit seiner Frau zu streiten, ist es für sie nicht selbstverständlich, zu lächeln und zu sagen: „Ich liebe dich.” Aber Kathy tat das. In meinem sündhaften Zustand ver­suchte ich oft, meine Frau in einen Streit zu verwickeln, indem ich gemein und grausam war. Ich machte mich lustig über sie und machte gemeine Bemerkungen über ihren Vater. In all dem lebte Kathy ihrChristentum aus. Ihr Leben war das Zeugnis, gegen das ich keine Waffen hatte.Sogar meine Freunde bemerkten den Unterschied zwischen meiner Frau und ihren Frauen. Wenn sie mich deswegen ansprachen, sagte ich zu14ihnen: „Der friedliche Charakter meiner Frau hat etwas mit ihrer Kirche zu tun. Wenn ihr wollt, daß eure Frauen sich auch so benehmen wie meine, dann schickt sie doch auch in diese Scheune.” (Zu dieser Zeit war die Hausgemeinde über sich selbst hinausgewachsen und war in eine umgebaute Scheune umgezogen.)Während mir der Unterschied gefiel, den die Gemeinde im Leben Kathys bewirkte, nahm ich es ihr doch übel, daß sie immer an den Versammlun­gen teilnehmen wollte.„Bruce, dein Nachtessen ist bereit”, sagte sie und nahm ihre Bibel. „Ich gehe heute abend zur Kirche.”Eines Abends wartete ich, bis sie von der Versammlung heimkehrte, um ihr einmal richtig meine Meinung zu sagen und mein Mißfallen darüber auszudrücken, daß sie ständig diese Versammlungen besuchte. Als sie heimkam, machte ich einige Bemerkungen über ihr Christentum. Ehe ich es mir versah, hatte Kathy ihren Finger auf meine Nase gelegt und sagte: „Du bist errettet, getauft im Heiligen Geist und sprichst in Zungen, nur weißt du es noch nicht.”Ich hätte sie beinahe geschlagen. Was sollte ich nur tun? Ich war wahrhaftig mit einer religiösen Fanatikerin verheiratet. Scheidung ging mir durch den Kopf, aber ich liebte sie trotz allem. Einerseits war sie in fast jeder Hinsicht das Vorbild einer idealen Frau, auf der anderen Seite aber war sie einfach zu religiös für mich. Anstatt noch wütender zu werden, schien mein Ärger auf merkwürdige Weise wegzuschmelzen.Das merkwürdige Schwinden meines Ärgers erinnerte mich an einen ähn­lichen Vorfall, der sich einen Abend, bevor wir heirateten, ereignete. Kathy und ich waren auf dem Weg zu meiner Wohnung, als ich merkte, daß uns ein Wagen folgte. Ich dachte mir wenig dabei, aber nachdem wir zu Hause ankamen, sah ich denselben Wagen auf der anderen Straßenseite parken. Kathy schaute aus dem Fenster hinüber zu dem Auto und sagte: „Das ist mein ehemaliger Freund. Er ist ein Mitglied unserer Gemeinde.”„GEMEINDE? FREUND?” Das war alles, was ich hörte. Ich rannte über die Straße, packte den jungen Mann am Kragen und begann, ihn aus dem Wagen zu zerren. Ich hatte vor, ihn windelweich zu schlagen. Er rief laut: „Das Blut Jesu! Das Blut Jesu! Das Blut Jesu!” Und sofort ließ mein Ärger nach, und ich ließ ihn los.So unglaublich es ist, aber ich lud ihn in meine Wohnung ein, wo er mindestens eine Stunde lang über seinen Glauben sprach. Etwas stand fest, dieser junge Mann hatte Autorität. Ich konnte nicht anders, als ihn loslassen. Ich habe dieses Erlebnis nie mehr vergessen. „Warum hast du15  diesen Kerl nicht verprügelt? Als er rief: ,Das Blut Jesu’, hast du ihn einfach losgelassen. Noch schlimmer, du hast ihn sogar in deine Wohnung eingeladen. Es war ja ein netter Kerl, du hast ihn sogargem gehabt, obwohl du anderer Meinung warst, als er dir von Jesus erzählte.”Es war mir ein Rätsel, wie mein Ärger auf so merkwürdige Weise ver­schwinden konnte. Innerlich wußte ich, daß diejenigen, die mit der Kirche meiner Frau in Verbindung standen, eine unbekannte Gewalt über mich ausübten. Was ich nicht wußte, sie benutzten ihre Autorität als Gläubige, um die dämonischen Kräfte in mir zu binden. Ich hätte nur gelacht, wenn mir jemand erklärt hätte, daß Kathys Autorität über mich eine Folge davon war, daß sie sich direkt gegen die Macht des Bösen in mir wandte. Ich glaubte weder an einen persönlichen Gott noch an einen Teufel. Ich glaubte, daß Christen in ihrem Versuch, daß Böse zu erklären, den Teufel einfach erfanden. Ich verneinte entschieden die Existenz einer bösen Macht oder eines bösen Wesens, doch bald entdeckte ich, daß ich nicht recht hatte. Ich hatte eine persönliche Begegnung mit dem Teufel selbst.Die Begegnung mit dem TeufelKathy und ich wohnten in einem alten Bauernhaus. Das Haus war so geräumig, daß wir den oberen Stock abschlössen und nur das Erdge­schoß bewohnten. Nachdem wir eines Abends zu Bett gegangen waren, hatte ich ein haarsträubendes Erlebnis. Ich befand mich plötzlich nicht mehr länger im Bett, sondern im oberen Stock des Bauernhauses, wo mir ein stattlicher, sehr gut angezogener, würdevoller und beeindruckender Mann erschien. Er sah wie ein sehr gepflegter Mann von Welt aus: ein begüterter, vornehm aussehender Herr. Sein Haar war an den Schläfen leicht ergraut, und er war schön.Er sprach zu mir, und ich war mir seiner Weisheit und seines Wissens bewußt. Während seinen Ausführungen bezog er sich auf Dinge aus meiner Vergangenheit und zwar so genau, als hätte er es alles selbst miterlebt. Er nannte mir mein Alter.Ich fragte: „Wie alt sind sie?”Er antwortete: „Ich habe in diesem Sinne kein Alter.”Ich dachte: „Es muß Gott sein! Endlich ist es soweit: Gott offenbart sich mir persönlich! Er ist wirklich da!”Ich war außer mir und sagte: „Du bist Gott!”Er sagte: „Nein, nicht der Gott, an den du denkst.”16„Ja, wenn du nicht der Gott bist, an den ich denke, bist du … aber ich glaube ja nicht . . . bist du der Teufel?”Er kicherte und sagte: „Ja. Bruce, ich habe eine Aufgabe für dich. Ich gebe dir alles, was dein Herz begehrt. Ich gebe dir Geld, ich werde dich außerordentlich reich machen. Ich werde dir Macht geben, und viele Menschen werden dir folgen.” Er fuhr fort: „Bruce, ich habe seit langem meine Augen auf dir.”Ich fragte: „Was verlangst du von mir?”Er sagte: „Ich will, daß du mit mir zusammen den Dienst von Dr. Hobart Freeman zerstörst.”„Nein! Nein! Nein!”, hörte ich mich selbst sagen.Warum hatte ich nein gesagt? Der Teufel hatte mir alles angeboten, was ich mir nur irgend wünschen konnte. Heute weiß ich, daß ich damals die Versuchung zurückwies, weil ich im Glauben für Gott in Anspruch genommen war.Ich schrie: „ Nein! Nein! Nein!”Plötzlich verwandelte sich dieser vornehme Herr in eine niederträchtige, abscheuliche teuflische Kreatur. Seine Augen wurden feuerrot. Er schrie und fluchte.Die Bibel sagt uns, daß der Teufel wie ein Engel des Lichtes erscheint (2. Kor. 11, 14). Die Leute denken, daß der Teufel als kleiner Mann in rotern Anzug, mit Hörnern auf dem Kopf und einem gegabelten Schwanz erscheint, aber das stimmt nicht. Er erschien mir als schöne, stattliche und begehrenswerte Person. Erst nachdem ich sein Angebot zurückge­wiesen hatte, kam seine wahre Natur zum Vorschein.Nach dieser schreckerregenden Verwandlung Satans kam ich in meinen Körper zurück. Es war ein Gefühl, als ziehe man sich Hosen an.Wenn ich als Kind einen bösen Traum gehabt hatte, erwachte ich jeweils schreiend. Das Schreien weckte mich auf. Diese Begegnung mit dem Teufel war anders. Nur stufenweise erhielt ich die Kontrolle über meinen Körper, meine Füße, dann meine Beine, meine Arme, dann meinen Kopf zurück. Ich öffnete meine Augen, und dann erschrak ich.Ich schüttelte meine Frau und schrie: „Kathy! Kathy! Kathy! Du wirst es nicht glauben, Satan ist mir erschienen!” Ich erwartete, daß sie mich streicheln und mir versichern würde, es sei nur ein böser Traum gewesen und ich ruhig weiterschlafen solle.17 Stattdessen sagte sie: „Das glaube ich.” „Du glaubst das?”Sie sagte wiederum: „Ich glaube es dir.” Dann sprach sie mit mir über Gott. Das war das letzte, was ich hören wollte. Ich wollte ein Bier, ich wollte Mitleid, und vor allen Dingen wollte ich dieses furchtbare Erlebnis vergessen.Die Furcht verließ mich nicht mehr. Während der nächsten sechs Monate schlief ich nicht mehr ohne Licht, nicht ein kleines Nachtlicht, sondern mit der großen Zimmerlampe. Ich versuchte im Dunkeln zu schlafen, knipste das Licht aus und ging ins Bett mit dem Gedanken: Ich war in der Marine, ein Feldwebel in Vietnam. Ich war an allen möglichen Kämpfen beteiligt gewesen. Ich hatte nie vor irgend etwas Angst, und nun fürchte ich mich vor dem Butzemann. Ich war voller Angst, voll von Geistern der Furcht, so daß ich es nicht über mich bringen konnte, ohne Licht zu schlafen. Ich ging zu Bett und schaute die Lampe an. Ich starrte darauf, bis ich die Augen nicht mehr offen halten konnte, und schließlich schlief ich ein. Ich glaubte, in dem Licht wäre Sicherheit.Als wir später von dem Bauernhaus wegzogen, brauchte ich nur noch ein Nachtlicht zum Schlafen. Ich erinnere mich, wie ich Kathy in ein Geschäft sandte, um ein Lämpchen zu kaufen. Ich, der Ex-Feldwebel der Marine, ehemaliger Vietnamsoldat, ein großer Angsthase.Man kann sich vorstellen, was geschah, nachdem meine Frau einmal aus Versehen mein Nachtlicht erwähnte und meine Trinkgenossen es erfuh­ren. Wenn ich mich auf einen Barhocker setzte, um an ihrer Unterhaltung teilzunehmen:„Bruce!”„Was?”„Wie geht es deinem Nachtlämpchen?”Einmal erhielt ich ein Geschenk im Geschäft. Ich öffnete es in Gegenwart aller Mitarbeiter: Ein wunderschönes neues Birnchen für meine Nacht­lampe.Die Begegnung mit dem Herrn Jesus ChristusNach der Traumerscheinung Satans zog ich es doch in Betracht, mit Kathy zur Kirche zu gehen. Jedoch erinnerte ich mich an meine erste Begegnung mit ihrem Vater, und mein Stolz ließ es noch nicht zu, meine 18Niederlage zuzugestehen. Ich konnte meinen Stolz nicht überwinden, ob­wohl es mir klar wurde, daß Kathy das besaß, was ich brauchte und sie es in ihrer Gemeinde erhielt.Seit dem Erlebnis mit Satan war ein Jahr vergangen. Kathy nahm dreimal in der Woche an den Versammlungen teil und fragte mich dauernd, ob sie noch ein viertes Mal gehen könne.Ihr ganzes Leben drehte sich um die Gemeinde. Die Entfremdung, die dadurch zwischen ihr und mir entstand, störte mich nicht. Ich ging dem Pokerspiel nach, hatte meine Trinkgenossen und vergnügte mich bei der Jagd und anderen Aktivitäten. Während sie weg war, konnte ich so viel trinken, wie ich wollte, ohne ihr Anstoß zu geben.Es war an einem Sonntagabend im Jahr 1973. Im Fernsehen wurde ein Basketballspiel zwischen den Los Angeles Lakers und den Milwaukee Bucks übertragen, ein Spitzenspiel um die Meisterschaft. Ich hatte mir Bier, Käse und Biskuits bereitgestellt und machte es mir bequem. Alles war für das große Spiel bereit. Wie üblich ging Kathy in die Gemeinde. Auf dem Weg zur Wohnungstür ging sie am Fernseher vorbei, auf dem gerade zwei Bücher lagen. Nebenbei, nicht ohne Spott, bemerkte sie: „Lies diese Bücher nicht, sonst mußt du wieder mit der großen Zimmerlampe schlafen.”Ich dachte: „Wieder mit der großen Zimmerlampe schlafen!” Ich wurde wütend. „Welch eine Frechheit, mir zu sagen, daß ich wieder mit der Schlafzimmerlampe schlafen müßte, wenn ich diese Bücherlesen würde… Könnte mich ihr Inhalt wirklich so erschrecken? Bin ich nicht ein Ex-Feld­webel der Marine, ein Vietnam-Veteran?”Ich rannte hinüber zum Fernseher, packte die Bücher und begann, sie zu lesen. Meine Frau hatte sie von einem Ehepaar erhalten, das ihre Kirche besuchte. Ich hatte nie eines ihrer charismatischen Bücher gelesen. Die Möglichkeit, daß ich gerade diese Bücher lesen würde, war vom menschli­chen Standpunkt her gering.„Lies diese Bücher nicht.”Was sie gesagt hatte, war eine von Gott inspirierte Herausforderung. Obwohl das Spiel gerade begann, schenkte ich ihm keine Beachtung und begann zu lesen. Nachdem ich etwa vier Seiten gelesen hatte, wußte ich, daß ich entweder Jesus oder wieder die große Schlafzimmerlampe brauchte. Das Buch handelte von dämonischer Besessenheit. Die Autorin erzählte, wie sie von Dämonen befreit wurde. Sie schrieb, wie ein Dämon, eine Stimme in ihrem Innern, ihr sagte, stärker fast, als sie es ertragen konnte, sie solle in einen Brückenpfeiler fahren. Genau das gleiche war19 mir am Tag zuvor passiert. Eine Stimme in mir hatte gesagt: „Fahre in diesen Brückenpfeiler und setze allem ein Ende.” Der Trieb, der Anwei­sung dieser Stimme zu folgen, war fast unkontrollierbar.Ich las weiter. Eines Morgens stand sie vor dem Spiegel und war nahe daran, sich ihre Pulsadern aufzuschneiden. Sie beschrieb, wie eine dämonische Stimme in ihr versuchte, sie dazu zu treiben. (Später schrieb sie in diesem Buch, wie der Dämon aus ihr ausgetrieben wurde.) Gerade an diesem Morgen hatte ich das gleiche Erlebnis. Ich stand vor dem Spiegel im Badezimmer mit einer Rasierklinge in der Hand und sagte zu mir selbst: „Wenn du dich umbrächtest, wäre allen geholfen. Du müßtest dich nicht mehr mit all diesen Problemen befassen.” Die Autorin schrieb solche selbstmörderischen Gedanken dämonischen Geistern zu, und als ich es las, wußte ich, daß ich auch von Dämonen besessen war.Etwas anderes beunruhigte mich noch mehr. Jedesmal, wenn ich zu dem Namen „Jesus” kam, hielt ich inne. Ich konnte ihn nicht aussprechen. Ich versuchte zu sagen: „Jesus” und konnte es nicht. Als Junge hatte ich einen Bibelvers auswendig gelernt: „In keinem ändern ist das Heil, ist auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.” (Apg. 4, 12) Als mir aufging, daß ich den Namen „Jesus” nicht aussprechen konnte, wußte ich, daß Satan versuchte, mich von Jesus fernzuhalten. Als ich das Buch beendet hatte, steigerte sich die Angst derart in mir, daß ich nicht mehr aufstehen konnte. Obwohl ich dringend zur Toilette mußte, fürchtete ich mich zu sehr vor dem dunklan Raum, der zwischen dem Wohnzimmer und der Toilette lag.Ich öffnete das zweite Buch und begann zu lesen. Ich las, wie Gott einen Jungen von seinem Totenbett auferweckte, ihn zum Himmel entrückte und ihm zukünftige Dinge zeigte.Als nächstes hörte ich, wie Kathy nach Hause kam. Ich hatte noch keinen Schluck Bier getrunken. Die geöffnete Büchse stand noch neben meinem Stuhl. Ich hatte noch kein Biskuit gegessen. Das Spiel war längst vorbei, und ich wußte nicht einmal, wer es gewonnen hatte und weiß es bis zum heutigen Tag nicht!„Kathy, ich muß etwas wissen!” „Was?”„Ich muß wissen, ob dies wirklich wahr ist. Ich habe in beiden Büchern gelesen.”„Komm, laß uns zu Vater gehen”, sagte Kathy. 20„Zu deinem Vater? Du willst mich wohl auf den Arm nehmen. Kannst du es mir nicht sagen?”„Komm, laß uns zu ihm gehen”, beharrte sie. Ich wehrte ab: „Nein, nein, das kann ich nicht.” Sie blieb fest: „Komm, laß uns zu Vater gehen.”Als ich an jenem Morgen aufstand, dachte ich nicht: „Dies ist ein guterTag, um errettet zu werden.” An jenem Abend hatte ich fest im Sinn, mich zu betrinken und am Fernseher das Basketballspiel mitzuverfolgen. Als Gott mich rief, mußte ich mich entscheiden. Ich erwählte weder Ihn noch die Zeit meiner Errettung. Er erwählte mich und rief mich zu Seiner Zeit.Der Herr führte Sein Werk an mir aus. Es ging mir so miserabel, daß ich willig war, mich zu demütigen, um Ihn zu finden. Er brachte mich zu dem Punkt, wo ich willig war, unter SEINEN Bedingungen Frieden zu finden. Ich hatte so lange versucht, ihn auf eigenen Wegen zu erlangen.Ich hatte Kathys Vater zweieinhalb Jahre nicht gesehen. Wenn er jeweils Kathy abholte und ich ihn heranfahren sah, rannte ich zum Fenster und zog schnell die Vorhänge zu.Mein Widerstand war nur noch schwach, und ich sagte zögernd: „Wenn es nicht anders geht, muß ich wohl gehen.” Aber eine Stimme in mir sagte, ich solle nicht gehen.„Es wäre besser, wenn du fahren würdest”, sagte ich zu Kathy. „Wenn es nur das ist”, antwortete sie. Sie wäre sogar bereit gewesen, wenn nötig, mich auf dem Rücken zu ihrem Vater zu tragen. So machten wir uns auf den Weg. Die ganze Zeit schrien die Dämonen in mein Ohr: „Bring sie um! Bring sie mit deinen Händen um! Würge ihr die Kehle zu! Sie ruiniert dein ganzes Leben! Du wirst all deine Freunde verlieren! Du wirst aufhören müssen zu trinken! Du wirst nicht mehr Karten spielen können! Jeder­mann wir denken, du seist verrückt geworden! Du wirst auch ein religiöser Fanatiker werden!”Ich mußte meine Knie packen, um meine Hände unter Kontrolle zu behalten. Ich drückte sie so fest, daß noch einige Tage später schwarze und blaue Flecken zu sehen waren. (Kathy war natürlich unter der schützenden Hand Gottes.) Ich wand mich in Krämpfen, zitterte und bebte und hatte einen Geschmack im Mund, als hätte ich Benzin geschluckt. Die Dämonen manifestierten sich in mir, aber ich wußte nicht, wie ich mit ihnen fertig werden und sie los werden konnte.Dann kamen wir bei meinem Schwiegervater an. Ich zitterte und schwitzte21  am ganzen Leibe. Kathy, die mich fast die Treppe hinauftrug, klopfte an die Türe. Wir hörten jemanden kommen. Ich hoffte, er sei nicht zu Hause.Kathys Mutter, June, öffnete die Türe. Ein Lächeln überflog ihr Gesicht, und sie begrüßte uns, als hätte sie uns jeden Tag erwartet. Das war auch tatsächlich der Fall, denn nach meinem ersten Besuch hatte sie die Ver­heißung in Anspruch genommen: „Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, daß ihr es empfangen habt (Grundtext), so wird’s euch werden.” (Mk. 11, 24) Sie hatte das, was sie im Glauben von Gott bean­sprucht hatte, oft öffentlich ausgesprochen: „Mein Schwiegersohn ist errettet, getauft im Heiligen Geist und verkündigt das Evangelium.”Sie hieß uns eintreten.Kathy sagte: „Bruce möchte mit Vater sprechen.”Dies war eines Sonntagsnacht nach der Abendversammlung, etwa um 24 Uhr. Dr. Freeman war in seinem Studierzimmer, und die Tür war geschlossen.June rief ihn und sagte ihm, wer da sei. Er kam, und auch er sah genauso aus, als hätte er uns jederzeit erwartet, kein bißchen überrascht.Wir gingen in sein Studierzimmer, und dort schüttete ich ihm mein Herz aus.„Ich muß wissen, was die Wahrheit ist. Ich bin am Ende meiner Weisheit.”Er ließ mich alles über meine Schwierigkeiten und über meine Suche nach Realität erzählen. Ich sprach eine ziemlich lange Zeit.Dann sagte er: „Nun, die Lösung ist Jesus.”Ich sagte: „Da gibt es einen Vers in der Schrift, der mir immer in den Sinn kommt: In keinem ändern ist das Heil, ist auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.” (Apg. 4, 12)Er sagte: „Das ist ein guter Vers, der einzige Weg ist durch Jesus Christus, denn Er ist der Weg. Er ist der einzige Weg zur Errettung. Wenn du errettet und glücklich sein willst, brauchst du Jesus in deinem Leben. Möchtest du Ihn jetzt empfangen?” fragte er mit gewinnender Liebe.Ich sagte: „Ja.”Ich ging auf meine Knie und sagte: „Vater, vergib mir.”Nachdem Dr. Freeman das Gebet der Buße mit mir gebetet hatte, war die Last weg. Es war, als wäre mir eine große Zentnerlast von den Schultern 22genommen worden. Meine Suche war vorbei! Der Retter, den ich so lange verleugnet hatte, wollte sich mir an jenem Abend offenbaren! Freude und Glück erfüllten mein Herz, das ich nie zuvor gekannt hatte. Ich wußte, ich hatte das gefunden, wonach ich so lange gesucht hatte, weil ich Jesus fand!Preis dem Herrn!Dann hörte ich Dr. Freeman in weiter Ferne sagen: „Ich gebiete jedem Dämon in ihm im Namen Jesu und befehle ihnen, jetzt zu gehen.”Ich fühlte, wie die Geister aus mir herausfuhren. Es gab keine spektakuläre Manifestation, keine Krämpfe, kein Zucken. Sie mußten einfach weichen. Ich war frei!Einige Christen fragen mich: „Ich weiß nicht, ob ich errettet bin oder nicht. Wie kann ich es wissen?” Ich weise sie darauf hin, daß sie wohl nicht errettet sind, denn wie kann man eine neue Kreatur werden und nicht wissen, wann es geschieht? Wie kann man von neuem geboren werden und sich dieser Erfahrung nicht mehr erinnern? Sie hatten wohl nicht dieses Erlebnis, das ich hatte, als ich errettet wurde, denn ich WUSSTE, daß ich errettet war.Ich war noch auf meinen Knien, als Dr. Freeman sagte: „Bruce, es gibt noch mehr, möchtest du es haben?”„Wenn es vom Herrn ist, dann möchte ich es.” „Es ist die Taufe im Heiligen Geist.” „Was muß ich tun?”„Ganz einfach, ich werde meine Hand auf deinen Kopf legen, und du wirst die Taufe im Heiligen Geist erhalten und in Zungen sprechen.”Er legte seine Hand auf meinen Kopf und sagte: „Bruce, im Namen Jesu empfange die Taufe des Heiligen Geistes.”Und wahrhaftig, die Salbung des Geistes kam über mich. Zuerst war die Sprache stockend, aber als Kathy und ihr Vater mich allein im Studierzim­mer ließen, füllte eine fremde Sprache meinen Mund. Ich pries Gott für meine Errettung in dieser Sprache des Geistes.Etwa eine halbe Stunde später erhob ich mich und verließ das Studierzimmer. Hobart Freeman, jener Mann, den ich gehaßt hatte, dessen Gegenwart ich nicht ertragen konnte, weil er etwas besaß, das ich nicht hatte, jener Mann, der mich als Verlierer bloßgestellt hatte, stand dort mit meiner Frau zusammen. Ich sah ihn an, lief zu ihm hin, umarmte23 ihn und küßte ihn auf seine Wange. Aller Haß war verschwunden. Jesus hatte ihn weggenommen.Kathy begleitete mich die Treppe hinunter, öffnete die Wagentür und half mir hinein. Die Salbung des Geistes war in einem solchen Maß auf mir, daß ich sogar beim Laufen Mühe hatte. Kathy fuhr wieder, aber diesmal aus einem anderen Grund. Auf dem Hinweg hatten dämonische Mächte mich vom Fahren abgehalten, auf dem Heimweg war es die Salbung des Heiligen Geistes, die mich am Fahren hinderte.Der Herr steht treu zu Seinem Wort. In all diesen Monaten hatten mein Schwiegervater, die Schwiegermutter, Kathy und ihre Schwestern nie gezweifelt. Sie wußten, daß ich errettet war und im Heiligen Geist getauft, als sie beteten.Als wir zu Hause ankamen, sagte ich: „Kathy, ich möchte deine Bibel. Ich habe all diese Zeit verschwendet.”Am nächsten Morgen telephonierte ich mit meinem Arbeitsplatz und meldete mich für einige Tage von meiner Arbeit ab. In den nächsten drei Tagen las ich nur die Bibel. Ich las das Neue Testament mehrere Male und versuchte meinen Hunger nach Gottes Wort zu stillen.Mein Zeugnis der Gnade GottesNach meiner Rückkehr zur Arbeit war ich sehr mutig in meinem Zeugnis über das, was Jesus für mich getan hatte. Ich war von der Gefangenschaft der Sünde freigesetzt worden und hatte nichts als Lobpreis für meinen Befreier. Ich hatte meine Wohnung unter den Toten aufgeschlagen, aber Jesus hatte mir Leben gegeben. Ich hatte in Qualen und Ängsten gelebt, aber Jesus hatte all meine Schmerzen weggenommen. Wie hätte ich über das, was Er an mir getan hatte, stille sein können?Auf dem Arbeitsplatz erzählte ich allen, mit denen ich getrunken und Poker gespielt hatte: „Ich bin errettet. Jesus ist mein Herr und Erlöser.”Die Gesichter jener Christen, die mir während all der Jahre von Jesus Zeugnis gegeben hatten, leuchteten auf, als ich ihnen von meiner Errettung erzählte. Sie freuten sich und sagten „Wenn Gott Bruce Kinsey erretten kann, dann kann Er jeden erretten!”Ihre Freude jedoch war von kurzer Dauer. Sobald ich ihnen von meiner Taufe im Heiligen Geist und der neuen Sprache erzählte, verdüsterten sich ihreGesichter und ihr Lobpreis verstummte. Bald wurde es mir klar.daß sie nicht an eine Sprache des Geistes glaubten. Einer von ihnen kam zu mir und sagte: „Bruce, das Zungenreden war nur für das erste Jahrhun-24dert gedacht. Es betrifft uns heute nicht mehr.” Er fuhr fort, dieses Erlebnis schlecht zu machen, bis mir der Herr eine Antwort gab, die meinen irregeführten Freund zum Schweigen brachte.„Du schreibst diese Erfahrung dem Teufel zu. Ich war jahrelang unter der Herrschaft Satans und habe nicht ein einziges Mal in Zungen gespro­chen. Ich habe erst damit angefangen, nachdem ich Jesus begegnet bin. Du sagst, diese Erfahrung sei nur für das erste Jahrhundert bestimmt gewesen und sie sei nicht mehr für heute gültig. Aber ich habe die Geistestaufe erlebt und lebe im zwanzigsten Jahrhundert. Jawohl, ich habe sie bekommen. Was soll ich damit tun, es zurückgeben?”Es dauerte nicht lang, bis mein unentwegtes Zeugnis Früchte trug. Ein junger Mann machte einmal bei der Arbeit seinem Ärger Luft. Ich ging zu ihm hinüber und erzählte ihm, wie der Herr mich errettet und von dämoni­schen Geistern befreit hatte. Nachdem ich mein kurzes Zeugnis beendet hatte, ging ich zu meinem Platz zurück. Als nächstes bemerkte ich, daß dieser junge Mann neben mir stand. Er stellte mir einige Fragen und ging dann wieder weg. Einige Tage später kam er zu mir und sagte: „Bruce, ich möchte dir für das danken, was du mir gesagt hast. Gestern abend habe ich Jesus gebeten, mich zu erretten, und jetzt ist Er mein Herr und Erlöser.”Ich war so glücklich und konnte nichts anderes sagen als: „Preis dem Herrn!”Ich war etwa drei Monate bekehrt, als der Herr mir eine Vision gab. Ich sah, wie ich meine Hände auf zwei Arbeitskollegen legte. Der eine bekehrte sich in dieser Vision und beide empfingen den Heiligen Geist. Ich wußte nicht, wie Gott die Vision verwirklichen würde, aber ich wußte, daß Er es täte.Einige Wochen später wurde ich in der Faith Asoembly gebeten (die Gemeinde, die in der Scheune zusammenkam), mein Zeugnis zu geben. Gerade bevor ich nach vorne gerufen wurde, kam eine Salbung über mich. Ich fühlte sie in meinen Händen, die wie geladen waren. Es war, als steckte ich meine Finger in eine Steckdose. Wellen von elektrischer Kraft schienen durch meine Arme und Hände zu strömen. Kathy berührte meinen Arm, fuhr zurück und sagte: „Bruce, du bist unter einer Salbung!”Als ich mich erhob und nach vorne begab, erinnerte ich mich an die Vision. Beide Männer, die ich darin gesehen hatte, waren an jenem Abend „zufälligerweise” zum ersten Mal anwesend. Ich wußte, daß jetzt nicht die Zeit für mein Zeugnis war. Ich zerriß meine Notizen vor den Leuten und erzählte ihnen meine Vision, ohne ihnen Namen zu nennen. Dann sagte25  ich: „Es ist jemand hier, den der Herr Jesus heute abend erretten möchte. Warum kommst du nicht nach vorne? Warum kommst du nicht und nimmst Jesus als deinen Herrn auf und empfängst die Taufe im Heiligen Geist?”Schweigen erfüllte den Raum, aber dann stand nach einigem Zögern einer der jungen Männer auf, die ich in der Vision gesehen hatte und kam nach vorne. Es wurde unruhig. Als er die Kanzel erreicht hatte, erfüllte Lobpreis den Raum. Ich betete das Gebet der Buße mit ihm und legte dann meine Hände auf ihn, damit er die Taufe im Heiligen Geist empfinge. Nachdem er empfangen hatte, war er so erfüllt vom Geist, daß er so schlapp wurde wie ein verwelktes Salatblatt. Vierzig Minuten vergingen, bevor er fähig war, sich zurück auf seinen Sitz in der Versammlung zu begeben.Mein Glaube war ermutigt worden durch die Erfüllung des ersten Teiles meiner Vision. Ich fuhr fort: „Ich sah noch jemand anders in der Vision, komm und empfange die Taufe im Heiligen Geist.” Die zweite Person, die ich in der Vision gesehen hatte, kam nach vorn. Ich hatte nur acht auf ihn, doch als ich mich umdrehte, stand eine ganze Gruppe von Leuten auf der anderen Seite der Kanzel.Einer sagte: „Ich möchte auch die Taufe im Heiligen Geist.”Zwei andere sagten: „Wir wissen nicht, ob wir in deiner Vision waren, aber wir möchten auch die Taufe im Heiligen Geist.”Ein junges Mädchen sagte: „Ich brauche Jesus.”Ich legte meine Hände auf sie, und sie empfingen die Taufe. Das junge Mädchen wurde errettet und dann mit Heiligem Geist erfüllt. Lobpreis über Lobpreis erfüllte den Raum. Die ganze Gemeinde betete Gott an und dankte Ihm für das, was Er an diesem Abend getan hatte.Nach jenem Abend kehrte ich mit noch größerem evangelistischem Eifer zur Arbeit zurück. Bald bekehrten sich mehr, und andere Arbeitskollegen wurden dadurch erfaßt und aufgerüttelt. Meine neuen christlichen Freunde und ich wurden religiöse Fanatiker genannt, und somit erfüllte sich die Warnung Satans. Aber wir machten uns darüber keine Gedan­ken, denn wir waren aus der Finsternis in das Licht von Jesus Christus hinausgetreten.Der Herr, mein ArztBeim Gespräch mit anderen Christen fand ich bald heraus, daß sie hauptsächlich von dem sprachen, was Jesus „getan hatte”. Sie schienen 26immer von den Wundern zu sprechen, die Jesus während Seines Lebens auf der Erde vollbrachte, während ich von dem sprach, was Jesus „jetzt” tut. Ich bemerkte einen Unterschied, denn sie lasen die Apostelgeschich­te nicht so wie ich. Sie lasen sie als Geschichtsbuch und bestaunten Gottes Wirken im ersten Jahrhundert. Ich las sie als ein Vorbild dessen, was in der Kirche heute geschehen sollte und wunderte mich, daß dies in den meisten Kirchen nicht der Fall war.Ich las in meiner Bibel, daß Jesus derselbe ist, gestern, heute und in Ewig­keit. Ich las, daß der Herr sich niemals ändert und daß die, die zu Ihm kommen, glauben müssen, daß Er ein Vergelter „ist”.Ich sah im Alten Testament, daß Gott Sein Volk informierte, daß Er ihr Arzt sei. (2. Mose 15, 26) Ich bemerkte im Neuen Testament, wie Jesus einen großen Teil Seines Dienstes damit zubrachte, die Kranken zu heilen und all die freizusetzen, die körperlich von Satan bedrückt waren. (Apg. 10, 3 8) Von den Predigten meines Schwiegervaters lernte ich, daß die Verheißung der Heilung für die Gemeinde in vielen Stellen gegeben ist. Er lehrte , daß Jak. 5, 13-15 und 1. Petr. 2, 24 auch heute immer noch gültig sind. Als ich sah, daß das Wort Gottes Seinen Willen für meine Gesundheit klar ausdrückt, z. B. in 3. Joh. 2, glaubte ich dem Herrn für die Heilung einer Geschwulst, die etwa ein Jahr vor meiner Bekehrung an meinem Bein erschienen war. Es war ein häßliches Ding, und es hatte mich in große Angst versetzt, als mir der Gedanke kam, es könne Krebs sein. Vor meiner Errettung sah ich mich im Geist von den Ärzten zerschnitten und in einen Abfalleimer geworfen. Dieser Gedanke hielt mich davon ab, ihre Hilfe zu suchen.Nachdem ich Heilung für diese Geschwulst beansprucht hatte, wurde sie nicht kleiner, sondern schien sogar noch größer zu werden. Ich lernte aber bald, daß jeder, der seine Augen auf die Umstände richtet, der Verheißungen Gottes beraubt wird. Die zehn Kundschafter Israels ererb­ten deshalb das verheißene Land nicht, weil sie die Riesen ansahen. Sie ließen sich von ihnen beeindrucken und konzentrierten sich nicht auf die Verheißungen. Zweifel erfüllte ihre Herzen, und Gott konnte sie nicht segnen. Ich weigerte mich, auf die Geschwulst zu schauen. Es kam so weit, daß ich einen Waschlappen um das Bein wickelte, wenn ich ein Bad nahm. Eines Tages bemerkte ich plötzlich, daß die Geschwulst ver­schwunden war! Dies war etwa sechs Monate, nachdem ich glaubte, daß Jesus mich am Kreuz auf Golgatha geheilt hatte. Preis dem Herrn!Die Welt sucht nach einem Heilmittel für Krebs, sogar einige charismati­sche Christen unterstützen solche Forschungszentren, die nach Heilungsmöglichkeiten für diese gräßliche Krankheit suchen. Sie versu-27 chen, die Ursache des Krebses herauszufinden, denn sie wissen, sobald sie die Ursache entdecken, werden sie dann auch eine Behandlungs­möglichkeit finden. Preis sei Jesus, ich fand die Ursache: DER TEUFEL** (Apg. 10, 38). Weil ich die Ursache entdeckte, fand ich auch das Heilmit- ^ <ttel: „Das Gebet des Glaubens ,WIRD’ den Kranken heilen, und der Herr ,WIRD’ ihn aufrichten.” (Jak. 5, 15)Bald nach der Heilung meines Beines erlebte ich wieder eine körperliche Anfechtung, in welcher ich es erleben durfte, daß Jesus nicht nur der Heiler war, sondern es heute noch ist. Jakobus 1 lehrt uns, daß die Prü­fung unseres Glaubens Ausharren wirkt und Ausharren zur Reife führt. Der Herr lehrte mich erneut, meinen Blick andauernd auf Ihn zu richten.Eines Abends machte ich mich bereit, zu einer Versammlung zu gehen. Ich hatte mein Haar gewaschen und trocknete es mit einem Tuch. Ich hatte das Tuch über meinem Kopf und eilte in mein Schlafzimmer, wo ich meine Zehe gegen den Kleiderschrank stieß. Ich habe eine mehr als durchschnittlich große Zehe - ich trage Schuhgröße 45, weil meine große Zehe so viel Platz einnimmt!!Die Zehe begann sofort anzuschwellen, und die Schmerzen waren groß. Ich versuchte, meine Zehe zu bewegen und konnte es nicht. Bald war sie ganz geschwollen und verfärbte sich. Ich erkannte, daß sie gebrochen war. Satan flüsterte: „Aha, der Mann des Glaubens und der großen Kraft!”Ich sagte: „Die Zehe ist geheilt im Namen Jesu. Teufel, ich werde heute abend in die Versammlung gehen.”Ich zog meine Socken an. „Teufel”, sagte ich, „sie ist geheilt. Sie ist geheilt. Ich glaube es. Ich weiß es, es wurde auf Golgatha vollbracht. Egal, was du sagst, sie ist geheilt, egal, wie sie aussieht und egal, wie sie sich anfühlt, sie ist geheilt!” Ich ging zum Wandschrank und sagte: „Teufel, ich werde es beweisen.” Ich hatte meine Schuhe schon vorher bereitgestellt, die ich an diesem Abend tragen wollte, und es waren „zufälligerweise” die engsten. Ich zog sie an. Die Schmerzen waren fast nicht auszuhalten.Kathy erzählte ich nichts von meiner Zehe. „Ich werde allein im Glauben durchhalten. Halleluja. Mk. 11, 24 ist Wahrheit. 1. Petr. 2,24 ist wahr. Durch Seine Wunden WURDE ich geheilt.”An jenem Abend ging ich zur Kirche. Es tat weh. O, wie es schmerzte! Die ganzeZeit während der Versammlung versuchte Satan, mich von der Botschaft abzulenken. Meine Zehe schrie: „Vergiß mich nicht!” Sobald ich heimkam, zog ich die Schuhe aus, kletterte ins Bett und betete in Zungen. Ich lag auf dem Rücken, hatte die Hände unter meinem Kopf und betete in Zungen. Der Puls hämmerte in meiner dick angeschwollenen Zehe. Nun28lbetrat Kathy das Schlafzimmer in einer ihrer verspielten Launen. Unser deutscher Schäferhund lag neben dem Bett, und Kathy ergriff seine große schwarze Schnauze und sagte: „Gute Nacht, kleine Nase.” Dann packte sie meine Nase und sagte: „Gute Nacht, große Nase.”Aber ich war einfach nicht für solche Spielchen aufgelegt. Ich schenkte ihr einfach keine Beachtung mehr und hörte deshalb nicht genau, was sie sagte, nur so etwas wie: „Gute Nacht, kleiner Fuß”, aber ich erfaßte die Bedeutung des Gesagten nicht mehr.Sie ergriff meine Zehe, bog sie hin und her und sagte: „Gute Nacht, großer Fuß.”Ich sprang aus dem Bett und schrie: „Laß meine gebrochene Zehe los.” „Gebrochene Zehe”, fragte sie mit weit geöffneten Augen.Ich sagte: „Ich nehme es zurück. Sie ist geheilt! Sie ist geheilt! Sie ist geheilt!”Sie fragte: „Was ist denn passiert?”Ich sagte: „Ich möchte nicht darüber sprechen. Sie ist geheilt im Namen Jesu.”Kathy wurde ganz still. Man kann sich vorstellen, wie sie sich fühlte.Meine Zehe schmerzte die ganze Nacht lang, aber sie war geheilt. „Sie wurde geheilt am Kreuz auf Golgatha. Herr, bitte vergib mir meine Zweifel. Sie war geheilt am Kreuz auf Golgatha.”Ich streckte meinen Fuß etwas unter der Decke hervor, um die Zehe zu kühlen. Ich zog ihn Wiederzurück und schlief fast ein. Dann drehte sich Kathy auf die andere Seite und zerrte dabei die Decke über meine Zehe, was erneut Schmerzen verursachte. Kurz bevor es Zeit war aufzustehen, schlief ich ein. Dann klingelte schon der Wecker.Als ich aufwachte, hatte ich nun zwei Möglichkeiten: Ich konnte mit dem gesunden Fuß aufstehen oder mit dem geheilten. Ich kletterte aus dem Bett und setzte mein ganzes Gewicht auf den geheilten Fuß. O, wie das schmerzte! Ich sagte: „Teufel, ich bin geheilt im Namen Jesu. Das Blut Jesu.” Ich setzte mein ganzes Gewicht auf diese Zehe. Ich tat einen Schritt mit meinem normalen Fuß und dann einen mit meinem geheilten Fuß. In dem Moment manifestierte der Herr meine völlige Heilung. Er nahm alle Schmerzen weg. Er heilte den Knochen. Die Schwellung verschwand und auch die Verfärbung. Preis dem Herrn!„So auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot in sich selber.” (Jak. 2, 17)29 Der Ruf in den DienstNach meiner Bekehrung wurde ich von Gott in ein intensives Studium Seines Wortes geführt, da Er mich in den Dienst gerufen hatte. Ich machte mich eifrig daran und verbrachte jede freie Minute im Studium. Nach einigen Monaten war ich begierig, das Wort zu verkündigen. Als die Zeit jedoch verstrich und sich keine Gelegenheit zum Dienst zeigte, war ich enttäuscht. Ich war mir damals noch nicht bewußt, daß Paulus nach seiner Bekehrung vierzehn Jahre in der Wüste mit Vorbereitung verbrach­te und auch die Apostel eine dreijährige Ausbildungszeit hinter sich hatten. Mein größtes Verlangen war es, Gottes Wort zu verkündigen. Auf dem Weg zu einem charismatischen Seminar erreichte meine Enttäu­schung ihren Höhepunkt. Während wir zu dem Treffen fuhren, dachte ich: „Ich werde alles auf eine Karte setzen. Wenn Gott mich zu einem Diener Seines Wortes machen will, dann wird Er es diese Woche noch bestätigen.”Ein Redner, von dem man wußte, daß er die Gabe der Erkenntnis hatte, hielt die erste Versammlung des Seminars. Als er die Plattform betrat, schweiften seine Blicke über die Versammlung und sobald er mich sah, sagte er: „Junger Mann, dort im blauen Anzug, komm nach vorne. Ich möchte für dich beten. Bist du verheiratet, Bruder?”„Ja”, sagte ich.„Dann bring deine Frau mit.”Als meine Frau und ich uns nach vorne begaben, gingen mir alle mögli­chen komischen Gedanken durch den Kopf. Meine Befürchtungen wurden jedoch rasch beseitigt, als er über meiner Frau prophezeite. Er schien zu wissen, für was sie glaubte. Er sagte ihr, daß sich gerade jetzt die Heilung an ihrem Unterleib manifestiere. Meine Frau war überwältigt. Sie hatte für genau diese Heilung jahrelang geglaubt. Nach dem Beweis der Gültigkeit seiner Gabe verflüchtigen sich all meine Befürchtungen. Dann drehte er sich zu mir und sagte: „Du hast sozusagen alles auf eine Karte gesetzt.”Das war genau der Gedanke, der mir auf dem Weg zum Seminar durch den Kopf gegangen war!Er fuhr fort: „Ich habe dir die Tür geöffnet. Mein Wort soll verkündigt wer­den … Sei mutig im Herrn und sei gewiß, daß Ich dich in den Dienst setzen will, zu dem Ich dich berufen habe. Sei ruhig und getrost im Herrn, denn Ich will es vollbringen.”Der Herr hatte den Dienst, in den Er mich gestellt hatte, durch einen Mann bestätigt, den ich nie zuvor gesehen hatte. Ich nahm mir Sein Wort zu Herzen und studierte nach dem Seminar noch intensiver.30Getreu Seiner Verheißung öffnete der Herr nach und nach die Türen zum Dienst. Kaum ein Jahr nach meiner Bekehrung wurde ich gebeten, in einem kleinen Hauskreis zu predigen. Als ich an jenem Abend predigte, wußte ich, daß ich nie mehr mit irgend etwas anderem zufrieden sein würde.Kurze Zeit nach dieser Hausversammlung setzte mich der Herr als Lehrer in eine Freitagabendversammlung in unserer Gemeinde. Diese Versamm­lung war für die Jugend gedacht, oder so stellte ich es mirwenigstensvor. Ich entdeckte bald, daß der Herr sie gebrauchte, um zu prüfen, ob ich Seinem Ruf gehorsam sei. Ich verbrachte zwanzig bis dreißig Stunden, um eine Botschaft vorzubereiten, zwanzig bis dreißig Stunden neben meiner gewöhnlichen Arbeit. Ich hielt dann jeweils diese so gut vorberei­tete Botschaft den wenigen, die kamen. Es gab Zeiten, wo außer meiner Frau nur noch eine Person anwesend war. Das war, gelinde ausgedrückt, ein Test meiner Treue dem Ruf Gottes gegenüber.Nachdem die Zahl der Anwesenden auf vielleicht dreißig angewachsen war, hieß mich der Herr meinen Beruf aufgeben, damit ich mich vollzeitlich dem Dienst widmen könne. Der Herr sprach zu mir, als ich meiner Frau und einem Freund erzählte, daß ich wüßte, daß Gott mich in den vollzeitlichen Dienst rufen würde. Gerade währenddem ich das sagte, unterbrach mich der Herr und sprach folgendes: „Bruce, Ich habe dich in den Dienst gerufen und möchte, daß du morgen deinen Beruf aufgibst!”Eben hatte ich noch erklärt, daß Gott mich „irgendwann” im vollzeitlichen Dienst haben wolle. Nun sagte Er: „Morgen.”Am nächsten Morgen dachte ich beim Anziehen an das, was Gott gesagt hatte. Insgeheim hoffte ich, daß Er sich nicht mehr an das erinnere. Als ich meine Karte in die Stempeluhr steckte, wurde mir klar, daß Gott ein gutes Gedächtnis hatte. Ich hörte die stille, sanfte Stimme des Geistes: „Wirst du Mir nun gehorchen oder nicht?”Ich sagte: „Ja, ich denke schon.”Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, als ich ins Büro ging und meine vier­zehntägige Kündigung einreichte. Satan saß mir währenddessen auf der Schulter und sagte mit lauter Stimme: „Bruce, du bist verrückt. Du gibst eine gute Arbeitsstelle auf. Deine Versammlung besteht nur aus einigen jungen Leuten. Du erhältst nicht einmal ein richtiges Opfer. Du wirst alles verlieren, dein Haus, deinen Wagen. Sogar deine Frau wird sich von dir scheiden lassen, wenn sie entdeckt, daß du überhaupt keinen Glauben hast.”31Ich mußte alles daransetzen, um die Logik Satans zu überwinden. Während der nächsten zwei Wochen wurde er noch aufdringlicher.Doch eines Tages war es soweit. Zum letzten Mal betrat ich das Geschäft, in dem ich mir mehrere Jahre lang meinen Lebensunterhalt verdient hatte. Ich erhielt eine Gratifikation und den letzten Wochenlohn, was einen Betrag von etwas über zweitausendfünfhundert Mark ergab.Als ich nach Hause kam, machte ich eine Aufstellung meiner Finanzen mit der Absicht, so lange wie möglich damit auszukommen. Ich teilte das Geld auf: so viel für die Abzahlung des Hauses, so viel für die Raten des Autos, so viel für Nahrung und so viel für Strom und Gas. Da unterbrach mich auf einmal die stille, sanfte Stimme des Geistes: „Nimm alles Geld, was du hast und zahle so viele Raten für dein Auto ab wie nur möglich.” „Oh!” Ich war wie betäubt! Aus war es mit meiner guten Einteilung!Ich verließ das Studierzimmer und gab meiner Frau das Scheckbuch: „Nimm alles Geld und bezahle soviele Raten vom Wagen ab wie möglich. Was übrig bleibt, brauchen wir zum Leben.”Als meine Frau von der Bank zurückkam, hatten wir nur noch ein-hundertfünfundsiebzig Mark auf unserem Konto. Der Teufel begann wie­der mit seinen alten Schlußfolgerungen: „Das bedeutet einhundertfünf-undsiebzig Mark bis zur absoluten Armut.”Indem der Herr mich anwies, alles Geld für die Abzahlung meines Wagens zu gebrauchen, lehrte Er mich, Ihm sofort zu vertrauen, anstatt es noch drei Monate zu verschieben.Ich erkannte, daß ich Satan die Initiative wegnehmen mußte und sagte: „Satan, es stehen nicht hundertfünfundsiebzig Mark zwischen mir und der Armut. Der Gott, der das Universum erschaffen hat, steht dazwischen. Er hat in Seinem Wort versprochen, all meine Bedürfnisse nach Seinem Reichtum und Seiner Herrlichkeit zu befriedigen.” Ich fuhr fort: „Herr, ich will glauben, daß ich, wenn die nächste Rate fällig ist, den Wagen ganz abbezahlen kann - über zweitausendfünfhundert Mark.”Mein Verstand wehrte sich gegen diese Worte, aber der innere Mensch freute sich an der Gelegenheit, wiederum die Treue des Herrn zu erfahren.Der Teufel erzählte mir, daß ich alles verlieren müßte, was ich noch besaß. Ich antwortete ihm, daß ich sowieso nichts besitze und ich alles Gott übergeben habe. Ich wußte, daß Gott es nicht dem Teufel geben würde. Ich ließ keinen Spalt offen, an Gottes Verheißungen zu zweifeln. „Herr, ich werde mir nie Sorgen machen, werde nie zweifeln und was die Finanzen32betrifft, werde ich mir nie Gedanken machen. Ich trete in die Sphäre des Glaubens ein und empfange im Glauben Phil. 4, 19, im Namen Jesu.”Wenn ich zurückblicke, habe ich keine Erklärung dafür, wie Gott uns während dieser ersten sechs Wochen meines Dienstes versorgt hat, aber Er versorgte uns. Ich erinnere mich an zahllose Beispiele von Gottes über­natürlicher Versorgung. Sogar das Auto war abbezahlt, ehe die nächste Rate fällig war. Er ist treu!Ich bat meinen Schwiegervater mit mir gemäß Mt. 18,19 eins zu werden, daß der Herr mich als Lehrer in einigen Gruppen einsetzen würde. Kaum eine Woche später wurde ich von einer kleinen Gruppe von Studenten der Purdue Universität gebeten, sie regelmäßig zu lehren. Am Anfang waren es nur zehn bis zwanzig Studenten, aber nun, drei Jahre später, sind es über zweihundert in der Versammlung. Sie sind alle Feuer und Flamme für Jesus.Indem ich dem Ruf des Herrn gegenüber treu war, sah ich, wie die Ver­sammlung am Freitagabend anwuchs. Jetzt sind es etwa vierhundert Menschen, die regelmäßig daran teilnehmen. Der Herr hat im ganzen Land und sogar in Europa Türen geöffnet. Wenn Gott jemand in Seinen Dienst beruft, sorgt Er selber für all seine Bedürfnisse. Er will nur unser ganzes Vertrauen.Es hat sich viel ereignet, seitdem ich meinen Schwiegervater und seine Frau kennenlernte. Ich bin mir bewußt, daß Gottes Segen, der auf mir ruht, ein direktes Ergebnis ihres Glaubensgebetes für meine Errettung ist. Was unmöglich erschien, ist jetzt Wirklichkeit, weil Dr. Freeman und seine Frau June, Kathy und ihre Schwestern das Unmögliche mit den Augen des Glaubens sahen. Dadurch wurde das Unmögliche möglich. Ehre sei dem Namen Jesu! Ich bin ein Kind des Königs! Was Er für mich tat, will Er für deine Angehörigen tun, WENN du nur Seinem Wort glaubst! 33 ZWEITER TEIL: Was die Bibel sagt Erstes Kapitel: Die Verheißungen„Und das ist die Zuversicht, die wir haben zu ihm, daß wenn wir etwas bit­ten nach seinem Willen, so hört er uns. Und wenn wir wissen, daß er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, daß wir erlangen, was wir von ihm gebeten haben.” (1. Joh. 5, 14-15)Die Bibel zeigt uns, daß Gott uns erhört, wenn wir Ihn um irgend etwas nach Seinem Willen bitten und Er unser Gebet beantwortet hat. Das Geheim­nis großer Gebetskraft liegt darin, Gottes Willen zu kennen, ehe wir Ihn um etwas bitten. Wenn du Seinen Willen kennst, kannst du mit völligem Vertrauen bitten, weil du weißt, daß es Gottes Wille ist dir das zu geben um was du bittest. 1. Joh. 5, 14-15 zeigt uns, daß wir wissen kön­nen, daß wir die Antwort erhalten haben, bevor wir sie sehen, einfach weil wir gemäß des Willens Gottes darum gebeten haben.Fast alle Christen haben keinen Glauben für die Errettung ihrer Angehöri­gen, weil sie den Willen Gottes diesbezüglich nicht kennen. Wenn wir jedoch wissen, daß Gottes Wille im Wort darüber klar ausgedrückt ist, sei es als direkte Verheißung oder prinzipiell, können wir im Glauben für das beten, was Gott als Seinen Willen erklärt hat.Eine weitere Schriftstelle, die wir kennen sollten, ist 2. Kor. 1, 20:„Denn alle Gottesverheißungen sind Ja in ihm und sind Amen in ihm, Gott zu Lobe durch uns.”Gott kann nicht zu irgendeiner Seiner Verheißungen nein sagen, weil Er schon ja dazu gesagt hat. Allgemein wird gelehrt, daß Gott Gebete mity’a, nein oder vielleicht beantwortet. Aber diese Schriftstelle zeigt, daß Gott nie nein oder vielleicht zu Seinen Verheißungen sagt, sondern immer Ja und Amen.Die meisten Christen haben nur eine Verheißung aus Gottes Wort in Anspruch genommen, nämlich Joh. 3, 16. Als sie diese Verheißung im Glauben annahmen, beantwortete Gott sie mit Ja. Deshalb wurden sie er­rettet. Einige Christen haben auch die Verheißung aus Apostelgeschichte 2 beansprucht und sind deshalb im Heiligen Geist getauft worden. Dies sind nur zwei von Tausenden von Verheißungen, die Gott uns in Seinem Wort gegeben hat! Gott hat uns Verheißungen gegeben, um jedem Mangel abzuhelfen, aber jede Verheißung bleibt nur eine Verheißung,34wenn wir Ihm nicht vertrauen, daß Er das ausführt, von dem Er sagt, daß Er es tun will.„Gott ist nicht ein Mensch, daß er lüge, noch ein Menschenkind, daß ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?” (4. Mose 23, 19)Christen brauchen nicht ein Gebet des Zweifels zu beten, welches mit den Worten „Wenn es dein Wille ist” beginnt, wo Gottes Wille doch in so vielen verschiedenen Verheißungen offenbart ist. Die Verheißungen der Schrift wurden nicht nur den Heiligen des Alten Testamentes oder den Christen des ersten Jahrhunderts gegeben, sondern allen Gläubigen, in welcher Zeit sie auch leben mögen.„. . . durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat . . .” (2. Petr. 1, 4 Elb.)Irrtümlicherweise begrenzen viele die Gültigkeit fast aller Verheißungen auf die Zeit der Bibel, und somit bleiben für den Christen in unseren Tagen wenig Verheißungen übrig.Was es heißt, die Verheißungen zeitlich zu begrenzen, wird durch die Geschichte eines Christen veranschaulicht, der in einem Krankenhaus war und von seinem Seelsorger besucht wurde. Der Pfarrer sah die Bibel des Kranken auf dem Nachttisch liegen und nahm sie, um daraus etwas zu lesen. Als er sie öffnete, sah er, daß sie ganz zerschnitten war. Verse waren herausgetrennt und ganze Seiten fehlten. Der Rarrer war erstaunt und fragte ihn, warum seine Bibel in einem solch traurigen Zustand sei. Der Christ antwortete: „Nun, ich habe jeden Vers herausgeschnitten, von dem Sie sagten, daß er nicht mehr für heute gültig sei.” Das ist ein trauriges aber wahres Beispiel vom Zustand des Glaubens, den der Durchschnittschrist in das Wort Gottes hat.Aber Preis dem Herrn, immer mehr Christen entdecken, daß die Verheißungen Gottes auch heute noch und für alle Gläubigen gelten. Sie erkennen, daß die Bibel mehr als ein Geschichtsbuch ist. Sie ist eine Quelle des Segens, die allen Gläubigen zugänglich ist. Der Weg des Chri­sten ist gepflastert mit göttlichen Verheißungen. Jedes Bedürfnis und y’ecter Wunsch ihres Herzens, sei er nun geistlicher oder irdischer Art, ist eingeschlossen.35  Verheißungen, die ebenso gültig sind wie Joh. 3, 16Errettung:„Und soll geschehen, wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden.” Apg. 2, 21Desgleichen Joh. 3, 16Taufe im Heiligen Geist:„Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung und aller, die ferne sind, soviele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.” Apg. 2, 38-39Desgleichen Luk. 11,13Bewahrung:„Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.” Psalm 91, 10Trost:„. . . dein Stecken und Stab trösten mich.” Psalm 23, 4Heilung:„Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, daß sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er hat Sünden getan, wird ihm vergeben werden.” Jak. 5, 14-15Desgleichen 3. Joh. 2; 1. Petr. 2, 24; 2. Mose 23, 25; 2. Mose 15, 26; Jes. 53Wohlstand:„Mein Gott aber wird ausfüllen all euren Mangel nach seinem Reichtum in der Herrlichkeit in Christus Jesus.” Phil. 4, 19Desgleichen Mt. 6, 33; 3. Joh. 2; Psalm 112, 1-3Erhörtes Gebet:„Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern36glaubte, daß es geschehen würde, was er sagt, so wird’s ihm geschehen. Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, daß ihr’s empfangen habt (Grundtext), so wird’s euch werden.” Mk. 11, 22-24Desgleichen 1. Joh. 3, 21-22; Joh. 15, 7; Mt. 21, 22; 1. Joh. 5, 14-15; Joh. 16, 23-24; Mt. 18, 19Weisheit:„Wenn aber jemandem unter euch Weisheit mangelt, der bitte Gott, der da gern gibt jedermann und allen mit Güte begegnet, so wird ihm gegeben werden.” Jak. 1, 5Wünsche des Herzens:„Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.” Psalm 37, 4Desgleichen Mk. 11, 24; Mt. 21, 22Zweifellos empfängt die Gemeinde Jesu heute viel weniger, als Gott ihr geben will.Die Errettung von AngehörigenEine besondere Verheißung in der Bibel, die die Kirche heute noch als gültig ansieht, wurde einem Kerkermeister gegeben und lautet: „Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden.” (Apg. 16, 31) Alle Christen erkennen die Gültigkeit dieser Verheißung an. Aber wie viele Prediger und Lehrer verkündigen die ganze Verheißung: „Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du und dein Haus gerettet werden.”?Nur wenigen ist gelehrt worden, daß der zweite Teil dieser Verheißung Gültigkeit hat. Wenn der erste Teil der Verheißung in Anspruch genom­men werden kann, dann kann es doch der zweite auch. Einige mögen sagen, diese Verheißung sei nur dem Kerkermeister gegeben worden, was aber hieße, Gott hätte den einen mehr geliebt als den anderen. Da aber Gott die Person nicht ansieht, gilt die Verheißung für jedermann. Darüber hinaus haben viele Christen in unserer Zeit diese Verheißung mit dem gleichen erfreulichen Ergebnis in Anspruch genommen, wobei sie er­lebt haben, daß ihre ganze Familie errettet wurde, was die Gültigkeit ihrer Anwendung auf die heutigen Tage doch beweist. Die Argumente jener, die die Gültigkeit dieser Verheißung in der Gegenwart bestreiten, können nicht bestehen, wenn Gott den Glauben derer belohnt, die diese Verheißung in Anspruch genommen haben. Gott hat im besonderen ver-37 sprachen, daß Er uns und unsere Angehörigen erretten will, wenn wir das im Glauben annehmen.2. Kor. 1, 20 bestätigt, daß all Seine Verheißungen mit einem Ja beantwor­tet sind. Er ist gewillt, unsere Angehörigen zu erretten, wenn wir Ihm vertrauen.Prinzipiell verheißt Gott uns die Errettung unserer Angehörigen in mehreren Schriftstellen:„Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet (Errettung der Familie), glaubet nur, daß ihr’s empfangen habt (Grundtext), so wird’s euch werden.” Mk. 11, 24„Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt (Errettung der Angehörigen), und es wird euch widerfahren.” Joh. 15, 7„Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir Zuversicht zu Gott, und was wir bitten (Errettung der Angehörigen), werden wir von ihm nehmen; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm gefällig ist.” 1. Joh. 3, 21-22Weitere Verheißungen: Psalm 37, 4; Joh. 14, 13-14; Joh. 16, 23-24; Mt. 7, 7-1138Zweites Kapitel: Die Verheißungen empfangenWir empfangen im Glauben„Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer da zweifelt, der ist gleich wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird. Solcher Mensch denke nicht, daß er etwas vom Herrn empfangen werde.” (Jak. 1, 6-7)Diese Stelle legt den Grundsatz dar, durch den wir die Verheißungen Gottes empfangen. Wir müssen das, was Gott verheißen hat, im Glauben erbitten, ohne zu zweifeln.Gemäß Hebräer 11, 33 empfingen die Heiligen des Alten Testamentes die Verheißungen Gottes durch Glauben. Glaube ist der Kanal, durch den der Segen Gottes auf den Menschen hinunterfließen kann. Glaube kann mit einem Gartenschlauch verglichen werden, durch den Wasser in einen trockenen Garten fließt. Ein voller Wasserspeichergerade daneben nützt nichts, wenn kein offener Kanal das Wasser mit dem ausgetrockneten Boden verbindet. Glaube ist der Kanal, durchweichen Gott uns segnet. Solange der Kanal des Glaubens offen ist, wird Gottes Segen in unser Leben strömen. Aber genauso, wie ein Knick im Schlauch den Fluß des Wassers unterbricht, so hindert Zweifel den Fluß des Segens, weil der „Kanal” verstopft ist. Deshalb müssen wir im Glauben bitten, ohne zu zwei­feln, und wir werden die Errettung unserer Angehörigen erleben.Glaube beansprucht die AntwortGlaube fleht und bettelt nicht um das, was Gott in Seinem Wort verspro­chen hat, sondern ergreift die Verheißung. Eine Verheißung ist etwas, was wir beanspruchen und nicht etwas, was wir erbetteln sollen. Wenn ich jemandem versprechen würde, für all seine Bedürfnisse aufzukommen, wäre ich beleidigt, wenn er mich immer wieder darum anflehen würde. Es würde bedeuten, daß er meine Vertrauenswürdigkeit oder meinen guten Willen anzweifelte. So ist es mit Gott. Es mißfällt Ihm, wenn die Gläubigen Seine Willigkeit oder Fähigkeit in Frage stellen, das zu geben, was Er versprochen hat. Die Verheißungen sind vorhandene Schätze, die dem Gläubigen ohne Einschränkung zur Verfügung stehen. Gott erwartet von Seinen Kindern, daß sie dieser Reichtümer teilhaftig werden, und es gefällt Ihm nicht, wenn sie das nicht tun.Die Verheißungen Gottes sind wie Geld auf einer Bank und sind gewisser-39  maßen auf unser Konto überwiesen und durch das Blut Jesu gültig gemacht worden.Wer Geld auf der Bank hat, braucht nicht zum Bankbeamten zu gehen und auf seinen Knien um das zu bitten, was ihm gehört. Alles, was er tun muß, ist einen Scheck ausstellen und glauben, daß die Bank willig und fähig ist, ihn mit dem Betrag auszustatten, den er anfordert. Warum ver­trauen so viele Christen mehr der Zusage einer Bank als dem Wort des Heiligen Gottes des ganzen Universums?Seine Verheißungen sind Schätze, die uns nach Verlangen zur Verfügung stehenIn Matthäus 7, 7-11 befiehlt uns Jesus: „Bittet, so wird euch gegeben …, denn wer da bittet, empfängt.” Wenn wir im Glauben bitten, brauchen wir nur die Verheißung in Anspruch zu nehmen, die sich auf unser Problem bezieht. Wenn beispielsweise eine Frau möchte, daß Gott ihren Mann errettet, kann sie ein einfaches Gebet sprechen wie: „Vater, ich glaube, daß mir in Apg. 16, 31 die Errettung meines Mannes verheißen ist. Ich beanspruche seine Errettung im Namen Jesu und glaube, daß es jetzt geschehen ist.”Viele Christen schenken den Versprechen eines Versandhauses mehr Glauben als dem Wort Gottes. Sie würden nicht zehnmal denselben Artikel in der „Hoffnung” bestellen, daß auf eine ihrer Bestellungen einge­gangen würde. Ihre Bestellung würde nicht mit den zweifelerfüllten Worten aufhören: „Wenn es Ihr Wille ist, senden Sie mirdoch bitte die Dinge, die ich aus Ihrem Katalog bestellt habe.” Wenn sie im Katalog etwas sehen, was sie gerne haben möchten, bestellen sie es und glauben, daß das Versandhaus bestrebt ist, das zu liefern, was es anbietet. Nachdem die Bestellung weggeschickt ist, ist es für sie keine Frage, daß die bestellte Ware unterwegs ist. Wieviel mehr will Gott uns das geben, was Er in Seinem „Katalog” versprochen hat, aber Seine Kinder müssen im Glauben bestellen, was sie sich wünschen. Niemand empfängt Gottes Verheißungen, ohne dafür im Glauben zu bitten.Glaube empfängt die Antwort beim GebetEin Gebet des Glaubens bittet Gott nicht ein zweites Mal um etwas, was es schon empfangen hat. Viele Christen bitten Gott wiederholt um Seine Verheißungen. Solche Gebete des Zweifels werden niemals beantwor­tet. Mk. 11, 24 und 1. Joh. 5,14-15 sagen uns, daß wir glauben sollen, daß40wir zum Zeitpunkt des Gebetes empfangen. Warum sollten wir also ein zweites Mal um etwas bitten, was wir schon haben? Das Gebet des Glaubens empfängt immer dann, wenn es bittet und nicht erst, wenn die Antwort manifestiert ist. Indem wir glauben, daß wir die Antwort haben, ehe sie sichtbar ist, wirkt Gott durch verschiedene Umstände, um die Ant­wort zu manifestieren. Die Offenbarwerdung mag in einem Moment oder in einem Monat stattfinden, aber Glaube weiß, daß Gott es erhört und beantwortet hat.Glaube beachtet hindernde Umstände nichtDa das Gebet des Glaubens erhört wird, wenn es ausgesprochen wird, dürfen wir hindernde Umstände nicht beachten. Wir sehen dieses Prinzip in Rom. 4,19-21. Abraham weigerte sich zu bedenken, daß er schon zu alt sei, ein Kind zu zeugen und daß seine Frau unfruchtbar war. Die Umstän­de sprachen gegen Gottes Verheißung, welche Abraham einen Sohn versprach, aber er weigerte sich, auf die negativen Umstände zu sehen. Er war stark im Glauben und wußte, daß Gott fähig war, das zu geben, was Er versprochen hatte!Auf negative Umstände zu blicken, kann uns ebenso den Glauben rauben wie Petrus, als er auf dem Wasser wandelte (Mt. 14). Die Bibel zeigt uns, daß er zu zweifeln begann, als er auf den Wind und die Wellen sah, und folglich begann er zu sinken. Indem er auf die Umstände sah, wurde er der Verheißung beraubt.Wir sollten aus dieser Erfahrung von Petrus lernen, indem wir alle negativen Umstände unbeachtet lassen. Wir müssen uns weigern, uns davon beeinflussen zu lassen, wenn unsere Angehörigen tiefer in Sünde ‘fallen, nachdem wir sie beansprucht haben. Wir erwarten, daß Gott in ihrem Leben wirken und die Umstände so verändern wird, daß sie eines Tages mit Seiner Verheißung übereinstimmen, wenn wir an Gottes Verheißung festhalten. Das Geheimnis besteht darin, unseren Glauben nicht durch die Umstände ins Wanken bringen zu lassen, sondern viel­mehr durch unseren Glauben die Umstände zu verändern.Glaube hält durch, bis die Antwort offenbar istDie Bibel sagt uns nicht, wie lange es dauert, bis Gott Seine Verheißungen manifestiert. Sie sagt uns nur, wie lange wir glauben sollen - bis die Antwort sichtbar wird.41  „Lasset uns halten an  dem  Bekenntnis der Hoffnung und  nicht wanken, denn er ist treu, der sie verheißen hat.” (Heb. 10, 23)Glaube weiß, daß er empfangen hat und wird bis zum Ende durchhalten. Abraham empfing die Verheißung eines Sohnes, an die er während fünfundzwanzig Jahren glaubte, ohne daran zu zweifeln. (Rom. 4) Josua und Kaleb hielten vierzig Jahre lang an der Verheißung Gottes fest, trotz der drei Millionen Ungläubigen, ins Land Kanaan zu kommen und nahmen schlußendlich das verheißene Land ein. Noah glaubte 120 Jahre, ohne an Gott zu zweifeln und erhielt die Verheißung der Befreiung, weil er gemäß seines Glaubens handelte und die Arche baute.Viele Christen bitten Gott um etwas, was Er in Seinem Wort verheißen hat. Aber wenn die Manifestation nicht zu dem erwarteten Zeitpunkt eintrifft, geben sie ihren Glauben auf. Sie nehmen an, daß Gott nicht antworten will oder das Gebet überhaupt nicht hört. Wir müssen lernen, daß Verzöge­rung nicht Verneinung bedeutet. Glaube weiß, daß Gott beim Gebet erhört hat und gibt nicht auf, wenn sich das Offenbarwerden verzögert.Oft kennen wir den Grund der Verzögerung nicht. Manchmal will Gott dadurch unseren Glauben stärken. Ein anderes Mal kämpft Satan gegen die Manifestation und will dadurch unseren Glauben zerstören wie vergleichsweise in Daniel 10. Vielleicht läßt Gott es zu, daß unsere Ange­hörigen am Ende ihrerKraft ankommen, so daß sie nurnoch aufwärts blicken können. Was immer der Grund für die Verzögerung sein mag, wir müssen unerschütterlich im Glauben festhalten. Wir wissen, daß wir empfangen haben, weil wir nach Gottes Willen gebetet haben. (1. Joh. 5, 14-15)Das folgende Beispiel verdeutlicht diesen Punkt. Der Sohn einer Frau, die an einer meiner Versammlungen teilnahm, war wegen Drogen im Gefängnis. Sie hörte die Glaubensbotschaft und begann zu verstehen, daß sie Gott nicht mehr ständig bitten müsse, ihren Sohn zu erretten. Sie hatte jahrelang treu für seine Errettung gebetet, aber erkann­te nun, daß ihr wiederholtes Bitten ein Beweis ihres Unglaubens war. Nach der Predigt stand sie auf und erklärte, daß sie soeben Apg. 16, 31 beansprucht habe und ihr Sohn nun errettet und im Heiligen Geist getauft sei. Sie erhielt die Gewißheit, daß Gott ihre Bitte erhört und beantwortet hatte. Sie pries Gott für die Errettung ihres Sohnes. Zwei Wochen später berichtete sie erfreut, daß ihr Sohn sie ganz unerwartet angerufen hätte, um ihr zu sagen, daß Jesus in seine Zelle gekommen sei und ihn errettet habe. Er bat sie um eine Bibel und christliche Bücher. Als sie ihn besuchte, erlebte sie die Freude, für ihn um die Taufe im Heiligen Geist beten zu können. Preis dem Herrn! Seine Verheißungen gelten jetzt und42heute. Sie werden durch Glauben erlangt und nicht durch fortwährendes Bitten. (Hebr. 11, 33)Maine Schwiegereltern setzten die Kraft des Glaubens in Aktion, als ich sie um die Hand ihrer Tochter bat. Nachdem ich ihr Haus verlassen hatte, nahmen sie aufgrund von Matthäus 18, 19 meine Errettung in Anspruch:„Weiter sage ich euch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.”Sie glaubten jahrelang, ohne zu zweifeln, daß Gott ihre Bitte erhört und beantwortet hatte. Obwohl es immer schlimmer mit mir wurde, gingen sie doch im Glauben vorwärts und sahen nicht auf die bestehenden Umstände.„Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.” (2. Kor. 5, 7)Sie baten Gott nur einmal, mich zu erretten, denn sie wußten, daß es im Moment des Gebetes geschehen war. Sie priesen Gott, daß Er ihr Gebet erhört hatte. Außerdem bezeugte meine Schwiegermutter bei vielen Zusammenkünften, daß ich errettet und im Heiligen Geist getauft worden sei. Eines Abends nahm ich mir vor, mich mit Bier zu betrinken; aber ehe die Nacht vorbei war, war ich errettet und im Heiligen Geist „betrunken”.Gott hat die Verheißung gegeben. Wenn du glaubst, ohne zu zweifeln, wird sie sich erfüllen.In der Schrift gibt es Beispiele von Menschen, die Gott für die Befreiung ihrer Angehörigen glaubten, obwohl sie keine Verheißung hatten. Das beste Beispiel dafürfinden wir in Matthäus 15,21 -28. Eine Heidin, deren Tochter von Satan besessen war, bat Jesus um Hilfe. Die Jünger versuchten zuerst, sie wegzuschicken, aber sie ließ sich nicht zurückweisen. Auch Jesus antwortete ihr zuerst nicht und wies sie dann darauf hin, daß Er nur zu den Juden gesandt sei und es nicht recht sei, das Brot (Befreiung), welches den Kindern gehöre, vor die Hunde zu werfen. Sie hatte nicht nur keine Verheißung, sondern wurde sogar von Jesus abgewiesen Sie gab jedoch nicht nach, sondern hielt vielmehr fest, und wegen ihres großen Glaubens wurde sie belohnt. Ihre Tochter wurde geheilt.Wieviel mehr sollten wir als Kinder fähig sein, mit Verheißungen wie Markus 11, 24 für die Befreiung und Errettung unserer Angehörigen zu glauben.43 Drittes Kapitel: Beispiele von der Errettung von AngehörigenIch könnte viele Beispiele erzählen, wie ganze Familien durch den Glau­ben eines einzigen Familienangehörigen errettet wurden. Wir können natürlich nicht für eine andere Person glauben. Aber wenn wir glauben, wird Gott im Leben derer wirken, für die wir beten. Unser Glaube wird bewirken, daß Gott sie zu dem Punkt der Umkehr führen wird, wo sie die Errettung, die Gott ihnen durch Jesus Christus gibt, im Glauben annehmen können.Die Schrift enthält viele Beispiele, wie Gott ganze Familien errettet hat und wie einzelne Menschen im Glauben für ihre Angehörigen eingestanden sind, bis sie aus der Gewalt Satans befreit wurden. Diese Beispiele dienen uns zum Vorbild und zeigen, was den neutestamentlichen Gläubigen zur Verfügung steht. (1. Kor. 10, 11)Beispiele von der Errettung ganzer FamilienIn 2. Mose 12 wird uns das Prinzip der Errettung ganzer Familien gezeigt. Gott sagte den Kindern Israel, sie sollten je ein Lamm für ein Haus schlachten. (2. Mose 12, 3) Das Blut, das an die Türpfosten gestrichen wurde, beschützte die ganze Familie. Der Todesengel, der durch das ganze Land Ägypten zog, mußte an den Häusern vorbeigehen, an denen die Türpfosten mit Blut bestrichen waren. Das ganze Haus war beschützt.Jesus ist unser Passah-Lamm. Wenn wir den Sieg über Satan in Anspruch nehmen, den Jesus für uns auf Golgatha durch das Vergießen Seines Blutes erworben hat, bleibt dem Todesengel nichts anderes übrig, als an unserem Haus vorbeizuziehen. Noah erhielt vor der Sintflut von Gott dieselbe Verheißung. Wir lesen, daß Gott Noah versprach, seine ganze Familie in der Arche zu retten. Dieser Bund, den Gott mit Noah einging, schloß die Errettung der ganzen Familie mit ein.„Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne.” (1. Mose 6, 1 8) Der Hebräerbrief sagt uns, daß wir einen besseren Bund haben, als ihn die Heiligen des Alten Testamentes hatten. In Apg. 16, 31 lesen wir, daß Gott unsere Familie erretten will. Was Gott Noah verheißen hat, gilt auch für uns. Gott sagte zu Abraham in 1. Mose 17, 7:„Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und44deinen Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, daß es ein ewiger Bund sei, so daß ich dein und deiner Nachkommen Gott bin.”Gott macht in dieser Stelle klar, daß Er nicht nur der Gott Abrahams, son­dern auch der Gott seiner Nachkommen sein werde. Dieselbe Verheißung gilt uns, denn in Galater 3, 9 und 14 lesen wir, daß Gott der Gott unserer Nachkommen sein will.„So werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham.”„Auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden käme in Jesus Christus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.”Auch Sprüche 22, 6:„Gewöhne deinen Knaben an seinen Weg, so läßt er auch nicht davon, wenn er alt wird.”Auch in der Familie Jesu fand diese Verheißung ihre Anwendung. Die Brüder Jesu glaubten solange nicht an Ihn, bis Er auferstanden war. (Joh. 7, 3-5) Jesus erschien ihnen, um Sich ihnen als Messias zu offen­baren. (1. Kor. 15, 7) Ich kann mir nicht vorstellen, daß Jesus es zuge­lassen hätte, Seine Brüder in die ewige Verdammnis gehen zu lassen. Auch für mich wäre es unvorstellbar, tatenlos zuzusehen, wie meine Angehörigen ewiger Qual entgegengingen.In der Apostelgeschichte lesen wir, daß Kornelius durch einen Engel Befehl erhielt, Petrus kommen zu lassen, damit er und sein Haus gerettet würden.„Und er verkündigte uns, wie er gesehen hätte einen Engel in seinem Hause stehen, der zu ihm gesprochen hätte: Sende nach Joppe und laß holen Simon, mit dem Zunamen Petrus; der wird dir die Botschaft sagen, dadurch du selig wirst und dein ganzes Haus.Indem aber ich anfing zu reden, fiel der Heilige Geist auf sie gleichwie auf uns am ersten Anfang.” (Apg. 11, 13-15)Der Engel verhieß Errettung für die ganze Familie und als Ergebnis dessen ging die erste heidnische Familie des Neuen Testamentes ins Reich Gottes ein.In Apg. 16 lesen wir von der Errettung der ganzen Familie des Kerkermeisters in Philippi. Nach dem Erdbeben hatte er nur eine Frage: „Was soll ich tun, damit ich gerettet werde?” Die Antwort war: „Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du und dein Haus selig.”45   Gott will uns klarmachen, daß unsere Familien genauso errettet werden wie die des Kerkermeisters, wenn wir glauben.Für andere einstehenIn der Schrift gibt es zahlreiche Beispiele von Menschen, die im Glauben für die Errettung anderer einstanden. Die Bibel zeigt uns, daß Gott als Resultat von fürbittendem Glauben Familien, Freunde und sogar ganze Nationen bewahrt hat. Auch diese Beispiele dienen uns als Vorbild.Eine sehr interessante Geschichte in bezug auf die Errettung von Ange­hörigen ist die Erzählung der Hure Rahab. Sie war eine Heidin, die durch den Glauben eine der Vorfahren Jesu wurde (nach dem Fleisch). In Hebräer 11, 31 wird sie unter den Glaubenshelden aufgeführt. Rahab lebte in Jericho, der Stadt, die durch ein Wunder Gottes zerstört wurde. (Josua 6) Sie war die Frau, die die Spione Israels versteckte und dabei ihr Leben aufs Spiel setzte. Sie glaubte, daß Gott auf der Seite Israels stand und keine Stadt vor der Armee des lebendigen Gottes bestehen bleiben konnte. (Jos. 2, 8-11) Rahab beanspruchte die Errettung ihrer ganzen Familie von der Zerstörung.„Daß ihr leben laßt meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern und alles, was sie haben, und uns vom Tode errettet.” (Jos. 2, 13)Sie glaubte nicht nurfürsich selbst, sondern für ihre ganze Familie. In Jos. 6, 17-25 lesen wir, daß das Haus ihrer Eltern als einziges in Jericho ver­schont blieb. Aus der ganzen Stadt wurde nur sie und ihre Familie von der Zerstörung gerettet, weil Rahab glaubte.Wenn eine Hure ohne eine bestimmte Verheißung für die Errettung ihrer Familie glauben konnte, wieviel mehr können wir Ihm glauben, wo Er uns doch solche Verheißungen gab wie in Apg. 16, 31 und Mk. 11, 24.Ein weiteres Beispiel eines Menschen, der für andere im Glauben eintrat, finden wir in 2. Mose 32. Gott sprach zu Mose über Seine Absichten, die Kinder Israel ihrer Sünde wegen zu zerstören und dafür die Nachkommen Moses zum großen Volk zu machen. Als Mose dies hörte, trat er unmittel­bar im Glauben für Israel ein. Er ging so weit, daß er Gott bat, eher seinen Namen aus dem Buch des Lebens zu streichen, als Israel zu vernichten. Mose nahm die Errettung Israels entgegen dem offenbarten Willen Gottes im Glauben in Anspruch. Als Ergebnis davon wurde die ganze Nation von der Zerstörung gerettet. Wieviel mehr sind wir in der Lage, für die Errettung unserer Familie zu glauben, nachdem Gott uns gezeigt hat, daß Er sie erretten will.46„Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es etliche für eine Verzögerung achten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre.” (2. Petr. 3, 9)Der Hauptmann in Matthäus 8, 5-13 hatte einen kranken Knecht. Er kam zu Jesus und glaubte, daß sein Knecht geheilt würde. Als Jesus einwilligte, zu dem Knecht zu gehen, entgegnete Ihm der Hauptmann: „Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.” Als Jesus den Glauben des Hauptmannes sah, war Er davon überwältigt und sagte: „Dir geschehe, wie du geglaubt hast.” Der Knecht war zu derselben Stunde gesund.Um seines Glaubens willen heilte Jesus seinen Knecht, wie wir es an diesem Beispiel sehen. Wenn wir glauben, wird Gott unsere Angehörigen retten. Macht euch doch keine Sorgen, Brüder und Schwestern, denn Jesus wird euch nie ausschelten, weil ihr Ihm vertraut habt. Stattdessen wird Er euren Glauben loben wie den des Hauptmannes.Die kanaanäische Frau, die ich im zweiten Kapitel erwähnte, glaubte für die Heilung ihrer Tochter, obwohl Jesus ihr ein „Nein” gab. Als Jesus sah, daß sie im Glauben festhielt, sagte Er: „O Weib, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst.” Ihre Tochter wurde zu derselben Stunde gesund.Es war der Glaube der Mutter, durch den das Kind gesund wurde. Wenn die kanaanäische Frau die Befreiung für ihre Tochter erreichen konnte, dann können auch wir Befreiung für unsere Angehörigen erhalten.Beispiele aus der GegenwartAuch heute noch werden ganze Familien durch den Glauben eines Familienangehörigen errettet, was ich selbst sehr häufig erlebt habe, und es ist ein Beweis für die Gültigkeit des Wortes Gottes. Viele Glieder unserer Gemeinde haben die Errettung ihrer Angehörigen im Glauben beansprucht und erleben dabei ähnliches wie in den biblischen Berichten.Eine Frau, die mit der Glaubensbotschaft in Berührung kam, erzählte, wie sie die Errettung ihres Mannes beanspruchte, den sie als Alkoholiker beschrieb, der sich kraft seines eigenen Willens enthalten konnte. Eine Woche nachdem sie seine Errettung beansprucht hatte, ging er mit ihr zum ersten Mal in eine charismatische Versammlung. Zwei Wochen später war seine Errettung manifestiert. Sein ganzes Leben änderte sich. Ich kenne diesen Mann und kann bezeugen, daß er Feuer und Flamme fürJesus ist.47  Ein anderes Ehepaar hörte die Glaubensbotschaft und erkannte, daß siefür die ungläubigen Mitglieder ihrer Familie glauben konnten. (Zu dieser Zeit waren sie alle nicht errettet.) Dieses Ehepaar beanspruchte die Errettung jedes einzelnen. Drei Jahre vergingen, ehe die Eltern des Mannes zum Glauben kamen. Während der ganzen Zeit hielten sie im Glauben fest. Der Vater des Ehemannes, der fast siebzig Jahre alt war, erlitt einen Herzan­fall. Während er im Krankenhaus war, erlebte er seine Wiedergeburt. Die Mutter erkannte, daß sie nicht mit ihrem Mann beim Herrn sein würde, und so dauerte es nicht lange, bis auch sie errettet wurde. Die Errettung ihrer Eltern ermutigte dieses Ehepaar, weiterhin für ihre Tochter und ihren Schwiegersohn zu glauben. Beide wurden bald errettet und im Heiligen Geist getauft. Manche mögen sagen: „Aber es dauerte vier Jahre!” Aber ich preise den Herrn, daß sie errettet sind.In Mk. 11, 24 finden wir eine Verheißung, welche uns die Erfüllung unserer Wünsche verspricht. Ich habe diese Stelle gebraucht, um die Errettung einiger meiner Freunde zu beanspruchen. Jetzt sind sie errettet. Nach meiner Wiedergeburt kam einmal ein bestimmter Freund zur Arbeit, und als er an mir vorüberging, stieß er einen Fluch nach dem anderen aus. In meinem Herzen beanspruchte ich ihn gemäß MK. 11, 24 für das Reich Gottes. In kaum einem Monat errettete ihn Gott, und kurze Zeit später wurde er im Heiligen Geist getauft. Nun lehrt er das Wort Gottes in einem geisterfüllten Kreis. Anstatt ihn fluchen zu hören, höre ich, wie er Jesus, den lebendigen Herrn, preist. Preis sei Gott! Gott erfüllt Seine Verheißungen!Ein anderes Beispiel von der Errettung einer meiner Freunde ist sehr aufschlußreich. Nachdem ich errettet war und für seine Errettung glaubte, wollte er nur noch wenig mit mir zu tun haben. Er kritisierte mich sogar sehr lautstark in bezug auf meine innere Überzeugung.Eines Tages wurden wir beide von einem Bruder der Gemeinde zum Essen eingeladen. Er sah mich am selben Tag und sagte mir ärgerlich, daß er alles, was er bisher hinter meinem Rücken gesprochen habe, mir nun direkt ins Gesicht sagen werde. Ich lächelte und betete still für ihn. An jenem Abend kam ich mit meiner Frau zum Haus unseres Gastgebers und stellte fest, daß der uns feindlich gesinnte Freund nicht erschienen war. Ich fragte den Herrn, was ich tun solle. Er antwortete, ich solle ihn an­rufen. Das war mir sehr zuwider, denn er würde mich ohne Zweifel beschimpfen. Aber ich gehorchte und rief ihn an. Mitten im Gespräch wurde die Leitung unterbrochen. Der Herr machte mir klar, daß ich ihn wieder anrufen sollte. Ich gehorchte, und sobald wir