Der charismatische Dienst der Gemeinde Die

By gemeindegideon

Dercharismatische Dienst der GemeindeDie Wiederherstellungdes charismatischenGottesdienstes und Dienstesder Gemeinde Christi InhaltEinleitung    Erstes KapitelDer charismatische Dienst der Gemeinde Die Natur des Dienstes Die Wiederherstellung des fünffachen Dienstes Die Wiederherstellung des Dienstes der Gemeinde Die Wiederherstellung des Dienstes des Heiligen Geistes Zweites KapitelDie charismatische Gemeinde im Gottesdienst Charismatische Hausversammlungen  Charismatischer Gottesdienst   Drittes KapitelDie charismatische Gemeinde im Dienst  Hast du eine bestimmte Aufgabe in der Gemeinde?  Wie man die charismatischen Gaben empfangenund offenbaren kann   Wie man charismatisch dienen kann Fünf Grundsätze, um anderen im Glauben zu dienen  2 Sieben Hindernisse eines wirksamen Dienstes an anderen   .   Schlussfolgerung     EinleitungNichts hat dem Reich Gottes mehr Schaden zugefügt als der Verlust des charismatischen Dienstes des Leibes Christi und die daraufhin folgende Ersetzung der göttlichen Ordnung durch die Ordnung der Menschen, weswegen sowohl die charismatischen Ämter als auch die Gaben (Eph.4,11;1.Kor. 12) gröss­tenteils nicht mehr ausgeübt werden, so dass die meisten Christen in den heutigen Kirchen mehr oder weniger zu reinen „Zuschauern“ geworden sind.Die Schrift spricht von einer Zeit „der Wiederherstellung aller Dinge“, bevor Jesus wiederkommt (Apg. 3,20-21 Elb.). Wir sind heute dessen Zeuge, wie sich diese Ver­heissung in der gegenwärtigen Ausgiessung des Heiligen Geistes in der ganzen Welt zu erfüllen beginnt. In dieser weltweiten geistlichen Erweckung stellt Gott das apo­stolische Erlebnis (die Taufe im Heiligen Geist), die apostolische Botschaft (die Befreiung des ganzen Menschen durch Christus), apostolische Werke (Zeichen und Wunder), apostolische Gaben (1. Kor. 12; Rom. 12,3-8) und apostolischen Glauben (uneingeschränktes Vertrauen auf Gottes Verheissungen und völlige Ab­hängigkeit von Ihm in allen Dingen) wieder her. Mit der Wiederherstellung dieser Dinge für die Gemeinde verfolgt Er jedoch die Absicht, der Gemeinde den apostoli­schen Dienst und Gottesdienst zurückzuerstatten, damit der Leib Christi wiederum charismatisch wirksam wird, wie er es am Anfang war (vgl. Mk. 16,15-20; Joh. 4,24; Apg. 8,1-4; 1. Kor. 12; 14).Wir brauchen nicht sehr weit in der Apostelgeschichte und den Briefen des Neuen Testamentes zu lesen, um von derTatsache beeindruckt zu werden, dass, anders als heute, der Gottesdienst und der Dienst in der ersten Gemeinde die Aufgabe des gesamten Leibes Christi darstellte und die Glieder unter der Leitung des Heiligen Geistes charismatisch waren. Seit einigen Jahren erleben wir eine Rückkehr zum neutestamentlichen Vorbild, das Gott jetzt am Ende des Zeitalters zur Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu Christi wiederherstellt, um Sein Königreich aufzu­richten.Die Grundsätze, die in diesem Buch ausgeführt werden, sind weder auf den Beo­bachtungen anderer noch auf idealistischen Mutmassungen gegründet, sondern sie sind das Ergebnis der persönlichen Erfahrung des Verfassers und eines langjährigen, ernsthaften Studiums dieser Themen in der Schrift. Ein grosser Teil des Verständnisses, welches ihm der Herr über den Dienst und den Gottesdienst der Gemeinde geschenkt hat, entspringt der Tätigkeit der letzten zwei Jahrzehnte als Pastor, Autor und Lehrer, lässt sich aber besonders aus den letzten Jahren herleiten, in denen er den Gottesdienst und den Dienst einer neutestamentlichen Hausgemeinde (Rom. 16,3-5) leitete, in der die biblischen Grundsätze über den Dienst und den Gottesdienst der Gemeinde gelehrt und in die Tat umgesetzt werden.Erstes Kapitel Der charismatische Dienst der GemeindeDie Natur des Dienstes„Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm“ (1. Kor. 12, 27).Was ist der Dienst der Gemeinde? Kurz ausgedrückt bedeutet es: Die gan­ze Gemeinde wirkt auf charismatische Weise zusammen, wobei jedes Glied mit dem Geist erfüllt ist und den Dienst verrichtet, zu dessen Aus­führung es in den Leib gesetzt wurde (1. Kor. 12, 7.18). Es ist die Wieder­herstellung der göttlichen Ordnung in dem Leib Christi, so dass die fünf Dienstämter, nämlich des Apostels, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrers (Eph. 4,11) wiederhergestellt werden und zwar zusammen mit dem charismatischen Dienst und Gottesdienst des gesamten Leibes Chri­sti (1. Kor. 12-14; Joh. 4, 24). Warum ordnete Gott den Dienst der Gemeinde an, den Er gegenwärtig wiederherstellt? Es gab zwei Wege, die Gott hätte wählen können, um in der Welt Seine Absicht zu erfüllen. Die eine Möglichkeit wäre gewesen, durch bestimmte gesalbte Personen, die wie die alttestamentlichen Pro­pheten, Richter und Könige mehr oder weniger unabhängig wirkten, oder durch eine kirchliche Hierarchie von Priestern, die ernannt werden, stell­vertretend für das Volk ihr Amt auszuüben. Die andere Möglichkeit, die Er für dieses Zeitalter erwählte, ist ein gesalbter Dienst durch die ganze Ge­meinde der Gläubigen. Dies ist die Bedeutung des Auftrags Jesu an die Gemeinde in Markus 16, wo Er verheisst, das Wort mit Zeichen zu bestä­tigen, jedoch nicht nur bei den Aposteln, sondern bei jedem Gläubigen, denn Er sagt: „Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium der gan­zen Schöpfung. Die Zeichen aber, die denen folgen werden, die glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden … Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden“ (16,15.17-18). Über den charismatischen Dienst des ganzen Leibes Christi wird auch in 1. Korinther 12 und 14 ein klarer Überblick gegeben, und er wurde ebenso bereits vom Propheten Joel vorausgesagt: „Und nach diesem will ich meinen Geist ausgiessen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. Auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgiessen“ (Joel 3, 1-2). Somit wird nicht mehr nur der gesalbte Prophet Offenbarungen empfangen oder durch den Geist sprechen, sondern auch dem vielgliedrigen Leib Christi, der mit Gottes Geist erfüllt ist, werden Offenbarungen gegeben, und er wird sowohl weissagen11 als auch charismatisch dienen.In der ganzen Welt gibt es heute Millionen von Menschen, die Christus nicht kennen; es gibt eine grosse Anzahl von Menschen, darunter viele Christen, die sowohl Heilung und Befreiung als auch Lehre und Dienst in jeder Hinsicht brauchen. Der einzig denkbare Weg, wie die Gemeinde jemals ihren Auftrag erfüllen und überall in der Welt den Bedürfnissen des ganzen Menschen dienen kann, wie Christus dies beabsichtigte, ist die Wiederherstellung der biblischen Mittel, durch die dies erreicht werden kann – der Dienst der Gemeinde. Wortverkündigungsdienste, wie wir sie heute überall vorfinden, setzen sich in erster Linie aus Pastoren, Evangeli­sten und Missionaren verschiedener Denominationen2′ zusammen. Sie sind im besten Fall zahlen mässig äusserst begrenzt, und selbst wenn sie geisterfüllt sind, mangelt es ihnen sowohl an Zeit und am Wirkungskreis ihres Dienstes als auch an der Vielfältigkeit der Gaben, die notwendig sind, um all die erforderlichen Dienste ausführen zu können. Der Arm kann nicht die Aufgaben des ganzen Leibes übernehmen, sonst hätte Gott nicht die anderen Glieder geschaffen; genauso verhält es sich mit Seinem Leib, der Gemeinde (1. Kor. 12). Deshalb beabsichtigt Gott, dass der vielgliedrige Leib Christi, der mit Seinem Geist erfüllt ist und sich bis an die Enden der Erde ausbreitet, sich nicht mit seiner Vielfältigkeit an Gaben und Dien­sten durch die Beschränkungen, mit denen die gegenwärtigen kirchli­chen Systeme überhäuft sind, behindern lässt, sondern fähig ist, den Auf­trag auszuführen, den Er ihm gegeben hat.Die Wiederherstellung des fünffachen Dienstes Die Wiederherstellung des fünffachen Dienstes der Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer ist die notwendige Voraussetzung, bevor eine völlige und wirksame Wiederherstellung des Dienstes der Gemeinde stattfinden kann, worauf Epheser 4,11-16 klar hinweist. Denn uns wird mitgeteilt, dass Gott diese fünf Ämter in die Gemeinde eingesetzt hat, damit Sein Leib für seinen Dienst zubereitet wird und er zur Vollkommenheit geil  Zur „Erbauung, zur Ermahnung und zur Tröstung“ (1. Kor. 14, 3), indem die einfache Gabe des Weissagens ausgeübt wird. Diese Verheissung schliesst jedoch nicht ein, dass sie „Propheten“ sein werden, da dieses Amt denen vorbehalten sein wird, die Gott im besonderen dazu salbt.2) Anm. d. Übers.: Denomination – kirchliches System; die institutionelle, organisierte Kirche mit ihren unterschiedlichen Benennungen.  geführt werde. In den Versen 11-12 lesen wir: „Und er hat einige als Apostel eingesetzt, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hir­ten und Lehrer, damit die Heiligen für ihren Dienst zugerüstet werden …“ Hier werden wir davon unterrichtet, dass der fünffache Dienst in die Ge­meinde eingesetzt worden ist, um die Heiligen für ihren Dienst auszurü­sten.Die göttliche Ordnung von Aposteln, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrern zusammen mit dem ganzen charismatisch dienenden Leib Christi ist grösstenteils durch die Ordnungen der Menschen ersetzt worden. Obwohl es dafür in der Schrift nicht den geringsten Nachweis gibt, wird dennoch behauptet, die Ämter des Apostels und des Propheten hätten mit der Gemeinde des ersten Jahrhunderts aufgehört zu bestehen. Die Schrift dagegen teilt uns mit, dass diese beiden Ämter von Gott in die Gemeinde „eingesetzt“ wurden und dazu bestimmt waren, solange fortzu­dauern wie die Gemeinde besteht, da sie von dringender Notwendigkeit sind, um Seine in Epheser 4,11-16 dargelegten Absichten durch Seinen Leib zu erfüllen (vgl. 1. Kor. 12,28). Bischöfe und kirchliche Ausschüsse können nicht die Stellung von Aposteln einnehmen, die auf charismati­sche Weise im direkten Auftrag und mit der Vollmacht aus der Höhe Ge­meinden gründen, Älteste ernennen und mit der Aufsicht und Leitung in vielen wichtigen Bereichen der Arbeit im Reich Gottes betraut sind (Eph.2,19-20). Propheten sprechen einerseits durch Eingebung und andererseits durch unmittelbare Offenbarung, wobei sie Verständnis des göttlichen Willens vermitteln (1. Kor. 14,29-30), und zeitweise mögen sie auch lehren und ermahnen (Apg. 15,32-34). Keine Propheten und Seher zu haben, bedeutet für die Gemeinde Christi, immer dann blind und ohne den besonderen Zuspruch des Geistes zu sein, wenn Er es erwählt, der Gemeinde Ermutigung, Ermahnung, Warnung oder besonders enthül­lende Unterweisung zu geben.Der Evangelist im Neuen Testament war immer mit den charismatischen Gaben und der Kraft des Heiligen Geistes gesalbt. Heute können nur wenige Männer mit einem sogenannten „evangelistischen“ Dienst die neutestamentlichen Zeichen zur Beglaubigung eines Evangelisten aufweisen, wie das bei dem Evangelisten Philippus der Fall war, der hinab nach Samarien zog und den Einwohnern Christus predigte, wobei das Wort mit übernatürlichen Zeichen bestätigt wurde, da die Kranken geheilt, die Dämonen ausgetrieben und grosse Wunder gewirkt wurden (Apg. 8). Es wäre zweifellos viel zutreffender, einen derartigen Dienst, dem der Nachweis der charismatischen Zeichen fehlt, als den eines „Ermahners“ zu bezeichnen (Rom. 12,8).In der zeitgenössischen Kirche steht der Pastor grösstenteils im Mittel­punkt des Dienstes. Er übernimmt heute im allgemeinen die Rolle eines religiösen Verwalters mit einem Büro und einem Stab von religiösen Mitar­beitern, welche ernannt worden sind, anstelle der restlichen Gemeinde tätig zu sein. Nur wenige Diener am Wort sehen heute ihre Berufung ernsthaft als die eines Hirten, der dazu ausersehen wurde, sich in erster Linie dem Wort und dem Gebet zu widmen, da dies die Grundlage seines Dienstes an der Herde darstellt. Tatsächlich gleicht seine Rolle eher der eines Präsidenten eines Vereins, dem die Aufsicht über eine komplizierte Institution und Organisation übertragen wurde und der sich dazu gezwungen sieht, immer mehr Zeit für etwas anderes aufzuwenden, wie den Hauhaltsplan, das Bauprogramm, die Sitzungen der Ausschüsse, die Werbung für vermehrten Gottesdienstbesuch und nicht zuletzt den endlosen Forderungen des kirchlichen Programms nachzukommen. Ein sorgfältiges Studium von 1. Korinther 12-14 und Epheser 4,11-16 zeigt jedoch klar, dass es Gottes Absicht war, die ganze Gemeinde wirken zu lassen und Er den Pastor berief, die Gemeinde auszubilden, damit sie ihre Berufung erfüllen kann (Eph. 4,11-12).Dem Lehrer (Eph. 4,11) wurde von Gott eine besondere Salbung und Gabe zum Dienst geschenkt, um die tieferen Dinge zu lehren, die durch den Geist offenbart werden. Er lehrt weder den blossen „Buchstaben“ des Wor­tes oder die Lehre als solche, noch erweitert er einfach den Dienst des Pa­stors, dessen Aufgabe es ist, die Schrift auszulegen, sondern er lehrt prophetisch, wird mit Offenbarungen aus der Schrift gesegnet, wird von ursprünglichem Gedankengut erleuchtet und zeigt die tiefen Wahrheiten auf solche Weise auf, dass die Gemeinde Christi im Glauben auferbaut und für ihren Dienst ausgerüstet wird. Zum Beispiel waren sowohl der Dienst Jesu als auch der des Paulus durch gesalbte Lehre gekennzeichnet. Ob­wohl sich der Lehrer manchmal über einen längeren Zeitraum in einer Gegend aufhalten mag, ehe er weiterzieht (Apg. 18,11; 19,9-10), ist er im allgemeinen nicht auf eine lokale Versammlung beschränkt, sondern dient der ganzen Gemeinde Christi, wie der Geist ihn führt. Zudem ist die Auffassung falsch, die die heutige Kirche vertritt, dieser göttlich ernannte Dienst werde jetzt in der Rolle des Sonntagsschullehrers oder eines Reli­gionslehrers in einer Denomination ausgeübt.Die institutionelle Kirche ernennt heute Menschen durch Wahl oder Ab­stimmung zu diesen Ämtern, die ihre Rollen so auslegen, dass sie sich mit den Auffassungen und der Handlungsweise der Gegenwart decken. Wie bereits erwähnt, wird der Lehrer mit einem Sonntagsschullehrer, einem Vorsteher religiöser Ausbildung oder einem Lehrer in einer religiösen Schule (ungeachtet der Fächer, die er unterrichten mag) gleichgesetzt. Gleichermassen wird der Evangelist entweder von der Denomination er­nannt, damit er Erweckungsveranstaltungen in den Kirchen innerhalbdieser bestimmten religiösen Gruppierung abhält, oder er legt seine „Be­rufung“ selbst als die eines Evangelisten aus, weil er eine Neigung zum Evangelisten verspürt. Obwohl  es wenige Ausnahmen gibt, dienen dennoch die überwiegende Mehrheit der Ältesten oder Pastoren inner­halb der Kirchen oder im Auftrag derer, welche sie „berufen“ haben, wobei sie vorrangig als religiöse Verwalter des kirchlichen Programms in Er­scheinung treten. Der Apostel und der Prophet, von deren Ämtern be­hauptet wird, sie bestünden seit der Gründung der Gemeinde des ersten Jahrhunderts nicht mehr, sehen ihre Aufgaben jetzt angeblich in „den Diensten des Missionars und des Pastors erfüllt, wobei das Weissagen nun mit der seelsorgerlich ausgerichteten Predigt oder der Verkündigung gleichgesetzt wird. In der Schrift jedoch werden, was den letzten Fall betrifft, die Ämter und Aufgaben des Propheten und des Predigers niemals gleichgesetzt oder verwechselt, sondern sie werden sorgfältig unter­schieden   (1. Kor. 12, 28-29;  14,6;  Eph. 4,11;   Rom. 12, 6-7;  Apg. 13,1). Darüberhinaus unterscheiden sich die griechischen Ausdrücke für Weis­sagen und Predigen. Ausserdem wurden weder die Apostel noch die Propheten durch einen religiösen Ausschuss ernannt, sondern sie erhiel­ten ihre Aufträge von Gott. Israel wählte niemals seine eigenen Propheten, und genau so wenig suchte sich die frühe Gemeinde in einer Abstimmung die verschiedenen Dienste aus Epheser 4,11 aus oder ernannte sie durch einen Ausschuss oder Ältestenrat. Warum nicht? Von Dienern, die von Menschen ernannt worden sind oder die vom Volk gewählt wurden, wird erwartet, dass sie denen dienen, die sie ernannten (1. Kon. 22; 2. Tim. 4,1-5). Wenn die Ämter und Gaben in der Gemeinde völlig wiederhergestellt sein werden, wie wir es bereits in den Anfängen geschehen sehen, wird Gott selbst sie durch göttliche Ernennung einsetzen und solche Dienste mit einer charismatischen Salbung bestätigen.Die Wiederherstellung des Dienstes der GemeindeEs ist wohl die Wiederherstellung des Dienstes der Gemeinde, welche heute unter Christen am meisten Verwirrung verursacht, denn sie haben nie etwas anderes gesehen oder von etwas anderem gehört, als von einer fachlich ausgebildeten und geschulten Geistlichkeit, die den „Dienst“ ver­richtet und von ihnen finanziell unterstützt wird, um an ihrer Stelle tätig zu sein. Wir sollten uns die göttliche Absicht vor Augen halten, zu der der fünffache Dienst in die Gemeinde „gesetzt“ wurde, um nämlich den ge­samten Leib Christi auf seinen Dienst vorzubereiten (Eph. 4,11-16). Der hauptsächliche Grund für die Verwirrung auf diesem Gebiet stammt von der über Jahrhunderte entwickelten, unbiblischen Vorstellung über Beru­fung und Beruf eines Christen. Wir müssen in dieser Angelegenheit unsere Vorstellungen berichtigen lassen, sonst werden wir weder di Natur des Dienstes der ganzen Gemeinde erkennen können, noch verstehen, wie dies ausgeführt werden soll. Da es so wichtig ist, die Natur des Dienstes in ihrem ganzen Ausmass zu verstehen, ist es an diesem Punkt notwendig, einige Bemerkungen zu diesem Thema zu wiederholen, die ich bereits in einer früheren Ausgabe gemacht habe. Die Wichtigkeit der folgenden Grundsätze kann nicht genug betont werden.Zum ersten ist es falsch zu denken, jemandes Arbeit oder Beruf sei nicht christlich, wenn er nicht innerhalb einer Kirche oder religiösen Organisa­tion ausgeübt wird.Es gibt nicht die geringste biblische Grundlage für den Unterschied zwi­schen „religiöser“ Arbeit und sogenannter „weltlicher“ Arbeit, den die Kirche der Gegenwart zu machen pflegt. Nirgends wird in der Schrift von „weltlicher“ Anstellung gesprochen, um eine Arbeit zu bezeichnen, die nicht mit irgendeiner religiösen Organisation im Zusammenhang steht. Diese Vorstellung beraubt den Christen der grundlegenden Absicht seiner göttlichen Berufung, nämlich das christliche Leben in dem Bereich des Lebens und der Beschäftigung als ein Jünger zu führen, wo Gott ihn hineingestellt hat, als Er ihn errettete. Der Christ ist dazu berufen, Gott treu zu dienen, wo immer er sich befindet.Mit dem geistlichen Verfall der Kirche, der zur Folge hatte, dass das Erleb­nis der Geistestaufe einschliesslich der charismatischen Gaben verloren ging, verschwand der Begriff des Gemeindedienstes, woraufhin ein Dop­pelbegriff der christlichen Beschäftigung und Berufung entstand. Da die Gemeinde samt ihrem Pastor nicht mehr länger in der Lage war, charisma­tisch tätig zu sein, entwickelte sich die Vorstellung einer Laienschaft (der gewöhnliche Laie, von dem geistlich nicht viel erwartet wurde und dessen Arbeit man als „weltlich“ bezeichnete) und einer Geistlichkeit (die sich aus vollzeitlich tätigen, religiösen Funktionären zusammensetzte und deren Arbeit „religiös“ oder „christlich“ genannt wurde). Folglich bedeutet heute „Berufung“ beinahe nur noch, wie man sein Geld verdient, um die Rechnungen bezahlen zu können, wenn die Arbeit des einzelnen nicht in einem religiösen oder kirchlichen Zusammenhang steht. Ungeachtet des­sen, wie gut und edel die Arbeit oder der Beruf sein mag, womit dem Nächsten ein wirklicher Dienst erwiesen wird, wird er nichtsdestoweniger als „weltlich“ betrachtet. Auf der anderen Seite hat „christliche“ Beschäfti­gung und Berufung einen kirchlichen Begriffsinhalt angenommen und be­deutet nun, sein Leben zu vollzeitlichem christlichem Dienst hinzugeben oder von einer Kirche oder religiösen Organisation angestellt zu werden. Ausserdem wird solche Arbeit selbst dann als „religiös“ bezeichnet, wenn sie nichts Religiöseres enthält, als in einer Kirche als Sekretär zu arbeiten und in einem Büro Briefe zu schreiben oder im Auftrag einer religiösen Organisation Altkleider- und Geldsammlungen zugunsten der Armen durchzuführen.Um die unbiblische Auffassung zu veranschaulichen, woraus im christ­lichen Denken heutzutage sogenannte religöse Arbeit im Gegensatz zu weltlicher Arbeit besteht, möchte ich ein Beispiel anführen. Ein mir bekannter  geisterfüllter  Arzt   ist   der  Präsident   einer  Organisation charismatischer Geschäftsleute  und  dient  ihr unentgeltlich.  Da  er charismatisch ist, betet er für die ernsthaft erkrankten Patienten um Hei­lung, wenn sie dies wünschen, anstatt auf eine medizinische Behandlung zurückzugreifen. Ausserdem führen er und seine Frau während des Som­mers in ihrem Haus einen charismatischen Bibelkurs für Kinder durch, wodurch schon mehrere errettet und im Heiligen Geist getauft wurden. Sie tun all dies und mehr, weil sie es als ihr Vorrecht und als ihre Verant­wortung betrachten, ihren Dienst als Jünger in der Gemeinde zu erfüllen. Trotzdem ist er aber unter den vorherrschenden Vorstellungen, was christliche Beschäftigung und Berufung bedeutet, nur ein „Laie“, und seine Beschäftigung wird als „weltlich“ eingestuft. Liesse ersieh dagegen von einer kirchlichen Missionsgesellschaft in ein fremdes Gebiet senden, wo er im wesentlichen den gleichen Dingen nachginge wie zu Hause, würde sich seine medizinische Tätigkeit (selbst wenn er es unter­liesse, für die Kranken zu beten) plötzlich in „religiöse Arbeit“ verwandeln, und man betrachtete ihn nicht längermehrals einfachen „Laien“, sondern bezeichnete ihn als einen „Missionar“! Man fragt sich, was der Apostel Paulus mit derart unbiblischen Unterscheidungen angefangen hätte, da er doch Zelte herstellte, währenddem er das Wort predigte und nicht ein einziges Mal die Herstellung der Zelte „weltliche“ Arbeit und das Predigen „religiösen“ Dienst nannte.Zweitens zeigt die Schrift, dass Gott jeden Gläubigen, sobald er errettet worden ist, zu vollzeitlichem, christlichem Dienst beruft.Jeder Gläubige wird mit derselben Berufung berufen, wenn er zu Christus bekehrt wurde. Diese Tatsache wird anhand von Epheser 4,1 deutlich, wo sich Paulus an alle Jünger in der Gemeinde zu Ephesus richtet und sagt: „So ermahne ich euch nun, der Gefangene im Herrn, dass ihr euer Leben führt, wie es der Berufung entspricht, durch die ihr berufen seid.“ Da­raus wird ersichtlich, dass jeder Christ eine Berufung erhält, denn Vers 4 sagt, dass es nur eine Hoffnung unserer Berufung gibt (d. h., eine Berufung). Was auch immer unsere Rolle im Leben oder die Art der Arbeit nach unserer Bekehrung sein mag, so ist dies (mit gewissen Vorbehalten) nichtsdestoweniger Gottes Berufung, wie wir in 1. Korinther 7,17-24 davon unterrichtet werden. Dieser Abschnitt sollte sorgfältig gelesen wer­den; er schliesst mit der Ermahnung: „Liebe Brüder, ein jeder bleibe vor Gott, worin er berufen worden ist“ (7, 24). Die heutzutage moderne Vor­stellung, man müsse seine gegenwärtige Tätigkeit aufgeben und eine Anstellung bei einer religiösen Organisation oder Kirche anstreben, um sich zu einem christlichen Dienst für Gott verpflichten zu können, wird durch die oben erwähnte Schriftstelle eindeutig widerlegt. Die weitver­breitete Ansicht, einige Christen seien zu vollzeitlicher, christlicher Arbeit berufen, wogegen die Mehrheit nur zur Errettung berufen worden ist, hat zu einem vollzeitlichen Dienst für einige und zum teilzeitlichen Christentum für den Rest geführt. Diese unschriftgemäße Vorstellung hat die biblische Bedeutung der Jüngerschaft und des Dienstes der Gemein­de zerstört.Da alle Christen zu einem vollzeitlichen Dienst berufen werden – und dies bedeutet schliesslich Jüngerschaft -, was ist dann der Unterschied zwi­schen dieser Berufung und den Dienstämtern des Apostels, des Propheten, des Evangelisten, des Pastors und des Lehrers? Gott gibt mit der allgemeinen Berufung, die jeder Gläubige erhält (Eph. 4,1), einem je­den von uns auch bestimmte Gaben und Aufgaben in der Gemeinde Christi (1. Kor. 12, 7.18). Einigen verleiht Er besondere Dienstämter oder Gaben, um der Gemeinde durch sie zu dienen (Eph. 4,11; 1. Kor. 12,28).Diese Dienstgaben sind nicht den von Menschen geschaffenen kirchli­chen Ämtern gleichzusetzen, sondern es sind übernatürliche Gaben, die verliehen werden, um die Gemeinde zur Vollkommenheit zu führen. Dieje­nigen, die eine der Gaben des fünffachen Dienstes haben, werden in einem Dienstamt tätig sein, während jeder Gläubige, der mit einer Berufung betraut wurde und dem bestimmte charismatische Gaben übertragen worden sind (was in 1. Korinther 12 und Römer 12 aufgezeigt wird), dazu ausersehen ist, in dieser Eigenschaft als ein Teil des Leibes Christi tätig zu sein. Im ersten Fall sind es Gaben des Dienstamtes (für die Leiterschaft), wogegen die letztgenannten charismatische Gaben sind (für den Gemeindedienst). Dem Propheten wird beispielsweise eine Gabe des Dienstamtes gegeben, und nicht jeder Gläubige hat dieses Amt inne (1. Kor. 12,28-29). Auf der anderen Seite kann jeder Gläubige kraft dercha-rismatischen Gabe der Weissagung prophetisch reden (1. Kor. 14,1-39; Joel 3,1-2), um die Gemeinde „auf zu erbauen, zu ermahnen und zu trösten“ (1. Kor. 14, 3). Die Natur der Berufung hat nichts damit zu tun, wie jemand seinen Lebensunterhalt verdient. Jeder Christ ist mit einer allgemeinen Berufung berufen worden, dabei erhalten die einen Dienstgaben, die ihre ganze Zeit ausfüllen, und deshalb wird dies die Quelle ihres Lebensunterhalts aus-machen („So hat auch der Herr befohlen, dass die, die das Evangelium ver­kündigen, sich vom Evangelium nähren sollen.“ 1. Kor. 9,14); während andere, die mit charismatischen Gaben der Gemeinde dienen, im allge­meinen an einer Arbeitsstelle ihren Lebensunterhalt verdienen. Gott aber beruft jeden Christen nach seiner Errettung zu vollzeitlicher Jüngerschaft an dem Platz, an dem ersieh befindet, oder an den Gott ihn später stellen mag. Ausserdem werden ihm eine oder mehrere charismatische Gaben zuteil, um dem Leib Christi zu dienen: „Jedem einzelnen wird die Offen­barung  des  Geistes  gegeben  zum  Nutzen  aller“  (1. Kor. 12, 7; ‘vgl. Rom. 12,3-8). Dar über hinaus ist er genauso in die Gemeinde Christi „ein­gesetzt“ worden, und es wird von ihm ebenso erwartet ,dass er charisma­tisch dient, wie von demjenigen, der das Amt der Leiterschaft innehat: „Nun aber hat Gott jedem einzelnen Glied seinen Platz im Leib gegeben, wie er gewollt hat“ (1. Kor. 12,18; vgl. Vs. 28).Das Neue Testament lehrt in den folgenden Schriftstellen mit unmissver­ständlicher Deutlichkeit, dass jede Arbeit christlich ist, solange ihr ein Christ nachgeht. Der Ausdruck „weltlicher Beruf findet überhaupt keinen Rückhalt in der Bibel. Zum Beispiel schreibt Paulus in Epheser 6, 5-8: „Ihr Sklaven, seid euren irdischen Herren gehorsam wie dem Herrn Christus in Furcht und Zittern, mit aufrichtigem Herzen, nicht mit Augendienerei, um den Menschen zu gefallen, sondern als Sklaven Christi, die den Willen Got­tes von Herzen tun. Tut euren Dienst bereitwillig als dem Herrn und nicht den Menschen; denn ihr wisst: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn wiederempfangen, er sei Sklave oder Freier.“ Somit wird hier klar ge­lehrt, dass man sogar in der Sklaverei seinen Dienst an Menschen, wenn er im richtigen Geist getan wird, so betrachten soll, als verrichte man einen Dienst am Herrn. Ferner wird dies in Kolosser 3,22-24 betont, wo er schreibt: „Ihr Sklaven, seid euren irdischen Herren gehorsam in allem, nicht mit Augendienerei, um den Menschen zu gefallen, sondern mit aufrichtigem Herzen in der Furcht des Herrn. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, denn ihr wisst, dass ihr vom Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Denn ihr dient dem Herrn Christus!“ Obwohl Gott die Einrichtung der Sklaverei nicht gutheisst, sehen wir trotzdem daran, dass sogar Sklaverei in der Schrift als „christli­cher Dienst“ bezeichnet wird, wenn der christliche Sklave seinem irdischen Herrn treu dient, weil er dann in Wirklichkeit Jesus Christus dient.Viele Christen, die das biblische Verständnis für Jüngerschaft verloren ha­ben, meinen heute, sie stünden nicht im christlichen Dienst, wenn sie nicht als Missionar nach China oder Indien gingen oder in irgendeiner Form mit kirchlicher oder religiöser Arbeit beschäftigt seien. Der biblische Standpunkt ist jedoch: Alle Arbeit ist christlich, (a) wenn ein Christ ihr nachgeht, (b) wenn es Gott verherrlicht und (c) wenn dem Mitmenschen in Liebe ein Dienst erwiesen wird. Alle Arbeit hat in Gottes Augen ein gutes Ansehen (solche nutzlosen Beschäftigungen wie die eines berufs­mässigen  Glücksspielers,  eines Jockeys,  einer  Prostituierten,  eines Barkellners, usw. natürlich ausgenommen), ob man in einem Büro oder in einer Fabrik angestellt ist, oder ob jemand Geschäftsmann, Landwirt, Hausfrau oder Diener ist. Die Schrift bezeichnet selbst Sklavenarbeit als vollzeitlichen, christlichen Dienst, wenn ein Christ diesen Dienst ausführt und weist damit darauf hin, dass keine Arbeit zu niedrig, zu gering oder zu unwichtig ist, um darin Gott zu verherrlichen. In der Bibel finden wir nir­gends eine Teilzeit Jüngerschaft für die Mehrheit aller Christen und einen vollzeitlichen Dienst für einige wenige berufsmässige, bezahlte, religiöse Arbeitskräfte.    Jeder   Christ    ist    zu    einem    vollzeitlichen    Dienst (Jüngerschaft) berufen worden, wo immer er auch wohnen mag und ungeachtet der Arbeit, der er nachgeht. Deine gegenwärtige Anstellung ist deshalb eine würdige, weil du als Christ die dir auferlegte Arbeit aus­führst (falls die obenerwähnte Begriffsbestimmung einer annehmbaren Arbeit darauf zutrifft).Drittens müssen wir, um das biblische Verständnis der christlichen Berufung und des Gemeindedienstes zurückzuerlangen, den von der kirchlichen Institution gemachten Unterschied zwischen einer berufs­mässigen „Geistlichkeit“ und einer „Laienschaft“, der von Menschen und nicht von Gott eingeführt wurde, aus unserem Wortschatz und unserem Denken tilgen.Diese Tilgung ist aus zwei Gründen notwendig. Zum einen wird der Aus­druck „Klerus“ in der Bibel nie im Zusammenhang mit einer Person ge­braucht, die ein Amt des fünffachen Dienstes von Epheser 4,11 bekleidet. Der griechische Ausdruck, von dem unser Wort „Klerus“ abstammt, er­scheint nur einmal im Neuen Testament (1. Petr. 5,3) und wird dort nicht verwendet, um den Pastor oder die Ältesten zu bezeichnen, sondern die Versammlung der Gläubigen (die sogenannte „Laienschaft“). In dieser Schriftstelle unterweist Petrus die Ältesten, sich nicht wie „Herrscher über Gottes Erbschaft“ zu benehmen. Der Ausdruck „Erbschaft“ ist im Griechischen das Wort kleros, von dem der Begriff „Klerus“ abgeleitet worden ist. Er wurde später für die Bezeichnung der Dienstämter verwendet, weil die Ältesten, ungeachtet der Ermahnung des Petrus, mehr und mehr dazu neigten, sich selbst wie die Leviten und Priester des Alten Testamentes als die besondere „Erbschaft“ Gottes zu betrachten. Obwohl das Neue Testament den Begriff „Erbschaft“ oder „Klerus“ für die Versammlung der Heiligen allgemein gebraucht, gingen die Ältesten schliesslich dazu über, diese Bezeichnung nur für sich zu verwenden.Der zweite Grund.warum diese beiden Bezeichnungen (Klerus und Laien­schaft) aus unserem Wortschatz gestrichen werden sollten, ist aus der Tatsache ersichtlich, dass der Begriff „Laienschaft“ ein Fachausdruck ist, der heutzutage benutzt wird, um die zu bezeichnen, die im Gegensatz zu denen, die irgendeine religiöse Arbeit ausführen, kein Amt des Dienstes innehaben. Die Bezeichnung „Laie“ stammt vom griechischen Wort laos, was „Volk“ bedeutet. Es tritt in 1. Petrus 2, 9 auf, wo die „Laien“ das „kö­nigliche Priestertum“ genannt werden. Es sollte für jeden klar ersichtlich sein, dass es in der Gemeinde Christi keine kirchlichen Unterschiede gibt, wenn die Schrift alle Gläubigen als Gottes „Klerus“ und „Priestertum“ be­zeichnet. Die Unterschiede beziehen sich lediglich auf den Aufgabenbe­reich. Alle Gläubigen sind in die Gemeinde gesetzt worden, damit sie dort einen Dienst verrichten (1. Kor. 12, 7.18); einigen sind Dienstämter der Lei­terschaft übertragen worden, damit sie den Leib ausrüsten und ihn zu sei­nem Dienst hinführen. Im Neuen Testament ist die „Laienschaft“ nicht einfach ein Gruppe Zuschauer, denen der „Klerus“ predigt. Die Menschen stellten nicht andere an, damit sie an ihrer Stelle das Evangelium verkün­deten, für die Kranken beteten, Glauben für sie ausübten und Zeugnis für sie ablegten. In der ersten Gemeinde verbreiteten alle Jünger das Wort und dienten anderen, die Bedürfnisse hatten. Sie wussten, dass dies in glei­cher Weise ihre Berfung war, wie die ihrer Leiter, ungeachtet dessen, was ihre regelmässige Beschäftigung gewesen sein mag. In Apostelgeschichte 8,1-4 wird uns mitgeteilt, dass die gewöhnlichen Jünger, oder die „Laien­schaft“, zerstreut wurden und „umherzogen und das Wort predigten“, während die Apostel in Jerusalem blieben. Gott sandte nicht einen Apo­stel oder Propheten zu Paulus, nachdem er auf der Strasse nach Damaskus bekehrt worden war, sondern vielmehr wird uns berichtet, dass „ein Jünger in Damsakus, mit Namen Ananias“ zu ihm gesandt wurde, um für die Heilung seiner Augen zu beten, ihm die Hände aufzulegen, damit er die Taufe im Heiligen Geist empfinge und ihn im Wasser zu taufen (Apg. 9). Die Kirche Christi braucht heute nicht noch mehr Menschen, die ihren Beruf aufgeben, um ihr Leben in den „vollzeitlichen christlichen Dienst“ zu stellen, indem sie irgendeine Form religiöser Anstellung suchen, sondern es besteht für jeden Christen die Notwendigkeit, ein vollzeitlicher Jünger zu werden, der in dem Bereich seines Lebens und seiner Arbeit, in dem er sich jetzt befindet, Zeugnis ablegt und anderen dient. Alles, was du an ir­gendeinem anderen Ort oder unter anderen Umständen tun könntest, kannst du gerade jetzt, wo du lebst, ebenso tun. Du fragst: „Was ist damit gemeint?“ Damit ist gemeint: Zeugnis abzulegen, zu fasten, zu beten, Für­bitte zu tun, Kranken und Bedürftigen zu dienen, Bedrängte zu befreien, das Selbstleben zu kreuzigen, in einen tieferen Wandel im Geist vorzu­dringen, im Glauben leben zu lernen, dem Nächsten in Liebe zu dienen,deinen Platz in der Gemeinde Christi zu finden und dort zu wirken. Wo im­mer du hingehst, welchen besonderen Dienst oder was für eine Aufgabe du in der Gemeinde haben magst, im wesentlichen bist du zu dem eben Erwähnten berufen.Als ein Glied des Leibes Christi, das mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, bist du deshalb jetzt zu einem vollzeitlichen Dienst berufen, wo du auch sein magst. Einigen wird das Amt und die Autorität der Leiterschaft in der Gemeinde verliehen, um sie zur Vollkommenheit zu führen; die anderen sind in den Leib gesetzt und mit bestimmten charismatischen Gaben ausgestattet worden, um ihren Dienst an der Gemeinde und durch sie zu erfüllen. In 1. Korinther12 lesen wir, dass es unmöglich ist, ein Christ zu sein und nicht gleichzeitig von Gott mit einer bestimmten charismatischen Manifestation des Geistes (12, 7) in den Leib Christi „eingesetzt“ worden zu sein (12,18). Da Gott die Glieder unseres leiblichen Körpers nicht wahl­los und willkürlich aneinandergefügt hat, sondern jedem den richtigen Platz zugewiesen hat, damit es die Aufgabe erfüllt, die nur dieses bestimmte Glied ausführen kann, verhält es sich so auch mit der Gemeinde. Jedes Glied hat einen vorherbestimmten Platz, einen Zweck und eine Aufgabe, der kein anderes Glied an seiner Stelle nachkommen kann. Kein Glied des Leibes ist unbedeutend oder unwichtig: „Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns als die schwächsten erscheinen, die nötigsten“ (12,22). Der zusammenwirkende Dienst aller Heiligen resultiert in der Auferbauung des ganzen Leibes (Eph. 4,16). Unter der jetzigen Ord­nung der Menschen, die den Leib in zwei getrennte Klassen unterteilt ha­ben, welcher sich aus den Geistlichen und aus den Laien zusammensetzt, ist die Gemeinde immer untätiger geworden. Und vergleichbar mit einem Arm, der nicht gebraucht wird und infolgedessen verkümmert, verdorrt und abstirbt, ist die heutige Gemeinde Christi schwach, machtlos und unfähig, ihren Dienst zu erfüllen.Die Wiederherstellung des Dienstes des Heiligen GeistesChristus goss den Heiligen Geist auf die Gemeinde aus, weil Er die Absicht hatte, Seine Gemeinde durch den Geist, der in dem Gläubigen wohnen sollte, zu regieren und zu führen. Der Heilige Geist sollte im gleichen Ver­hältnis zur Gemeinde stehen wie ein Testamentsvollstrecker zum Nachlass; Er sollte Christi Vertreter auf Erden sein, der den Leib Christi be­vollmächtigt, lehrt und führt (Joh.16, 7-15). Die zeitgenössische Kirche jedoch vereitelt diese Absicht, weil sie ihren Auftrag mit ihren eigenen Methoden und durch die Organisationen, die Menschen ins Leben gerufen haben, zu erfüllen versucht, während sie den Dienst des Heiligen Geistes absichtlich nicht beachtet, welchen Christus gesandt hat, um die Gemein-16de zu bevollmächtigen und ihr Zeugnis wirksam zu machen (Apg. 1,4-8). Anstatt sich der Führung und Leitung des Heiligen Geistes zu unterstellen, hat sich die Gemeinde eine komplexe, kirchliche Einrichtung geschaffen, die im Auftrag einer Vereinigung betrieben wird und sich aus Ältestenrä­ten, Direktoren und Mitgliedern zusammensetzt. Sie glauben, sie könnten alle Entscheidungen durch Abstimmungen treffen und seien in der Lage, das Werk des Reiches Gottes durch die Fähigkeiten hochgeschulter, religiöser Arbeitskräfte und einer berufsmässigen Geistlichkeit zu fördern.Die Heilige Schrift allein war die einzige Quelle für den Glauben und die Handlungsweise der ersten Gemeinde. Daher bildete sie nicht einzelne Gesellschaften, Ausschüsse und Organisationen, um ihre Mitarbeiter aus­zubilden und hinauszusenden, sondern jede lokale Gemeinde erachtete die Verantwortung, das Evangelium zu verkündigen, wie auch die Jünger zu lehren und auszubilden, als ihr Vorrecht und ihre Pflicht. Ausserdem übernahm die Gemeinde nur jene Ämter, Aufgaben, Organisationen, Handlungsweisen und Lehren, die im Wort Gottes befohlen wurden. Sie waren überzeugt, dass Christus, als Er Seine Gemeinde gründete, sie nicht nur so gestaltete, wie es Ihm gefiel, sondern sie auch, was Organisation und Vorgehensweise anbelangt, entsprechend ausrüstete, damit sie unter der Bevollmächtigung des Heiligen Geistes den Dienst ausführen konnte, den Er für sie vorgesehen hatte. Er beabsichtigte niemals, dass Seine Gemeinde Neuerungen ersinnen sollte, wie es die meisten religiö­sen Gemeinschaften getan haben, um sich der verändernden Welt anzu­passen und damit zu versuchen, den Auftrag zu erfüllen, wobei sie weitgehend den Dienst des Heiligen Geistes ausser acht gelassen haben. Die Herrschaftsform der ersten Gemeinde war in ihrer Art nicht einer welt­lichen Demokratie nachgebildet worden, sondern stellte eine Theokratie („Gottesherrschaft“) unter Christus, ihrem Haupt, dar, der beabsichtigte, Seine Gemeinde durch den Geist zu regieren und zu leiten, den Er ge­sandt hatte, um auf Erden Sein Vertreter und Testamentsvollstrecker zu sein. Die Gemeinde handelte in allen Angelegenheiten der Lehre und der Handlungsweise  in  Übereinstimmung  mit  dieser Auffassung.  Wenn damals die weltliche,  „demokratische“ Regierungsform zur Geltung gekommen wäre, in der jedem Mitglied das Recht gewährt wird, abzustim­men, wie es ihm beliebt, wäre daraus (was die heutige Erfahrung leider be­wiesen hat) eine Äusserung persönlicher Meinungen hervorgegangen, was immer dazu führt, dass Uneinigkeit und Trennung gesät und die Bil­dung von sich bekämpfenden Gruppen und Splitterparteien im Leib Christi gefördert wird, anstatt die Einheit zu bewahren. Es gibt kein Anzei­chen dafür, dass die erste Gemeinde irgend etwas durch die Abstimmung der Mehrheit  entschieden  hätte,  sondern  die  Schrift  ermahnt di Gläubigen im Gegenteil, die Einheit im Geist anzustreben und alle „eines Sinnes zu sein.“ Wiederholt lesen wir Ermahnungen wie diese: „Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Chri­stus, dass ihr alle einerlei Rede führt und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völ­lig zusammengefügt seiet“ (1. Kor. 1,10 Elb. Beachte sorgfältig: Apg. 1, 24; 13,1-4; 15, 22-28; Phil. 2, 2-3.14; 4, 6-7; Rom. 8, 26-27; 12,16; 1. Kor. 1,10-13; 2. Kor. 13,11; 1. Petr. 3,8).Die ersten Christen trachteten nicht danach, die lokale Gemeinde durch Mehrheitsbeschluss zu leiten, weil sie davon überzeugt waren, dass kein Christ das Recht hatte oder es wirklich eingeräumt haben wollte, dem Wort Gottes in einer Angelegenheit, die von der Gemeinde erwogen wurde, gehorchen zu wollen oder nicht, sondern sie trachteten danach, wie ein Leib in jeder Angelegenheit oder Entscheidung die Gesinnung und den Willen Christi zum Ausdruck zu bringen. Sie waren sich dessen sicher, dass der Heilige Geist, der in jedem Gläubigen gleichermassen wohnte, nicht der Urheber von Verwirrung oder Unstimmigkeiten war, son­dern jedem Gläubigen dieselbe Gesinnung offenbarte, nachdem man über diese Sache gesprochen und gebetet hatte. Obwohl die Kapitel 6 und 15 der Apostelgeschichte gelegentlich als Grundlage für die Annahme herangezogen werden, die Leitung der Gemeinde sei einer weltlichen Demokratie nachzubilden, ergibt sich jedoch aus diesen Schriftstellen kein Nachweis, dass über die Angelegenheiten, die erwogen wurden, „abgestimmt“ worden wäre, sondern vielmehr lässt sich an der Art, wie sie ihre Fragen lösten, erkennen, was für eine Einheit und Überein­stimmung in der ersten Gemeinde vorherrschte. Wie die zahlreichen, oben erwähnten Schriftstellen klar darlegen, war die erste Gemeinde (wie Israel) eine Theokratie unter Christus. Er hat Seine Stellung als Haupt und Seine Vollmacht weder einer Organisation, einem Ältestenrat oder einer Institution noch einer Gruppe, die die Mehrheit in der Gemeinde darstellt, übertragen. Die Gemeinde, die Sein Leib ist, soll sich Seines Willens nicht mit dem Stimmzettel, sondern durch Seinen Geist, den Er zu diesem Zweck gesandt hat, vergewissern.Wenn in einer Sache diese Übereinstimmung und Einheit der Gesinnung nach ruhiger Besprechung und Gebet nicht erzielt werden kann, sollte die Angelegenheit, wenn möglich, vorläufig zurückgestellt werden, damit jedes Glied noch einmal seine Einstellung im Licht der Schrift überprüfen kann, indem es noch mehr Zeit dem Gebet, der Besinnung und dem Prüfen des Herzens widmet mit der inneren Bereitschaft, den Standpunkt zu ändern, falls sich herausstellen sollte, dass es sich im Irrtum befindet. Wenn die charismatischen Gruppen, die Gott gegenwärtig erweckt, nicht willig sind, mit den geistlichen Mitteln, die ihnen gegeben wurden, in allen Angelegenheiten des Glaubens und der Handlungsweise zu derselben Gesinnung des Geistes zu kommen und danach streben, eines Sinnes zu sein, dann werden sie wie die heutige Kirche ihrer Berufung nicht gerecht werden können und die Absicht verfehlen, die Gott mit ihnen hatte. In diesen letzten Tagen ist der Wille Christi in der Ausgiessung des Geistes derselbe wie am Anfang – Seinen Leib durch Seinen Geist, der in uns wohnt, zu regieren und zu führen.Wird dies gelingen? Ist es möglich, in allen Dingen „eines Sinnes“ zu sein? Können  wichtige Angelegenheiten  entschieden werden,  ohne  eine „Abstimmung“ durchzuführen? Gott fordert nicht etwas von Seiner Ge­meinde, was sie nicht auch tun könnte. Dies ist nicht nur möglich, sondern der Verfasser kann aus Erfahrung bezeugen, dass es funktioniert, denn seit vielen Jahren wird es in unserer Gemeinde so gehandhabt. Bei uns hat sich erwiesen, was das Neue Testament lehrt, dass nämlich alle Angele­genheiten  nicht durch  den Stimmzettel, sondern durch  den Geist entschieden werden können, der in jedem Gläubigen gleichermassen wohnt und allen dieselbe Gesinnung verleiht, wenn sie aufrichtig danach trachten, von Ihm geführt zu werden. Dies ist weder ein Versuch etwas stark zu vereinfachen, denn die Gemeinde muss gelegentlich überschwer­wiegende Fragen und Angelegenheiten entscheiden, noch wird die Tatsache übersehen, dass es manchmal in der lokalen Gemeinde solche Glieder geben kann, die immer noch „fleischlich“ und eigenwillig gesinnt und nicht bereit sind, durch Gebet die Gesinnung des Geistes zu suchen. Dennoch hat sich im vergangenen Jahrzehnt in unserer Gemeinde weder die  Notwendigkeit  (oder der Wunsch)   gezeigt,  eine  der  üblichen Geschäftsversammlungen abzuhalten, noch mussten wir Angelegenheiten des Glaubens oder der Handlungsweise der Gemeinde zur Abstimmung unterbreiten. Es ist wahrhaftig möglich, der Ermahnung unseres Herrn in 1. Korinther 1,10 (Elb.) zu gehorchen, dass „ihr alle einerlei Rede führt und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seiet.“ Dies kann in jeder charismatischen Gruppe zur Wirklichkeit werden, die es Christus, ih­rem Haupt, erlaubt, Seinen Leib durch den Geist, der jedem Glied inne-wohnt, zu regieren und zu führen.Zweites Kapitel Die charismatische Gemeinde im Gottesdienst„Grüsst die Priska und den Aquila . . . Grüsst auch die Gemeinde in ihrem Haus“ (Rom. 16, 3-5).Es ist aufschlussreich, dass überall im Neuen Testament wiederholt Hinwei­se auf Gemeinden zu finden sind, die sich zum Gottesdienst in den Häusern von Christen versammelten. Beachte: Römer 16,5; 1. Korinther 16,19; Kolosser 4,15; Philemon 2; Apostelgeschichte 2,46. Dies liegt darin begründet, dass sich die ersten Gemeinden nicht in Gebäuden und Kathedralen, sondern in den Häusern von Christen trafen. Diese Gepflo­genheit ist in unserer Zeit wiederhergestellt worden, denn jede Woche werden überall auf der Welt Tausende dieser charismatischen Versamm­lungen in den Häusern von Christen abgehalten. Erst mit der Entstehung der organisierten Religion ging man vom einfachen Gottesdienst der Ge­meinde in Häusern zu förmlichen Gottesdiensten über, die in grossen Sä­len, Gebäuden und Kathedralen abgehalten wurden. Nach und nach wurde das Gebäude selbst als „Kirche“ bezeichnet. Das widerspricht natürlich dem neutestamentlichen Begriff von der Gemein­de (Kirche), die der Leib der Gläubigen selbst ist (1. Kor. 12,27 mit Kol. 1, 24). Die Vorstellung von der Kirche als einem Gebäude oder einer kirchlichen Organisation, der Christen beitreten und mit einem „Dokument“ ihre Mitgliedschaft aufrechterhalten, ist dem Neuen Testament fremd. Wie die Schrift zeigt, ist die Kirche ein lebendiger Orga­nismus, der mit einem menschlichen Körper mit seinen verschiedenen Gliedern verglichen werden kann, die alle in einer lebenswichtigen Beziehung zueinander stehen (1. Kor. 12). Die Kirche ist keine Organisa­tion, der man beitritt, sondern sie ist ein geistlicher Leib, in den man durch den Geist hineingetauft wird (1. Kor. 12,13). Der Ausdruck, der in den Übersetzungen mit „Kirche“ (Gemeinde) wiedergegeben wird, bedeutet im neutestamentlichen Griechisch wörtlich „die Herausgerufenen“ oder „eine Versammlung“ (mehrerer Menschen). Die Vorstellung von der Kir­che als einem Gebäude oder einer Denomination entstand erst später.Das heisst natürlich nicht, dass sich heute alle charismatischen Gruppen ausschliesslich in den Häusern von Christen treffen, denn es gibt sicherlich charismatische Gemeinden, die weiterhin Gottesdienste in einem Saal oder einem Kirchengebäude abhalten. Der Geist selbst jedoch ist es, der in der gegenwärtigen Wiederherstellung zu derUngezwungenheit derGe-meinde im Haus zurückführt. Die Vorteile der Hausgemeinde und der charismatischen Versammlung im Heim werden aus den nun folgenden Seiten ersichtlich.Charismatische HausversammlungenIn der heutigen charismatischen Erweckung werden Hauskreise buchstäb­lich zu Tausenden durch den Heiligen Geist ins Leben gerufen, in denen sich geisterfüllte Christen wiederum in Häusern zur Gemeinschaft und zur Anbetung im Geist versammeln und in denen sie an der Ausübung der charismatischen Gaben teilhaben und sie in Vollmacht erteilte Lehre über die tieferen Wahrheiten des Wortes Gottes erhalten.Nicht jeder dieser charismatischen Kreise, die sich in Häusern versammeln, ist eine Gemeinde als solche, denn einige haben keinen Pa­stor oder keine Diakone, sie treffen sich oft während der Woche anstatt sonntags, sie haben keine regelmässige vom Geist gewirkte Wortverkün­digung, auch feiern sie nicht die von Jesus eingesetzten Verordnungen, und so weiter. Sie sind jedoch vom Heiligen Geist in einerZeit versammelt worden, die als Übergangsperiode bezeichnet werden könnte, in der wir Zeugen einer Bewegung sind, die von einer Betonung auf organisiertem, institutionalisiertem Christentum zu dem neutestamentlichen Vorbild zurückkehrt, wo die Betonung auf der Schlichtheit des Gottesdienstes und des Dienstes der Gemeinde liegt.Solche charismatischen Gebetsgruppen, Hausversammlungen und Ge­meinden sind in dieser Stunde, in welcher der Dienst der Gemeinde und der Gottesdienst wiederhergestellt werden, von Gott angeordnet worden, damit den geisterfüllten Christen charismatische Gemeinschaft ermög­licht wird, die sie in ihren Kirchen vermissen. Deshalb hat Er für einen Ort gesorgt, an dem solche Gemeinschaft und Anbetung im Geist gepflegt werden kann – ein Ort, ändern sie in Freiheit und ohne Kritik oder Zurück­haltung Gott ihren Lobpreis darbringen können – ein Ort, an dem ihnen der Herr durch die Geistesgaben dienen kann – und ein Ort, an dem ihnen die Endzeit-Wahrheiten durch gesalbte Dienste gelehrt werden, damit der Leib Christi auf seinen Dienst vorbereitet wird. Im Gegensatz zu den grossen, formellen Kirchengottesdiensten wird jeder einzelne Gläubige durch die Ungezwungenheit der kleineren Versammlungen in den Häusern dazu ermutigt, seine Verantwortung wahrzunehmen, einander zu ermahnen und zu trösten, die Gaben auszuüben und seinen Dienst in der Gemeinde zu erfüllen. Zweifellos werden aus diesen charismatischen Hauskreisen schliesslich immer mehr Gemeinden entstehen, die nach dem Vorbild des Neuen Testamentes gestaltet sind, wie dies bei vielen anderen bereits geschehen ist. Um Gottes Absicht jedoch nicht zu vereiteln, müssen zwei Extreme von solchen Gruppen vermieden werden. Ein Extrem ist bei den Gruppen zu finden, die eine Hausgemeinde gründen, sie aber der Organi­sation und den Methoden der denominationeilen Kirchen anpassen, zu denen sie früher gehörten, nur dass sie jetzt charismatisch sind. In solchen Fällen stellt sich im allgemeinen heraus, dass die Leute nicht zum Dienst an der Gemeinde ausgebildet werden und sich zum grössten Teil kaum von „Zuschauern“ unterscheiden. Sie verstehen unter Christentum immer noch, am Sonntag zur Kirche zu gehen, sich Predigten anzuhören und sich von ihren Geistlichen dienen zu lassen, ohne selbst richtig daran teil­zunehmen. Mit der Wiederherstellung der Hausversammlung beabsichtigt Gott nicht, dass charismatische Christen lediglich eine andere Kirche nach dem denominationellen Vorbild aufbauen mit all ihren Organisationen und dem religiösen Mitarbeiterstab, mit Taufurkunde, Statuten, Mitgliederver­zeichnis, Bauvorhaben, religiösem Programm, Mitgliederwerbung, zahlreichen Verwaltungsstellen, Ausschüssen, Amtsträgern und so weiter, sondern es ist Gottes Absicht, durch solche Kreise die göttliche Ordnung und das Vorbild des Neuen Testamentes wiederherzustellen.Das andere Extrem ist in den Gruppen zu finden, die versuchen, jegliche menschliche Leitung oder Ordnung auszuschalten, denn sie halten hartnäckig an der Überzeugung fest, ein charismatischer Gottesdienst sei so vollkommen vom Geist geführt, dass sich niemand vornehmen sollte zu leiten, zu sprechen oder das Wort zu verkündigen, sondern jeder einzelne sollte sich nur so verhalten, wie der Geist ihn während des Treffens leitet. Bei dem einen Extrem stehen die Geistlichen immer noch im Mittelpunkt des Gottesdienstes, bei dem anderen dreht sich der Got­tesdienst um die Versammlung, und in beiden Fällen treffen wir nicht das wahre neutestamentliche Vorbild an, nämlich den Dienst der Gemeinde unter der Leitung des fünffachen Dienstes.Gott selbst ordnete die Dienste der Leiterschaft an (Eph. 4,11) und setzte sie in die Gemeinde „zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dien­stes, für die Auferbauung des Leibes Christi, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmass des Wuchses der Fülle Christi. Denn wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin-und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre“ (Eph. 4,12-14 Elb.). Ohne die von Gott einge­setzte Leiterschaft und ohne gesalbte Lehre des Wortes werden solche charismatischen Gruppen geistlich nicht wachsen, ihnen wird Ausrichtung und Standfestigkeit fehlen, und gelegentlich sind sie Opfer satanischer Irrlehren und Verführungen geworden.Einige Gruppen beispielsweise, denen eine gesalbte Leiterschaft fehlt, versammeln sich lediglich, um die Geistesgaben als Selbstzweck auszu­üben. Solche Versammlungen werden im allgemeinen durch Lobpreis und Gebet im Geist gekennzeichnet, durch Zeugnisse, Manifestationen der Äusserungsgaben1)und einer Gelegenheit, das mitzuteilen, was Gott dem einen oder anderen kurz zuvor aus der Schrift gezeigt hat. Die Versamm­lung erreicht gewöhnlich ihren Höhepunkt, sobald ein Stuhl in die Mitte des Raumes gestellt wird, um den sich die Gruppe schart und denjenigen Gebet für Heilung, Befreiung oder die Geistestaufe anbietet, die diesen Dienst wünschen. Das alles kritisiere ich natürlich nicht, denn solche Ver­sammlungen   sollten   eigentlich   ermutigt   werden.   Die   geistlichen Segnungen,   die   aus   diesen   charismatischen   Hausversammlungen hervorgegangen sind, sind weithin bekannt, denn Tausende wurden von den verschiedensten Krankheiten geheilt, von Bedrückung befreit, im Geist getauft, und immer wieder wird von Wundern als Antwort auf ein Ge­bet berichtet. Gott erwartet jedoch von uns, dass wir erkennen, dass die charismatischen Manifestationen Seines Geistes nicht als Zweck in sich selbst betrachtet werden dürfen, sondern vielmehr als Mittel zum Zweck. Sein Verlangen ist, dass die charismatischen Christen in der gegenwär­tigen Ausgiessung des Geistes Seine höhere Absicht, die Er mit ihnen hat, erkennen. Was ist dies? Die Absicht der Taufe im Heiligen Geist ist es, uns zu  befähigen,  geistlich  „zur vollen  Mannesreife,  zum  Vollmass des Wuchses der Fülle Christi“ heranzuwachsen (Eph. 4,13). Das tiefere Le­ben im Geist ist Gottes letztendliche Absicht mit dem charismatischen Gläubigen,    der    zu    einem    geisterfüllten    Leben     berufen    ist (Rom. 8; Gal. 5,16-25). Dies bedeutet, mit Christus gekreuzigt zu sein (Gal. 2,20),  geistlich zu  einem ausgereiften  Mann  heranzuwachsen (Eph. 4,13) und in völligem Glauben und in Abhängigkeit von Gott zu wan­deln (Mt. 6,33; ps. 91). Nur auf diese Weise wird die Wiederherstellung des charismatischen Gottesdienstes und des Dienstes an der Gemeinde Christi die endzeitliche Absicht Gottes erfüllen.Charismatische Christen, die solchen Gruppen angehören, haben mir ge­legentlich anvertraut, sie seien ohne regelmässige Lehre und Leiterschaft und empfänden deshalb, ihrer Gruppe fehle eine wirkliche Ausrichtung und eine Zielbewusstheit, und folglich reiften sie geistlich nicht heran. Der Rat, den ich ihnen ausnahmslos gebe, lautet: „Übt euren Glauben aus und betet, Gott möge euch einen Lehrer und gesalbte Wortverkündigung senden, denn es ist bestimmt Sein Verlangen, dass ihr jetzt auf eure geistli­che Erfahrung aufbaut und im Glauben heranreift. Der Gemeinde müssen1) Anm. d. Übers.: Der Begriff „utterance gifts“ wurde mit „Äusserungsgaben“ übersetzt und umschreibt „Gaben des inspirierten Redens.“ die tieferen Dinge des Geistes aus der Schrift gelehrt werden, und sie muss auf ihren charismatischen Dienst vorbereitet werden.“Obwohl man zwar die Freiheit des Geistes, den gegenseitigen Austausch und den Dienst der ganzen Gemeinde anregen sollte, wird der Kreis von vornherein weder heranreifen, noch die Absicht seines Bestehens erfüllen, wenn deshalb das Studium der Schrift vernachlässigt wird, wie es manchmal in den „offenen“ charismatischen Versammlungen vorkommt, in denen planmässige Lehre durch einen Ältesten als nicht wünschenswert betrachtet wird. Im Gegensatz zu dem, was einige aufrichtig glauben mö­gen, ist das Wort Gottes in dieser Sache jedoch klar, denn Gott ermahnt die Gemeinde: „Fahre fort vorzulesen (aus der Schrift), zu ermahnen und zu lehren“ (1. Tim. 4,13). Er ermahnt die Ältesten, indem Er sagt: „Predige das Wort, sei zur Stelle, ob’s den Menschen recht ist oder nicht; weise zurecht, drohe und ermahne in geduldiger Belehrung! Denn es wird eine Zeit kommen, wo sie die rechte Lehre nicht ertragen werden . . .“ (2. Tim. 4, 2-3). In Apostelgeschichte 20,28-30 werden die Ältesten er­mahnt: „So gebt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, zu deren Hirten euch der Heilige Geist eingesetzt hat, damit ihr die Gemein­de Gottes weidet… denn reissende Wölfe werden zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen.“ Es darf nicht übersehen werden, dass die heutige Wiederherstellung des Dienstes in der ganzen Gemeinde Christi auch die Wiederherstellung des fünffachen Dienstes der Leiterschaft einschliesst, sonst wird nicht das neutestamentliche Vorbild wiederhergestellt werden, sondern lediglich ein anderes Werk errichtet, das von Menschen entworfen und geleitet wird. Laut Epheser4,11-16 ist derfünffältige Dienst unbedingt erforderlich, wenn die Gemeinde zur Reife kommen und für ihren Dienst ausgerüstet werden soll.Wie bereits früher erwähnt, bilden nicht all diese charismatischen Gruppen Gemeinden, aber jene, die es sind, werden im allgemeinen nicht einen regelmässigen fünffachen Dienst in ihrerVersammlung haben, aussereinem Hirten oder einem Hirten-Lehrer. Die Dienste eines Apostels, eines Propheten, eines Evangelisten und der eines Lehrers haben ein grösseres Einzugsgebiet und sind nicht auf eine örtliche Versammlung beschränkt, sondern dienen der ganzen Gemeinde Christi. In der Gemeinde zu Korinth finden wir beispielsweise all die verschiedenen Dienste erwähnt (1. Kor. 12,28). Jedoch sollte darauf hingewiesen werden, dass die Gemein­de in Korinth (wie die Gemeinde in Rom, Ephesus, Jerusalem, usw.) aus vielen lokalen Versammlungen bestand, die sich in den Häusern der Chri­sten trafen. Ein Apostel oder ein Prophet übte sein Amt, obwohl er zu einer örtlichen Versammlung gehörte, dennoch auch in anderen Versamm­lungen aus, die zusammen die Gemeinde in Korinth bildeten. Denomina­tionelle Kirchen unterschiedlichen Glaubens gab es damals nicht. Die ein­zelnen lokalen Hausversammlungen bildeten die Gemeinde oderden Leib Christi in der besagten Stadt und wurden daher als Gemeinde in Jerusa­lem, Gemeinde in Rom, usw. bezeichnet.Wo auch immer Gott beabsichtigt, einige oder alle Ämter des fünffachen Dienstes einzusetzen, ernennt Er sie gewöhnlich durch den Dienst eines Apostels oder eines Propheten selbst und erhebt sie in den Stand göttlicher Vollmacht. Wir beziehen uns hier natürlich auf Apostel und Propheten, die von Gott ernannt worden sind und die ihren Auftrag und ihre Befähigung vom Himmel erhalten haben, denn uns sind Beispiele bekannt, wo übereifrige Personen ohne einen göttlichen Auftrag umher­ziehen und einige charismatische Gruppen in „den Stand göttlicher Voll­macht“ erheben.Charismatischer GottesdienstDer Gottesdienst in einer charismatischen Versammlung steht in krassem Gegensatz zu dem der institutioneilen Kirche mit ihren geplanten Programmen und ihren starren Gottesdienstformen. Der Ablauf des Gottesdienstes in der denominationellen Kirche ist so voraussagbar wie der Aufgang und der Niedergang der Sonne und dreht sich fast ausschliesslich um die berufliche Geistlichkeit. Jeden Sonntag werden die Mitglieder zur Kirche eingeladen (ohne sich bewusst zu sein, dass nicht ein Gebäude oder eine Kathedrale, sondern sie selbst die Kirche sind), um sich ein religiöses Programm anzuhören, das zu ihrem Besten vorbereitet wurde. Dieses wird ihnen vom Pfarrer unter Mitwirkung des Dirigenten, des Organisten, des Chors, der Kirchendiener und der Diakone dargebo­ten. Aus seiner gepolsterten Kirchenbank misst der Laie dann die Wirkung des Gottesdienstes an seinem Unterhaltungswert, während er als stiller Zuhörer mit einem gedruckten Programm dasitzt und sich Musik, Gebete, Ankündigungen und eine Predigt anhört, die zu seinem Besten vorbereitet wurde. Seine eigene Teilnahme besteht weitgehend darin, aufzustehen und sich zu setzen, wenn er dazu aufgefordert wird, ein oder zwei Lieder zu singen, die der Pfarrer vorher für ihn ausgesucht hat und zur Kollekte etwas beizusteuern, wenn eine Gelegenheit dazu geboten wird. Unter »Kirche“ versteht er sowohl ein Gebäude an einer Strassenecke als auch eine Denomination, die zu seinem Besten von einer beruflichen Geist­lichkeit geleitet wird, welche er mit seinem Stimmzettel gewählt hat und die er finanziell unterstützt, damit sie an seiner Stelle geistlich tätig werde.In der charismatischen Versammlung, die vom Geist geleitet wird, gibt es dagegen kein sich genau wiederholendes Programm oder eine vorher entworfene Gottesdienstordnung. Der Pastor oder Leiter hat sich nicht fest vorgenommen, was gesungen wird, sich nicht entschieden, wen er zum Beten auffordern wird oder vorher festgelegt, welchen Verlauf der Gottesdienst zu nehmen hat, weil dem Geist die Freiheit gegeben wird, auf die Versammlung einzuwirken, damit Gottes Vorsatz erfüllt wird. Wie be­reits dargelegt, ist gesalbte Leiterschaft notwendig, denn deshalb hat Gott sie in die Gemeinde gesetzt, jedoch wird der Leiter, der einen wirksamen Dienst tun will, sich selbst so hingeben, dass er nicht versuchen wird, die Leitung der Versammlung zu übernehmen, sondern er wird danach streben, sie im Fluss des Heiligen Geistes zu halten. In einer Versammlung, die wahrhaftig vom Heiligen Geist geleitet wird, findet man Freiheit ohne Unordnung und Leiterschaft ohne Zwang vor. Einige charismatische Gruppen, die solcher Leiterschaft entbehren, neigen oft dazu, gleichsam in alle Richtungen zugleich loszuziehen und versäumen es, Gottes Absicht mit ihnen ausführen zu lassen (1. Kor. 14,26-33). Deshalb sollten wir sorgfältig zwischen strenger „Steuerung“ einer Versammlung durch eine Person und gesalbter Leiterschaft unterscheiden, die Gott zu diesem Zweck in die Gemeinde gesetzt hat (Eph. 4,11-16; Apg. 20,28f.).Wir haben aus eigener Erfahrung festgestellt, dass diese Leiterschaft notwendig ist, weil in einerGruppe ohne verantwortliche Leiterschaft stets einige Personen versuchen werden, die Gruppe zu „beherrschen“ und die Leitung nach ihren eigenen Vorstellungen zu übernehmen. Andere werden gelegentlich versuchen, die Versammlung mit übermässig langen Ermahnungen oder übertriebenen Weissagungen an sich zu reissen, wo­bei sie die biblischen Regelungen dieser Dinge ausser acht lassen (1. Kor. 14). Wenn niemand die Versammlung im gewissen Mass führt und leitet, kommt es vor, dass wegen der Freiheit und der Ungezwungenheit, die in diesen Gruppen vorherrscht, oft übertrieben viele Lieder gesungen, Zeugnisse gegeben, besondere Gebetsanliegen vorgebracht werden und solch ein Überfluss an Gaben der Äusserung vorhanden ist, dass keine Zeit mehr übrig bleibt, um das Wort zu verkündigen. Wenn vom Lehrer überhaupt erwartet wird, in der Versammlung zu sprechen, dann sind die Leute im allgemeinen zu erschöpft, um das Wort aufmerksam in sich aufzunehmen, weil sie die Anbetung, die seinem Dienst voranging, über­trieben haben. Aus genau diesem Grund werden uns auf diesem Gebiet in der Schrift klare Anweisungen gegeben (1. Kor. 14,26-33).Der Wert gesalbter Leiterschaft lässt sich auch an den Beispielen ermes­sen, wo versucht wird, falsche Lehre oder Weissagung einzuflössen, oder wenn eine Person auf gefühlsbetonte Weise übermässig laut wird und dieanderen während der Anbetung oder der Lehre des Wortes ablenkt. Damit beziehen wir uns nicht auf gesalbten Lobpreis, lautes Rufen, Händeklat­schen oder auf allgemeines Frohlocken, sondern auf solche Fälle, wo wir gelegentlich erlebt haben, wie eine Person ihre Gefühle nicht mehr be­herrschte oder tatsächlich Befreiung brauchte und dazu neigte, ihren Ge­fühlen freien Lauf zu lassen und so unangenehm auffiel, dass die Versamm­lung vorübergehend gestört wurde. In solchen Situationen jemanden anwesend zu wissen, der die Weisheit hat, solche Probleme mit Feingefühl zu bewältigen und die Versammlung mit dem Wehen des Geistes im Fluss zu halten, rechtfertigt zur Genüge die Notwendigkeit göttlich ernannter Leiter. In den Hausversammlungen, in denen ich mehrere Jahre lang als Pastor und Lehrer Dienst tat, herrschte eine erfrischende Stimmung, weil jegliche Andeutung eines „geplanten Programmes“ fehlte. Niemand ist eingeladen worden, lediglich als Zuschauer in unsere Gottesdienste zu kommen, um sich unterhalten zu lassen, sondern jeder wird ermutigt, frei daran teilzu­nehmen und als Glied am Leib Christi tätig zu sein, wie der Geist ihn führen mag. Anstatt nur dazusitzen und über Alltäglichkeiten zu plaudern oder einander „zu begrüssen“, wird meist schon fünfzehn Minuten vor Eröffnung der Versammlung ungezwungen gesungen, weil die, die früh eingetroffen sind (oft um sich einen Platz zu sichern!), es kaum erwarten können, mit ihrer Anbetung und dem Lobpreis Jesu in der Gemeinschaft mit anderen zu beginnen.Jemand, der musikalisch begabt ist, wird mit einer Reihe von Liedern, die nicht von einem vorher erstellten Liederzettel abgesungen werden, son­dern so wie der Geist ihn leitet, die Anbetung eröffnen, und die ganze Gemeinde schliesst sich dem einstimmig an. Dies hält vielleicht eine Stun­de lang an, da andere auch Lieder anstimmen, wie der Geist sie leitet. Charismatiker singen nicht bloss Worte aus irgendeinem Buch, sondern sie singen ihrem Gott von Herzen (oft mit geschlossenen Augen), um Ihn an­zubeten. Häufig beginnen sie auch spontan in harmonischem Einklang im Geist zu singen, wobei Worte und Melodie ihnen vom Himmel eingegeben werden. Geisterfüllte Christen singen gerne um des Gesanges willen – sie singen, weil sie beglückt und mit Freude, Dankbarkeit und Liebe zu Jesus erfüllt sind, und sie verlangen danach, ihre Verehrung und ihren Lobpreis mit ihrer Stimme auszudrücken. Oft bricht nach einem Lied ungezwun­genes Preisen und Frohlocken aus, und das Haus hallt förmlich wider von den Freudenrufen, dem Lob und dem Händeklatschen, wenn die Heiligen ..Gott mit fröhlichem Schall jauchzen“ (Ps. 100,1; ps. 47,2). Der Gesang wird meistens von Instrumentalmusik begleitet, die von dazu begabten Gemeindegliedern gespielt wird. Während dieser Zeit werden häufig die Gaben der Äusserung offenbar, da der Heilige Geist, um die Gemeinde aufzuerbauen, verschiedene Glieder des Leibes salbt zu weissagen oder in Zungen zu sprechen, worauf dann die Auslegung folgt. Im allgemeinen werden die vom Geist gesalbt zu spre­chen, die sich im Gebet vorbereitet und den Herrn gebeten haben, Er mö­ge sie als Gefäss gebrauchen, wenn Er wolle. Manchmal salbt der Geist jemanden mit einem Wort der Ermahnung (Rom. 12,8); und des öfteren wird auch jemand mit einem Psalm (durch den Geist), einer Erkenntnis oder einer Offenbarung hervortreten (1. Kor. 14,26), die der Herr geschenkt hat. Der Lobpreis des Herrn ist nicht nur darauf beschränkt, Loblieder zu singen, sondern die, die Ihn anbeten, erheben sich, um Ihn für Seine Güte und Seine Segnungen zu preisen und drücken ihre Liebe Jesus gegenüber deutlich vernehmbar aus. Ein Zeugnis nach dem anderen wird gegeben, in denen von Heilungen, Wundern, empfangenen Segnungen oder gütigen Gebetserhörungen berichtet wird. Während dieser Zeit der Anbetung und des Lobpreises werden oft besondere Gebetsanliegen vorgebracht, woraufhin die Gemeinde einmütig die Stimme erhebt und in für bittendem Gebet für dieses Anliegen eintritt (Apg.1,14; 4,24). Solche Anliegen werden nicht auf einer „Gebetsliste“ eingetragen, über der man jede Woche betet, sondern sie werden ein für allemal Gott übergeben. Immer wieder hat die Gemeinde wunderbare Erhörungen solcher Bitten erlebt, die im Glauben vor den Herrn gebracht worden waren, als die ganze Gemeinde einmütig zusammen betete (Mt.18,19).Da die Gemeinde durch gesalbte Lehre wächst und die Herzen durch die­se Anbetung und den Lobpreis auf die Wortverkündigung vorbereitet worden sind, wird gewöhnlich zu diesem Zeitpunkt vom Geist eine Botschaft aus dem Wort Gottes durch denjenigen hervorgebracht, der mit diesem Dienst begabt worden ist. In unserer lokalen Versammlung gibt es nicht nur einen Pastor (mich selbst), sondern zusätzlich zum Pastor noch andere, die regelmässig mit dem Wort dienen. Der Gottesdienst wird nie beendet, bevor der Geist nicht andeutet, dass Er fertig ist, denn oft werden nach der Botschaft vom Geist eingegebene Äusserungen oder Ermah­nungen weitergegeben, die das gepredigte Wort bestätigen, oder um ein abschliessendes Wort der „Erbauung, der Ermahnung und des Trostes“ zu übermitteln (1. Kor. 14, 3).Im allgemeinen wird für Menschen gebetet, die Heilung benötigen oder die den Wunsch haben, Jesus in ihr Herz aufzunehmen, oder welche Be­freiung, die Taufe im Heiligen Geist, und so weiter empfangen möchten. Andere Glieder der Gemeinde beteiligen sich daran, denen die Hände aufzulegen, die ein Bedürfnis haben, oder sie stehen sowohl vor als auchnach der Versammlung denen bei, die eine Not äussern.11 Die Versammlung wird im allgemeinen mit Lobliedern oder mit spontanem Lobpreis und Danksagung der ganzen Gemeinde beendet. Die Gottesdienste werden picht von der Uhr beherrscht, da der Heilige Geist selbst die Gemeinde leitet und bestimmt, wann und wie abgeschlossen werden soll. Normalerweise leitet der Geist unsere Versammlungen auf diese Weise, dennoch lässt sich erkennen, dass viel Spielraum für den Geist vorhanden ist, damit Er so vorgehen kann, wie Er es gemäss des Willens Gottes für jeden bestimmten Zeitpunkt erwählt. Damit wird nicht behauptet, dass dies die einzige Art und Weise ist, wie eine charismatische Versammlung zu verlaufen hat, denn bei uns ist das auch nicht immer der Fall. Manchmal steht die Gemeinschaft bei Brot und Kelch im Mittelpunkt des Gottesdien­stes oder der Geist gibt zu verstehen, dass nicht einer der lokalen Ältesten, sondern ein anderer Bruder der Gemeinde mit dem Wort dienen soll. Gele­gentlich wird zu Beginn des Gottesdienstes für die Kranken gebetet, oder manchmal hat der Geist die Versammlung so stark mit Seiner Gegenwart gesalbt, dass sich der ganze Gottesdienst aus den Offenbarwerdungen der charismatischen Geistesgaben zusammensetzte. Im allgemeinen je­doch werden die meisten der hier besprochenen Bestandteile in charisma­tischen Versammlungen zu finden sein,  in denen sich  geisterfüllte Christen regelmässig treffen, um anzubeten, zu lobpreisen, die Geistesga­ben auszuüben und einer gesalbten Wortverkündigung zuzuhören.1) In der letzten Zeit hat Gott uns mehr und mehr dazu geleitet, dass die einzelnen für sich selbst glauben und den Dienst der Brüder nicht mehr so viel in Anspruch nehmen. Der Verfasser.Drittes Kapitel Die charismatische Gemeinde im Dienst„Jedem einzelnen wird die Offenbarung des Geistes gegeben zum Nutzen aller“ (1. Kor. 12, 7).Wusstest du, dass die ersten Christen das Christentum im grössten Teil der damals bekannten Welt innerhalb verhältnismässig weniger Jahre verbrei­tet hatten, nachdem Christus Seiner Gemeinde den grossen Aussen­dungsauftrag erteilt hatte? Palästina, Europa, Afrika, Ägypten, Asien, Grie­chenland, Kreta, Babylon, Italien, Spanien – die Briefe des Neuen Testamentes sind mit Hinweisen gefüllt, die von gegründeten Gemeinden in diesen Gebieten sprechen. Dieses scheinbare Wunder kam ohne die modernen technologischen Errungenschaften oder fortschrittlichen Nachrichtenübertragungs- und Reisemöglichkeiten zustande, welche der Kirche heute zur Verfügung stehen. Es gab weder gedruckte Bibeln noch! christliche Literatur. Zur Verbreitung des Evangeliums fehlten ihnen! moderne Verfahren wie das Radio, das Fernsehen, Tonbandaufnahmen, gedruckte Bücher und Literatur wie auch der Zustelldienst der Post. Das Reisen war zeitraubend und gefährlich, es gab nur wenige befahrbare Strassen und keine bequemen Hotels, wo man übernachten und essen konnte. Selbst ohne all diese Reise- und Nachrichtenübertragungsmög­lichkeiten gelang es den ersten Christen, die Welt innerhalb weniger Jahre mit dem Evangelium zu erreichen. Die heutige Kirche jedoch, der all diese Technologie zur Verfügung steht, vermag mit all ihren fortschrittlichen Methoden und ihrer Organisation weder mit dem Wachstum des Heidentums und der falschen, religiösen Kulte Schritt zu halten, noch ist sie dazu in der Lage gewesen, die Ergebnisse der ersten Christen, von denen die meisten ungebildet waren, annähernd zu wiederholen.Was war das Geheimnis ihres Erfolges? Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort – es war das unmittelbare Ergebnis des Dienstes der Gemeinde.Ein gewissenhaftes Studium des Neuen Testamentes (im besonderen solcher Schriftstellen wie: Mk. 16,17-18; Apg. 2,46-47; 8,1-4; 1. Kor. 12-14; 16,19; Rom. 12, 3-8; 16,1 f.; Eph.4,11-16; Phil. 2,14-16; 4,3; Kol.4,15; Philem. 2) lässt klar erkennen, dass überhaupt keine Übereinstimmung zwi­schen der Art und Weise besteht, wie Gott Seinen Leib wirken lassen wollte, und der, wie die heutige Kirche tatsächlich dient. Man kann das Neue Testament nicht lesen, ohne sich bildlich vorzustellen, wie der ganze Leib Christi im Gottesdienst und im Dienst charismatisch tätig ist. Jesus sagte, die Zeichen sollten jedem Gläubigen folgen, nicht nur dem Apostel oder dem Evangelisten und dem Hirten (Mk. 16,16-18). Gott benutzte neben den Aposteln viele andere, um sie bezeugen, predigen, Wunder wirken und Dämonen austreiben zu lassen. Philippus, Stephanus und Ananias waren zum Beispiel keine Apostel, und es wird uns berichtet, dass die Heiligen in der ersten Gemeinde selbst das Evangelium in der Welt verbreiteten, während sich die Apostel in Jerusalem aufhielten (Apg. 8,1-4).Die heute weitverbreitete Auffassung, die lokale Kirche sei ein „evangeli­stisches Zentrum“, in dem die Gemeinde nur wenig Lehre empfängt, dafür aber die Gottesdienste grösstenteils aus evangelistischen Aufrufen an die Zuhörerschaft bestehen, unterscheidet sich ausgesprochen scharf von der Handlungsweise des Neuen Testamentes. In der Schrift besteht die Kirche in ihrem wahren Wesen nicht aus der zumeist unerretteten Allge­meinheit, sondern aus wiedergeborenen Gläubigen, die sich versam­meln, um ihren Herrn anzubeten und zu lobpreisen, um die von Jesus eingesetzten Verordnungen zu feiern und um die Lehre des Worten Gottes zu hören, damit sie durch das Wort, welches sie selbst der Welt mitteilen sollen, auferbaut und für ihren Dienst ausgerüstet werden (siehe oben an­geführte Abschnitte). Natürlich werden einige, die unerrettet sind, gele­gentlich in den Gottesdiensten anwesend sein (1. Kor. 14, 23), und wenn dies der Fall ist, sollen sie aufgefordert werden, Christus aufzunehmen. Der eigentliche Wortlaut von 1. Korinther 14,23-25 weist jedoch darauf hin, dass die Anwesenheit von Unerretteten in den Anbetungsgottesdiensten der Gemeinde keineswegs die Regel, sondern eher die Ausnahme ist („Wenn nun die ganze Gemeinde an einem Ort zusammenkäme…, es kä­men aber Uneingeweihte oder Ungläubige hinein . . .“).Es wird hier natürlich nicht über besondere evangelistische Gottesdien­ste gesprochen, zu denen die Verlorenen eingeladen werden, um das Evangelium zu hören, das von einem Evangelisten gepredigt wird, denn solche Versammlungen sind durchaus biblisch, sondern wir beziehen uns auf die regelmässigen Versammlungen der Gemeinde Christi, in denen sich Christen treffen, um anzubeten, die Geistesgaben auszuüben und im Wort ausgebildet zu werden. Ferner heisst das nicht, unerrettete Personen dürften nicht zu den regelmässigen Versammlungen eingeladen werden, falls sie aufrichtig daran Anteil haben wollen, denn viele werden, während sie an charismatischen Gottesdiensten teilnehmen, auf diese Weise erret­tet. Häufig werden sie durch die offensichtliche Gegenwart des Herrn in unseren Gottesdiensten beeindruckt und lassen sich überzeugen, während sie die gesalbte Wortverkündigung hören, die durch den Geist hervorgebracht wird. Worauf wir aber allen Nachdruck legen wollen, ist fol­gendes: der Auftrag unseres Herrn: „Gehet hin in alle Welt und machet die Verlorenen zu Jüngern, wo ihr sie findet, indem ihr ihnen das Evangelium verkündet“, ist grösstenteils verändert worden in: „Kommet zur Kirche und lasst euch am Sonntag vom Pastor von der Kanzel aus evangelisieren.“ Anstatt Gemeinschaft in der Anbetung mit den anderen Gläubigen in der Gemeinde pflegen zu können und die tieferen Wahrheiten aus dem Wort Gottes gelehrt zu werden, wie Christus dies beabsichtigte, müssen sie sich daher Sonntag für Sonntag evangelistische Botschaften anhören, die an die Verlorenen gerichtet sind, die sich möglicherweise unter ihnen befinden, womit versucht wird, sie zu einer „Entscheidung“ zu bewegen. Die Heiligen, die nicht mit dem Wort genährt und für ihren Dienst ausge­bildet werden, werden folglich allmählich zunehmend schwächer, unfruchtbarer und unbeteiligter. Dies führt wiederum zu neuen „Program­men“, die man sich ausdenkt, um die Aufmerksamkeit der Leute zu erwecken, um den Finanzhaushalt zu retten und die nachlassende Beteiligung künstlich aufrechtzuerhalten. Lies in dieser Hinsicht aufmerk­sam Hebräers, 12-6,2. Heute erachten es Christen nicht mehr als die Be­rufung und Verantwortung eines jeden Gläubigen, das Evangelium zu verbreiten, weil sie den Eindruck haben, dass die evangelistische Arbeit jetzt ausschliesslich die Verantwortung des Pastors ist, der er am Sonntag von der Kanzel aus nachkommt, oder die des Evangelisten, der jedes Jahr eingeladen wird, um eine „Erweckung“ zu veranstalten. Tragisch hierbei ist jedoch, dass sich der durchschnittliche Christ tatsächlich zu einem rei­nen Zuschauer im Christentum entwickelt hat. Er glaubt, seiner Verant­wortung nachzukommen, wenn er nach Möglichkeit zur Kirche geht und als Beitrag zum denominationeilen Programm eine berufs­mässige Geistlichkeit finanziell unterstützt, die er anstellt, damit sie an seiner Stelle geistlich tätig wird. Im Neuen Testament versammelte sich die lokale Gemeinde am Tag des Herrn nicht, um evangelisiertzu werden (sie waren bereits Christen!), sondern um anzubeten und in der Schrift un­terrichtet zu werden, damit sie für ihren eigenen tagtäglichen Dienst in der Welt zubereitet werden konnten. In der Schrift wird der Pastor nicht als „Evangelist“ sondern als „Hirte“ bezeichnet, der dazu berufen worden ist, die Herde zu weiden und über ihr zu wachen (Apg. 20, 28). Eine der grundlegenden Voraussetzungen für dieses Amt ist, „ein guter Lehrer“ zu sein (1. Tim. 3,2). Wenn sich die Gele­genheit bietet, wird er auch „evangelisieren“, genau wie jedes andere Glied der Gemeinde ebenfalls die Gelegenheit ergreifen wird. Jedoch ist er nicht berufen worden, jeden Sonntag von der Kanzel aus das Amt eines „Evangelisten“ auszuüben, sondern als Pastor soll er die Herde hüten und weiden. Ein Evangelist ist der, dem dieses bestimmte Dienstamt und diese Gabe übertragen worden ist. Sein Dienst ist nicht auf eine lokale Versammlung beschränkt, sondern er zieht von Ort zu Ort, wie der Geist ihn leitet, predigt den Unerretteten das Evangelium und bestätigt es durch die nachfolgenden Zeichen (Apg. 8, 5 f.). Sicherlich mag ein Pastormanch­mal auch als Evangelist auftreten, wenn er gelegentlich in besonderen evangelistischen Gottesdiensten predigt, oder ein Evangelist mag den Neubekehrten Unterricht im Wort Gottes erteilen müssen, und so weiter. Der hauptsächliche Wirkungsbereich ihres Dienstes ist jedoch nicht der gleiche, sonst hätte Gott nicht die beiden verschiedenen Ämter in die Gemeinde gesetzt (Eph. 4,11).Hast du eine bestimmte Aufgabe in der Gemeinde?Eine der von charismatischen Christen am häufigsten gestellten Fragen ist: „Habe ich eine Aufgabe in der Gemeinde?“Vielleicht wäre es an dieser Stelle vorteilhaft, wiederum auf die Erörte­rung über die Natur des Gemeindedienstes hinzuweisen, die im ersten Kapitel angeführt worden ist, wobei dem Abschnitt unter der Überschrift „Die Wiederherstellung des Dienstes der Gemeinde“ besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Du solltest als Vorbereitung an diesem Punkt auch die Kapitel 12 und 14 des ersten Korintherbriefes lesen, um das ganz verstehen zu können, was im folgenden besprochen wird.Jeder Christ, der die Taufe im Heiligen Geist empfangen hat, trägt die Ver­antwortung, an dem vorherbestimmten Platz in der Gemeinde, an den Gott ihn „gesetzt“ hat, seine Aufgabe zu erfüllen (1. Kor. 12,18). Anzunehmen, ein Glied am Leib Christi habe keine bestimmte Aufgabe, ist ebenso unbiblisch, als dächte man, irgendein Glied des menschlichen Leibes wäre unnötig, oder eines wäre unbrauchbar in den Leib eingefügt worden. Heutzutage versucht sich der Pastor in allen verschiedenen Diensten der Gemeinde zu betätigen oder sie zu beaufsichtigen, und daher ist er in keinem von ihnen wirkungsvoll tätig. Wenn der Pastor seine Aufgabe ken­nen würde, wüsste er, dass er berufen worden ist, die Gemeinde auszubil­den, damit sie ihre Aufgabe erfüllt (Eph. 4,11-12; Rom. 12, 3-8). Wie in der Welt gilt auch in der heutigen organisierten Kirche der Mann als erfolgreich, den andere als „unentbehrlich“ erachten, und deshalb setzt der Pastor alles daran, diese Stellung in seiner Kirchengemeinde so schnell wie möglich zu erreichen. Er plant den Gottesdienst, wählt die Lie­der aus und leitet oft auch das Singen, während sein Frau Klavier spielt; er hält die Predigt, spricht die Gebete und lehrt gewöhnlich auch noch in den Bibelstunden. Er macht die meisten oder gar alle Besuche bei den Kranken und im Gefängnis und gibt den Verlorenen des Ortes ein Zeugnis. Im allgemeinen hat er ein Büro mit einigen Mitarbeitern, denen er vorsteht, wenn er sich nicht gerade in einer Sitzung der Kirche oder des Stadtrates befindet. Er ist bei allen Tagungen der verschiedenen Ausschüsse und Gruppierungen seiner Kirche anwesend und führt bei einigen den Vorsitz, er leitet die Geschäftsversammlungen, bietet seelsorgerliche Gespräche nach Vereinbarung an und fördert die Werbung für zusätzliche Mitglieder und das Bauprogramm. Er hält bei Hochzeiten und Beerdigungen nicht nur für seine Mitglieder Gottesdienste ab, sondern auch für den ganzen Ort; er ist dafür verantwortlich, den Haushaltsplan der Kirche zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, die Beteiligung aufrechtzuerhalten und Erweckungsversammlungen zu veranstalten. Wenn ersieh durch all dies (und vieles mehr) unentbehrlich gemacht hat, ist er erfolgreich und wird als führende kirchliche Persönlichkeit betrachtet, die geeignet ist, zu­sätzlich zu ihren lokalen Pflichten noch einige andere in einem kirchlichen Ausschuss oder Rat wahrzunehmen. Das Neue Testament jedoch spricht dann von Erfolg, wenn ein Pastor die Gemeinde Christi durch seinen Lehr­dienst zu dem Punkt gebracht hat, an dem sie ihren Zweck und ihren Dienst erfüllt und selbständig unter seiner Führung und Leitung als „lebendiger Organismus“ wirken kann. Dies ist nicht nur einfach eine idea­listische Hoffnung, deren Verwirklichung unmöglich ist, denn diel Gemeinde, in der ich Pastor bin, ist auf die Weise charismatisch tätig, wie es im vorangegangenen Kapitel beschrieben wurde. Die Gemeindeglieder! bringen die Kranken oder diejenigen, die Hilfe nötig haben, nicht zum Pastor, damit er ihnen helfe, sondern betrachten diesen Dienst als ihr eigenes Vorrecht und ihre Verantwortung. Es mag für die meisten Christen heutzutage schwer sein, sich eine Gemeinde vorzustellen, in der vom Pastor nicht verlangt wird, bei den Gemeindegliedern „Krankenbesuche“ zu machen oder der nicht viele Stunden damit verbringen muss, mit ihnen seelsorgerliche Gespräche über ihre Probleme zu führen. Dieser Zustand herrscht jedoch in Faith Assembly vor, was darauf zurückzuführen ist, dass den Gemeindegliedern die Grundsätze des Glaubens und des Dienstes der Gemeinde gelehrt wurden und sie wissen, wie sie für sich selbst und füreinander beten können.Durch die Wiederherstellung der Taufe im Heiligen Geist für Seine heutige Gemeinde stellt Gott Seinem Leib auch den charismatischen Dienst wieder her. Auf diese Weise kann das geringste Glied des Leibes zur Nützlichkeit des ganzen Leibes beitragen. In der heutigen organisierten Kirche sind im allgemeinen die, welche die beste Ausbildung genossen haben oder die meisten Talente und Fähigkeiten besitzen, diejenigen, die die Ansprachen halten, in die Ämter der Leiterschaft gewählt oder denen Aufgaben zugewiesen werden. In der charismatischen Gemeinde dagegen salbt der Heilige Geist ein Glied, das Er sich erwählt hat, mit der nötigen Weisheit, der Äusserung, der Fähigkeit oder den Gaben, um Seine Absicht auszuführen. Gott hat in Seiner Weisheit den Leib in solcher Wei­se gestaltet, dass sich jedes Glied durch die Taufe im Heiligen Geist auf der gleichen Ebene befindet. Paulus hatte eine theologische Ausbildung, aber Gott berief ihn erst, als die Gemeinde bereits gegründet war und erwählte lieber Petrus, einen ungebildeten Fischer, und salbte ihn, die Predigt zu halten, die die Geschichte der Gemeinde an Pfingsten einleite­te und die zur Errettung von 3.000 Seelen führte!Jedes Glied am Leib ist ein Werkzeug in Gottes Händen und ist entworfen worden, um einem nützlichen und notwendigen geistlichen Zweck zu dienen. Ein Handwerker hat unter seinen Werkzeugen immer Gerätschaf­ten unterschiedlichster Art. Keines gleicht dem anderen in Gestaltung und Aufgabe, alle sind für einen besonderen Gebrauch bestimmt und sind dazu entwickelt worden, das zustande zu bringen, was mit keinem anderen Werkzeug erreicht werden könnte. Während die einen gross und stark gebaut sind, um Schwerarbeit zu verrichten, wie Gebäude niederzu­reissen, sind andere wiederum nützlich, um Bauwerke zu errichten. Dann gibt es Werkzeuge, wie die eines Juweliers, die für Feinarbeit geschaffen wurden. Eine zierliche Uhr würde zerstört, wenn jemand mit gewöhnlichen Werkzeugen an ihr arbeitete. Auch könnte man mit dem Hammer eines Zimmermannes nicht die schweren Steine zermalmen, die beim Bau einer Strasse beseitigt werden müssen. Die Schrift teilt uns daher mit, dass Gott aus diesem Grund „Verschiedenheiten von Gaben“, „Verschiedenheiten von Diensten“ und „Verschiedenheiten von Kraftwirkungen“ in den Leib Christi eingesetzt hat (1. Kor. 12, 4-6). Mit der Gabe der Auslegung von Zungen kann man keinen mächtigen Dämonen erkennen oder austreiben, noch wird man mit der Gabe der Geisterunterscheidung befähigt zu leh­ren oder zu weissagen. Ein Werkzeug kann nur dann wirksam werden, wenn es zu dem Zweck verwendet wird, zu dem es entwickelt wurde. Kein einzelnes Glied, dies schliesst den Pastor ein, hat all die verschiedenen Gaben und Dienste, die benötigt werden, damit der Leib seine Aufgabe so erfüllen kann, wie er das sollte. Die verschiedenen Glieder jedoch, die zusammen den ganzen Leib Christi ausmachen, verfügen über sie, weil „jedem einzelnen die Offenbarung des Geistes zum Nutzen aller gegeben wird“ (1. Kor. 12, 7). Ausserdem wurden, genau wie im menschlichen Körper, diejenigen Glie­der des Leibes Christi, die scheinbar keine grosse Aufgabe oder Dienst haben, von Gott sogar absichtlich dorthin gesetzt, damit sie eine wesentli­che Aufgabe erfüllen, die von keinem anderen Glied des Leibes übernom­men werden könnte. Die Schrift berichtet uns: „Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns als die schwächsten erscheinen, die nötigsten“ (I.Kor. 12, 22). Der Apostel Paulus gebraucht den Vergleich mit dem menschlichen Körper und seinen Gliedern, um die Wechselbeziehung der verschiedenartigen Glieder des Leibes Christi mit ihren verschiedenen Aufgaben und der Abhängigkeit voneinander zu veranschaulichen. Wir sollten uns eines vor Augen halten: Gott hat den Leib so geschaffen, wie Er ihn haben wollte, so dass die verschiedenen Glieder nicht dieselben Aufgaben verrichten und daher aufeinander angewiesen sind. Der Fuss mag nicht so wichtig scheinen wie die Hand, aber die Hand kann nicht ge­hen. Ein Ohr mag nicht so unentbehrlich scheinen wie ein Auge, aber das Auge kann nicht hören und das Ohr nicht sehen, noch kann der Arm sprechen oder das Herz atmen. Nur weil der Leib ein Glied hat, das mit der Kraft begabt ist, Wunder zu wirken, oder eines, das mit der Gabe der Hei­lung gesalbt ist, bedeutet das nicht, dass er vollständig ausgerüstet ist, um charismatisch tätig zu sein; denn solche Gaben nützen dem Leib wenig, wenn dieser erfahren soll, was ihm Gott durch eine Zungenrede sagen möchte, aber niemand anwesend ist, der mit der Gabe gesalbt ist, die Zungen auszulegen.Diejenigen, die sich selbst als „schwache“, „wenig ehrbare“ oder „übel anstehende“ Glieder des Leibes betrachten (d. h., Glieder, die wenig oder nichts beitragen), sollten deshalb! Korinther 12 studieren und insbeson­dere die Verse 22-26 beachten, und sie werden erkennen, dass Gott sie in Seinen Leib eingesetzt hat, damit sie einen besonderen Zweck erfüllen. Sie werden herausfinden, dass Er sie persönlich erwählt hat, damit sie eine notwendige Aufgabe in der Gemeinde wahrnehmen, die niemand anders tun kann. Es mag eine Tätigkeit sein, die so schwierig ist und so viel Fein­gefühl erfordert, dass Er keinen anderen damit betrauen könnte.Aus Gottes Sicht ist es nicht wichtig, welche Gaben oder Fähigkeiten ein bestimmtes Glied in der Gemeinde hat, sondern es ist Sein Anliegen, dass wir willig sind, zur rechten Zeit das richtige Werkzeug in Seiner Hand zu sein. Im Gegensatz zur menschlichen Bewertung dessen, was wichtig ist (d. h., Gaben der Heilungen, der Wunderwirkungen, Wort der Erkenntnis), gibt es in Gottes Ordnung keine unwichtige Gabe oder ein unwichtiges Glied am Leib, denn Er ist es gewesen, der sie in den Leib eingesetzt hat, wie es Ihm gefiel (1. Kor. 12,18). Alle sind gleichermassen wichtig und sind notwendig, damit der ganze Leib auf wirksame Weise tätig werden kann. Ein Zweimarkstück ist zwar mehr wert als ein Zehnpfennigstück, aber man kann das Zweimarkstück nicht in eine Parkuhr werfen! Ein Zehnmark­schein ist in einer Münz-Autowaschanlage, die Markstücke verlangt, nicht von Nutzen. Einigen Christen mag das Zungenreden nicht so aufregend erscheinen wie das Wirken von Wundern, aber wir dürfen nicht vergessen, dass die ungläubigen Juden nicht von den Wundern beeindruckt wurden, die die Jünger taten, sondern weil sie die 120 Jünger an Pfingsten in Zungen sprechen hörten, wurden sie veranlasst zu fragen: „Was soll das bedeuten?“ (Apg. 2,12), und dies führte zur Errettung von 3.000 Seelen.Gott wusste damals genauso wie heute, welche Offenbarwerdung des Gei­stes erforderlich ist, damit Aufmerksamkeit erregt und Seine Absicht erfüllt wird.Wir sollen das anwenden, was wir haben und an dem Ort im Leib wirken, an den wir von Gott gesetzt wurden, denn das geringste Glied ist von Gott für eine Aufgabe bestimmt worden, die kein anderer auf wirksame Weise durchführen könnte. Dem Leib wird dieser Dienst fehlen, wenn er unter­drückt oder verachtet wird. Jedes Glied ist wie eine Taste auf dem Klavier -ein wesentlicher Teil des Ganzen. Einige Tasten mögen mehr benutzt wer­den als andere, aber es bedarf aller Tasten, um die richtige Melodie zu er­zeugen. Einige Christen warten darauf, dass Gott ihnen etwas Wichtigeres zu tun gibt oder sie für eine grössere Aufgabe in der Gemeinde bestimmt. Dabei tragen sie das nicht treu bei, was sie schon haben, denn sie haben den Eindruck, sie seien zu unbedeutend oder zu unwichtig. Es wäre jedoch gut, sich daran zu erinnern, dass ein Magnet zwar Stahl, aber kein Gold anzieht. Stahl ist für einen Juwelier bei weitem nicht so wertvoll wie Gold, aber es hat eine Eigenschaft, die dem Gold fehlt – die Fähigkeit, auf die Anziehungskraft des Magneten anzusprechen. In einem Kompass, dessen Nadel aus Stahl gefertigt sein muss, wäre Gold nur plumpes Ge­wicht. Gottes Sorge richtet sich nicht auf den Wert oder die Bedeutung, die wir in den Augen anderer haben, sondern darauf, ob wir die Fähigkeit haben, auf Seinen Geist einzugehen und somit ein wirksames Werkzeug in Seiner Hand darstellen. Erinnere dich, wie Jesus die Witwe lobte, die ihre zwei Scherflein einlegte und Er es höher wertete, als das Gold und Silber was die anderen lediglich von ihrem Überfluss gaben. Bei Gott zählt nicht, wieviel wir in der Gemeinde beizutragen haben, sondern mit dem zu dienen, was wir haben.Gott hält nicht einfach nach Menschen mit grossen Gaben und Fähigkeiten Ausschau, sondern nach Männern und Frauen, die das tun werden, wozu Er sie in die Gemeinde gesetzt hat. Sei es, denen besondere Gastfreundschaft zu erweisen oder besonderes Mitgefühl zu zeigen, die es brauchen (Rom. 12, 8) – oder eine Hilfe zu sein (1. Kor. 12, 28) – oder zu ermahnen oder jemand zu sein, der gibt (Rom. 12, 8) – oder in Gebet und Fürbitte hinter der Gemeinde und ihrem Dienst zu stehen, der ohne diese Unterstützung im geistlichen Bereich nicht wirksam durchgeführt werden kann (Eph. 6,18) – oder feinfühlig für die Notwendigkeit des persönlichen Dienstes an anderen zu sein, um damit dem Pastor etwas von der Last abzunehmen (Apg. 6,3-4) – oder auf eine der vielfältigen Weisen gebraucht zu werden, in denen der Geist dich bewegen mag, anderen zu dienen. Gemeindedienst bedeutet nicht einfach eine charismatische Ga­be auszuüben, der jedermann Beachtung schenkt, sondern es heisst, seine „zwei Scherflein“ beizutragen, wie es die Witwe tat, wenn das alles ist, was du hast. Erwarte von Gott, dass Er sie segnet und mehrt, wie Jesus die wenigen Brote und Fische vermehrte, die der Junge Ihm gegeben hatte. Wir müssen uns vor Augen halten, dass es nicht darum geht, wieviel wir Gott anbieten können, damit Er es gebraucht, sondern das zu geben, was wir haben; denn das, was wir Ihm nicht geben, kann Er nicht vermehren.Im Gemeindedienst ist kein Glied wichtiger als das andere, denn der eine pflanzt, und der andere begiesst: „So ist nun weder der pflanzt noch der begiesst etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt“ (1. Kor. 3, 7). Gottes Aufmerksamkeit richtet sich nicht nur auf den Adler, den Er befähigt hat in luftigen Höhen zu schweben, so dass jeder aufblicken muss, um ihn zu se­hen, sondern Sein Auge ruht auch auf dem Spatz, der den Blicken entzo­gen im Gras der Wiese verborgen ist: „Aber Gott hat den Leib zusammen­gefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, damit im Leib keine Spaltung ist, sondern die Glieder einträchtig füreinander sorgen“ (1. Kor. 12, 24-25). Während Gott der Gemeinde den Dienst wiederherstellt, stellt Er auch die Einheit oder Einigkeit der Gemeinde wieder her (1. Kor. 12,13; Eph. 4,13), denn erst durch den Dienst der ganzen Gemeinde erfahren wir im vollen Ausmass unsere Abhängigkeit voneinander. Im Hinblick auf 1. Korinther 12,21-25 kann sich deshalb kein Gemeindeglied seiner Verantwortung entziehen, weil es meint, unfähig oder unwichtig zu sein, denn es steht ge­schrieben, dass alle Glieder des geistlichen Leibes Christi (der Gemeinde), genau so wie die des menschlichen Körpers, notwendig und voneinander abhängig sind, damit der Leib richtig funktionieren kann. Einige Glieder sind mit Händen, Augen, Füssen, Zungen, Ohren, und so weiter verglichen worden. Wenn im menschlichen Körper die Füsse ihre Mitarbeit versagten, dann wäre der Körper gezwungen, am gleichen Ort zu bleiben; sähen die| Augen nicht, wäre der Leib blind; bliebe die Zunge stumm, wäre der Leib ohne Sprache. Auf die gleiche Weise verhält es sich auch mit dem Leib: Christi. Wenn sich die Gemeinde beispielsweise versammelt und der, der die Gabe des Weissagens (oder der Zungenrede und ihrer Auslegung) hat, nicht anwesend ist oder er den Geist dämpft, wenn er gesalbt ist zu sprechen, dann leidet der ganze Leib am Fehlen einer „Stimme“, die das Wort der „Erbauung, des Trostes und der Erquickung“ vom Herrn ausrufen sollte. Ebenso gibt es „Hände“, durch die Heilung strömt, „Augen“, die Geister unterscheiden oder himmlische Offenbarung empfangen, „Zun­gen“, die ermahnen und lehren, eine „Gabe des Glaubens“, die die Berge versetzt, eine „Stimme“ des Lobpreises oder des Gesangs, wie auch andere, die helfen, leiten, Barmherzigkeit üben, und so weiter, wobei alle gemeinsam zusammenarbeiten und voneinander abhängig sind. Die heutige Auffassung von der Kirche als einer Organisation, der man beitritt und zu der man kein lebendiges Verhältnis verspürt und keine Verantwortung übernimmt, weil sie eine Institution darstellt, die von aus­gebildeten, religiösen Mitarbeitern geführt wird, hat keine biblische Grundlage. Die Kirche im Neuen Testament ist ein Organismus, nicht et­was, dem man beitritt, sondern etwas, in das man durch den Geist hinein­getauft wird. Ist jemand ein Christ, dann ist er bereits ein wichtigerBestand-teil dieses lebendigen Organismusses, welcher der Leib Christi genannt wird (1. Kor. 12, 27) und unterhält eine solch unzertrennliche Beziehung zu ihm und seinen anderen Gliedern, dass all das, was immer er sagt, tut und glaubt, einen Einfluss auf den ganzen Leib hat, sei dieser gut oder schlecht (12,26). Dieses neutestamentliche Prinzip bildet die ganze Grundlage für den Dienst der Gemeinde.In unserer lokalen Gemeinde sind sowohl die unterschiedlichen Dienste und Hilfeleistungen, als auch die Offenbarwerdung der charismatischenGaben vorhanden, ferner werden Offenbarung, Ermahnung, inspi­rierte Psalmen und Loblieder weitergegeben, und so weiter. In keinem Fall jedoch versucht ein Glied der Gemeinde, sich einen unabhängigen oder persönlichen Dienst aufzubauen, sondern trägt mit seinem besonderen Dienst oder seiner Gabe zum Wohl der ganzen Gemeinde bei, dessen Teil es ist. Unsere lokale Gemeinde, Faith Assembly (Glaubensversammlung), gleicht einem menschlichen Körper, der aus vielen Teilen zusammen­gefügt ist, die alle in harmonischer Eintracht zueinander stehen. Hier sind mehrere anzutreffen, die lehren und predigen. Andere, die musikalisch begabt sind, sorgen mit ihren Instrumenten für die Begleitung, oder sie stimmen das spontane Singen und den Lobpreis an, was unsere Anbetung kennzeichnet. Ausserdem wird die Reichweite der lokalen Gemeinde sowohl durch mehrere Lehrer vergrössert, die auch anderen charismatischen Gruppen in der näheren Umgebung und im ganzen Land regelmässig jede Woche mit der Endzeitbotschaft dienen, als auch durch unseren Buchladen und meine eigene charismatische Literatur und die auf Band aufgenommenen Botschaften. Die charismatische Botschaft hat zahllose andere Menschen erreicht, weil die Gemeindeglieder ihren Nachbarn, Freunden, Studenten und Familien Zeugnis gegeben haben. Verschiedene Gemeindeglieder nehmen die Botschaften mit ihren eige­nen Cassettengeräten auf, um sowohl andere ausserhalb der lokalen Versammlung daran teilhaben zu lassen, als auch jene, die an den regel­mässigen, charismatischen Gebetsversammlungen in ihren Häusern1) Im Einverständnis mit dem Autor sind die Ausführungen der Originalausgabe über ge­wisse heute nicht mehr praktizierte Gemeindedienste (Jugend, Kinder) in der deutschen Ausgabe weggelassen worden. teilnehmen. Dort werden Menschen errettet und geheilt, und sie empfangen die Geistestaufe. Andere verkündigen häufig die charisma­tische Botschaft in Kirchen (gelegentlich auch im Radio). Unsere Gemein­de ist ein einzigartiges, vom Heiligen Geist ins Leben gerufenes Werk, die sich mehrmals wöchentlich versammelt und auf wirksame Weise Studenten, Drogensüchtige, Alkoholiker, Geschäftsleute und viele andere erreicht, die nie hätten überzeugt werden können, einen förmlichen Kir­chengottesdienst zu besuchen. Durch dieses Werk ist eine grosse Anzahl errettet, geheilt, befreit und im Geist getauft worden. Wenn sich die lokale Gemeinde trifft, dienen verschiedene Glieder mit einer Weissagung, mit Zungen und ihrer Auslegung, mit Ermahnung oder mit einem geistlichen Lied, mit einem Zeugnis, einer Offenbarung oder einer Vision (1. Kor. 14,26). Ausserdem bringen die Gemeindeglieder die Kranken und Bedrückten oder die, die nach Errettung oder der Erfüllung mit dem Heili­gen Geist verlangen, nicht zu den Ältesten, damit sie für sie beten, son­dern sie sind imstande, diesen Dienst selbst auszuführen. Es gibt zusätz­lich natürlich noch viele andere Gesichtspunkte des Dienstes der lokalen Gemeinde, aber auf keinen Fall wird in einer Sitzung oder in einem Aus­schuss geplant oder organisiert, wie diese verschiedenen Aufgaben und Dienste erledigt werden können; jedes Glied handelt unter der Führung des Geistes, und Gott selbst verbindet es zu einem harmonischen Gan­zen.Wenn wir von „Gliedern“ in unserer lokalen Gemeinde sprechen, beziehen wir uns dabei nicht auf die denominationelle Vorstellung der „Mitglied­schaft“, die man in einer Kirche durch eine „Beitrittserklärung“ erlangt, sondern wir sprechen von der lebendigen Beziehung, die jeder Christ mit den anderen Gläubigen des ganzen Leibes Christi unterhält. Jede lokale Gemeinde ist ein sichtbarer Ausdruck des Leibes Christi an diesem be­stimmten Ort (1. Kor. 12, 27). Weil die Schrift aufzeigt, dass jedes Glied des Leibes Christi – das den Gliedern am menschlichen Körper vergleichbar ist (sei es eine „Hand“, ein „Arm“, ein „Fuss“ oder ein „Auge“) – in Einklang mit den anderen Gliedern des Leibes stehen muss, um Gemeinschaft haben, anbeten und seinen Dienst ausüben zu können, sind diejenigen, die an den Versammlungen der Faith Assembly teilnehmen und an die­sem bestimmten Ort ihre Aufgabe erfüllen, „Glieder“ des Leibes Christi.Wie man die charismatischen Gaben empfangen und offenbaren kannUm seinen Vorsatz in der Welt zu erfüllen, ist die Ausübung dercharismati-schen Gaben und Dienste für Christus ebenso wichtig, wie es Hände, Füsse, Augen, Arme und Ohren für den menschlichen Körper sind, um normal funktionieren zu können. Christus befindet sich mit Satan und dem Reich der Finsternis in einem geistlichen Kriegszustand. Auf welche Wei­se beabsichtigt Er, ihn und die Mächte der Finsternis niederzuwerfen? Es soll durch Seinen Leib, die Gemeinde, geschehen, die mit dem Geist er­füllt und mit den Geistesgaben ausgerüstet ist.Einige mögen die Ansicht vertreten, die Gaben seien zur freien Wahl ge­stellt oder nur für die bestimmt, die eine Stellung der Leiterschaft einnehmen, sei es als Evangelist, Missionar oder als Pastor. Sowohl die Schrift als auch die Erfahrung beweisen jedoch im Gegenteil, dass die regelmässige Ausübung der charismatischen Gaben für das Leben und die wirkungsvolle Tätigkeit des Leibes Christi wesentlich ist. Dem ist wahrhaf­tig so, weil einige der Gaben (1. Kor. 12; Rom. 12) übernatürliche Kanäle der Offenbarung für die Gemeinde sind (z. B. Wort der Weisheit, Wort der Erkenntnis, Weissagung, Träume und Visionen). Dies ist Offenbarung, die die Gemeinde auf keine andere Weise empfangen könnte. Sie wird durch den Geist zur Erbauung, zur Tröstung, zur Ermahnung und zur Unter­weisung der Gemeinde gegeben. Andere Gaben sind Werkzeuge der Kraftwirkungen, die gegeben werden, um das Evangelium zu beglaubi­gen und dabei das Wort zu bestätigen (Gaben der Heilungen, Wunder) oder dazu bestimmt sind, die Werke des Teufels zu zerstören und die Bedrückten freizusetzen (Unterscheidung der Geister). Die Gemeinde Christi ist auch mit übernatürlicher Fürsorge, Schutz und Befreiung versehen worden (Gabe des Glaubens), wogegen andere Gaben als Wege zur Anbetung, zur Verehrung, zum Lobpreis und zur Ermahnung angese­hen werden und auch als Kanäle derOffenbarung dienen (Zungen und de­ren Auslegung, Gabe der Ermahnung). Zusätzlich werden in Römer12,3-8 und in 1. Korinther 12,28 auch noch andere Gaben erwähnt. Die meisten Gaben werden der Gemeinde natürlich auch in einer anderen der genannten Begriffsgruppen dienlich sein, und nicht nur in der, in der sie aufgeführt wurden. Das Wort der Erkenntnis ist zum Beispiel auch in der Hand eines geisterfüllten Evangelisten ein notwendiges Werkzeug, um die Verkündigung des Evangeliums zu bestätigen; und die Gabe Wunder zu wirken wird wie die Gabe des Glaubens angewandt, um göttlichen Schutz, Fürsorge und Befreiung bereitzustellen, und so weiter.Wie man die Gaben des Geistes empfängtHäufig wird die Frage gestellt: „Wie können wir die Geistesgaben empfan­gen?“ Ich glaube, es gibt vier Forderungen, die der Christ erfüllen muss, um die Gaben zu empfangen (die Dienstgaben oder Ämter aus Epheser 4,11 erhält man natürlich ungesucht, weil Christus sie nach Seinem Willen austeilt).1. Empfange die Gabe des Heiligen Geistes (Apg. 2,38-39). Die Gaben sind im Geist, deshalb werden sie „Geistesgaben“ genannt. Die charismatischen Gaben werden in 1. Korinther 12, 7 als „Offenbarun­gen des Geistes“ bezeichnet. Die Gabe des Geistes selbst zu empfangen, ist deshalb in erster Linie die grundlegende Voraussetzung, um die Gaben des Geistes zu empfangen (Apg. 2,38-39). Obwohl es im Leben von nicht charismatischen Christen gelegentlich Offenbarungen des Geistes gegeben hat, ist der biblische Sachverhalt jedoch der, dass Jesus erklärt hat, der Gläubige müsse im Heiligen Geist getauft sein, um Seine Werke vollbringen zu können (Joh. 14,12-17; Apg. 1,4-8).2. Bete, dass sich die Gaben durch dich offenbaren (1. Kor. 12,31).Da sich die Gaben im Heiligen Geist befinden und der Geist im charismati­schen Gläubigen wohnt, sind im Christen alle Gaben in der Anlage vor­handen, nachdem er die Geistestaufe empfangen hat. Wir werden jedoch unterrichtet, dass das Offenbarwerden dieser Gaben nach dem unum­schränkten Belieben des Heiligen Geistes geschieht und nicht wie wir es wollen (1. Kor. 12,11). Deshalb werden wir aber trotzdem vom Herrn ermutigt, ernstlich um diese Gaben zu bitten, weil jedem Gläubigen „die Offenbarung des Geistes“ gegeben wird (12, 7). Es wird uns aufgetragen, nach den charismatischen Gaben „zu streben“, uns „um sie zu bemühen“, „danach zu trachten“ und darum „zu beten“ (1. Kor. 12,31; 14,1.12 -13.39). Da der Besitz einer oder einiger Gabe(n) in der Anlage bereits vorhanden ist, bedarf es zur Offenbarwerdung oft unseres Durchdringens im Glauben und im Gebet, damit der Geist uns salben und sie zum Vorschein kommen lassen kann.3. Weihe dich dem Geist, der in dir wohnt (Gal. 5,22-23).Der Empfang der Geistestaufe wird nicht von der Stufe unserer Hingabe abhängig gemacht, denn in der Tat braucht man die Geistestaufe, um sich Gott völlig hingeben zu können. Erwartet ein Christ jedoch vom Heiligen Geist, dass Er sich durch ihn auf eine bedeutsame Weise offenbart, hängt dies weitgehend davon ab, in welchem Ausmass er sich dem Heiligen Geist ausgeliefert hat. Mir persönlich sind Beispiele bekannt, in denen geister­füllte Gläubige, die vom Geist gebraucht worden waren und von Gott mit herrlichen Offenbarungen gesegnet wurden, ihre Salbung verloren haben, was auf Sünden wie Stolz, Kritik oder auf einen Mangel an völliger Hingabe an den Herrn zurückzuführen war. Als Simson seine Hingabe an Gott aufgab, verlor er auch seine Kraft, die er von Gott erhalten hatte. 42Wir sollten zusammen mit den Gaben ernsthaft nach der Frucht des Gei­stes begehren (Gal. 5, 22-23), wenn wir von Gott erwarten, dass Er unsere Gebete um die Offenbarung Seiner selbst durch uns ernst nimmt. Die Gaben sind Offenbarungen der Kraft und der Gegenwart des Herrn. Die Offenbarung solcher Kraft in den Händen dessen, dem es an Liebe, Demut und Hingabe mangelt, wäre für Gott nicht nur gefährlich, sondern es verunehrte Ihn auch. Die Gabe, Wunder zu wirken, soll beispielsweise nicht benutzt werden, um Feuer vom Himmel herunterzurufen, um unsere Feinde zu zerstören, wie es die Jünger einmal tun wollten (Lk. 9, 51-56). Ein mir bekannter Wortverkündiger erzählte in einem Treffen, in dem ich sprach, wie er einige Zeit lang ernsthaft darum gebetet hatte, in seinem Le­ben mehr von der Kraft Gottes zu erfahren. Er berichtete, eines Tages habe ihm ein Auto im Verkehr plötzlich die Vorfahrt genommen und beinahe einen Zusammenstoss verursacht. Er sagte: „Ich brüllte den Burschen an wie ein Stier und wies ihn für sein rücksichtsloses Verhalten zurecht. Da sprach der Herr zu mir: ‘Was hättest du jetzt in deinem Ärger dem anderen Fahrer getan, wenn ich dir die Kraft gegeben hätte, um die du mich gebeten hast?’“Übergib dich dem Herrn in völliger Heiligung, wenn du um Seine Kraft und um die Gaben bittest, damit sie sich durch dich offenbaren.4. Trachte danach, den Platz in der Gemeinde, an den Gott dich gestellt hat, ausfindig zu machen, damit du dort deine Aufgabe erfüllen kannst (1. Kor. 12,18).Der geisterfüllte Gläubige wird aufgefordert, um die Gaben zu bitten, was dem Verlangen entspringen sollte, herauszufinden, warum Gott dich in die Gemeinde gesetzt hat und was deine grundlegende Aufgabe ist. Der Geist wird dir dies sowohl innerlich zu Bewusstsein bringen, als auch durch Umstände dich darauf hinweisen oder dich bei Gelegenheit salben, eine Gabe auszuüben. Fange an, dich im Glauben in diese Richtung zu bewegen, und es wird dir bestätigt werden. In einigen Fällen mag es eine Gabe der Äusserung sein wie Weissagung, Zungenrede, Auslegung oder Ermahnung; oder Er mag dich mit dem Geist der Fürbitte und des Gebetes salben, um für die Gemeinde und das Werk des Reiches Gottes einzuste­hen; oder es mag beispielsweise eine Dienstgabe als Lehrer sein. Ganz gewiss ist es Gottes Wunsch, dich an dem Platz wirkungsvoll zu gebrauchen, an den Er dich in der Gemeinde gestellt hat, damit du Seine herrliche Absicht erfüllst. Du musst Ihn nicht im Gebet anbetteln und anflehen, dich zu gebrauchen. Sei eifrig bestrebt herauszufinden, wozu Er dich gebrauchen will, dann wird Er es dir sicherlich offenbaren und dich mit der Kraft und der Fähigkeit salben, es auszuführen.Wie man die Gaben des Geistes offenbartIm eigentlichen Dienst am oder durch den Leib hat der charismatische Gläubige bei der Offenbarung der Gaben eine zweifache Verantwortung: Er hat sowohl die Verantwortung, die Gaben zu gebrauchen, wenn er dazu gesalbt ist, als auch die Verpflichtung, sie nicht zu missbrauchen.1. Die Verantwortung, die Gabe auszuüben, welche Gott gegeben hat.Eine Gabe, mit welcher der Herr jemanden gesalbt hat, nicht auszuüben, bedeutet, der Gemeinde diesen bestimmten Dienst vorzuenthalten. Wenn der Heilige Geist zum Beispiel jemanden salbt zu weissagen oder in Zungen zu sprechen und es auszulegen, damit die Gemeinde getröstet, erquickt oder ermahnt wird, die Person aber, die gesalbt worden ist, aus dem einen oder anderen Grund (Schüchternheit, Zweifel, Gleichgül­tigkeit) den Geist dämpft, dann wird die Gemeinde infolgedessen des beabsichtigten Segens Gottes beraubt.Ich erinnere mich an folgende Begebenheit: Während die Gemeinde den Herrn vor der Wortverkündigung anbetete, sass ich im Nebenraum und betete zum Herrn, dass Er mir irgendwie zeigen möge, worüber ich sprechen sollte, denn ich war mir nicht sicher, was an diesem bestimmten Morgen vorgetragen werden sollte. Innerlich schien es mir, der Geist be­eindrucke mich, eine Endzeitbotschaft über das Tausendjährige Reich Christi zu verkündigen. Obwohl keine andere Bestätigung kam, nahm ich dies im Glauben an und sprach über dieses Thema. Anschliessend kam ein Gemeindeglied zu mir, dem ein Dienst der Visionen und der Offen­barungen gegeben worden war, und sagte: „Ich wusste, dass Sie über das Reich Gottes predigen würden, denn während wir alle vor der Botschaft zusammen anbeteten, gab Gott mir darüber eine Vision.“„Nun, preist den Herrn“, erwiderte ich. „Aber warum haben Sie der Ge­meinde diese Vision nicht vor der Botschaft mitgeteilt, denn aus diesem Grund hat Gott ihnen dies offenbart. Zu dem Zeitpunkt, als Sie die Vision empfingen, betete ich gerade, Gott möge mir zeigen, welche Lehre die Ge­meinde heute morgen braucht. Dies hätte unseren Glauben gestärkt und die Anwesenden wären für Seine Botschaft empfänglicher gewesen. Gott beantwortete mein Gebet – aber Sie haben mir die Antwort nicht über­bracht!“Oftmals haben mir Christen anvertraut, dass sie gesalbt waren zu sprechen, aber aus Schüchternheit, Zweifel oder Furcht den Geist dämpften, und so wurde die Botschaft nie ausgesprochen, die Gott an die Gemeinde richten wollte. Was immer Gott wichtig genug erschien, um ein Glied zu salben, dies auszusprechen, ging durch Nachlässigkeit verloren.Charismatische Christen haben eine dreifache Verpflichtung, wenn es darum geht, die Geistesgaben auszuüben. Da Gott jedes Glied in den Leib „gesetzt“ hat, um dem Rest der Gemeinde zu dienen (1. Kor. 12,18-31), hat jedes Gemeindeglied die Verantwortung sicherzustellen, dass es (a) seine Gabe erweckt (2. Tim. 1, 6), indem es vor der Versammlung im Geist betet und Gott bittet, es zu gebrauchen, wie Er es möchte; dass es (b) die Gabe nicht vernachlässigt (1. Tim. 4,14; 1. Thess. 5,19-20), indem es den Geist dämpft, wenn es gesalbt ist; dass es (c) sich während der Versammlung dem Heiligen Geist für den Dienst hingibt (Rom. 12, 3-8; 1. Petr. 4,10-11).Jedes Glied des Leibes Christi muss dem Geist gegenüber wachsam sein und an seinem Platz seine Aufgabe erfüllen, wenn es gesund und wirksam sein soll. Du magst ein Haus im Wert von 300.000 Mark haben, das mit den modernsten Beleuchtungsanlagen ausgestattet ist, aberwenn direine bil­lige Sicherung fehlt, wirst du im Dunkeln sitzen, weil du deine Verant­wortung vernachlässigt hast, immer eine zur Hand zu haben. Und so wird auch die Gemeinde Christi über die Offenbarung im Dunkeln bleiben, die Gott für sie vorgesehen hat, nur weil eine Botschaft in Zungen nicht ausgelegt wird, weil jemand seine Gabe der Auslegung nicht gebraucht,, wenn er dazu gesalbt ist, oder weil er abwesend ist, wenn die Gemeinde sich versammelt.2. Die Verantwortung, die Gaben nicht zu missbrauchen.Auf den ersten Blick mag es recht eigenartig erscheinen, dass man eine geistliche Gabe missbrauchen kann, nur muss man sich vor Augen halten, dass sie durch irdene Gefässe offenbar wird. Aus diesem Grund legt die Schrift bestimmte Vorschriften für ihren Gebrauch fest (1. Kor. 14). Ganz offensichtlich hat es der Geist nicht nötig, reguliert zu werden, aber die menschliche Natur, wie sie nun einmal ist, braucht oft bestimmte Beschränkungen und Anweisungen, damit die Gaben richtig angewandt werden, so dass die Gemeinde richtig auferbaut und Gottes Vorsatz erfüllt wird. Dieses Problem werden wir unter Missbräuche und falsche Anwen­dungen der Gaben näher betrachten.(a) MissbräucheVielleicht die beiden häufigsten Missbräuche der Gaben, denen man begegnet, betreffen die Haltung des Individualismus und der Unfehl­barkeit. Der charismatische Gläubige sollte sich vor diesen beiden Fehlern hüten.Gelegentlich fühlen sich einige Personen bevollmächtigt, wenn sie geist­liche Gaben empfangen haben (Weissagung, Zungen, Heilung, Wort der Erkenntnis, Visionen, Wunder, usw.), sich gleichsam selbständig zu machen und unabhängig von der Gemeinde, deren Teil sie sind, einen persönlichen Dienst um sich und ihre Gabe herum zu entfalten. Die Gaben werden nie ausgeteilt, um einen Geist des Individualismus hervorzu­rufen, sondern um Einheit und Einklang zur Erbauung der ganzen Gemeinde hervorzubringen. Das heisst nicht, dass die Ausübung der Gaben oder der fünffachen Dienste unbedingt auf die lokale Gemeinde beschränkt sein muss, der man angehört, denn sie wurden gegeben, um überall dem ganzen Leib Christi zu dienen. Was es jedoch bedeutet, ist folgendes: Keine Gabe und kein Dienst ist dazu gegeben worden, um selbstsüchtige und unabhängige Zwecke zu verfolgen, damit sich eine Person ein kleines Reich um sich und ihre Gabe herum aufbauen kann. Einige Dienste sind natürlich mehr an die einzelne Persönlichkeit gebunden als andere (Apostel, Prophet, Lehrer), aber selbst diese sind in die Gemeinde gesetzt worden, um sie zur Reife zu führen, da sie dazu be­rufen wurden, überall dem ganzen Leib Christi zu dienen. In erster Linie beziehen wir uns jedoch auf die Gaben, die vom Geist gegeben wurden, um hauptsächlich in der lokalen Gemeinde, deren Teil man ist, eingesetzt zu werden. Wir sprechen von den Fällen, in denen einige Menschen beginnen, unabhängig von der Gemeinde um sich herum kleine persön­liche Dienste aufzubauen, wobei sie sich oft der lokalen Gemeinde gegenüber nicht verantwortlich fühlen und meinen, die Gemeinschaft mit ihr nicht nötig zu haben.Andere wiederum glauben, nur der blosse Besitz einer Gabe oder eines Dienstes verleihe seinem Inhaber gleichzeitig Unfehlbarkeit. Der Besitz einer Gabe oder eines Dienstes verleiht der Person keine eigenständige Vollmacht und Unfehlbarkeit, wobei sie ihre Verantwortung, sich der Gemeinde als Ganzes unterzuordnen, ausser acht lassen könnte. Die Gaben sind sowohl der Weisheit und dem Urteil der ganzen Gemeindeals auch den Anordnungen der Schrift unterworfen (einschliesslich der Propheten, 1. Kor. 14, 26-40). Die Schrift ermahnt uns, sich einer dem an­deren unterzuordnen: „Alle aber sollen einander mit Demut begegnen. Denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade“ (1. Petr. 5, 5; vgl. Eph. 5, 21; Phil. 2,1-8).Eine Einstellung der Unfehlbarkeit ruft Stolz und Unabhängigkeit vom Rest der Gemeinde hervor, was laut Römer 12,3 dem Zweck der Gaben entge­gensteht. In meinen Jahren der Erfahrung bin ich denen begegnet, die sich weigern, sich der Gemeinde oder den Anordnungen der Schrift zu unterordnen, indem sie solche Beschränkungen als „Knechtschaft“ oder als „Dämpfen des Geistes“ zurückweisen und glauben, ihre Gabe ver­leihe ihnen eigenständige Vollmacht und Unfehlbarkeit. Wenn sie spre­chen, geben sie uns zu verstehen, dass es immer „so spricht der Herr“ ist. 46Freiheit ohne Beschränkung jedoch ist Zügellosigkeit, wodurch ausnahmslos Spaltung, Stolz oder Unordnung gefördert wird, was genau Satans Ziel ist, damit der eigentliche Zweck der Offenbarung dieser Gaben von vornherein verfehlt wird.(b) Falsche AnwendungenFerner gibt es zwei falsche Anwendungen, denen man am häufigsten in charismatischen Versammlungen begegnet: ein Mangel an Zurückhal­tung oder der Mangel einer Salbung.Mit Weisheit die Gaben zu gebrauchen, ist ein Zeichen geistlicher Reife. Der Mangel an Zurückhaltung bei einigen weist auf einen Mangel an Selbstbeherrschung hin. Es gibt einen einfachen Grundsatz, den wir uns merken sollten, wenn die Gaben ausgeübt werden. Er besagt: Inspiration hebt nie die Selbstbeherrschung auf. Wenn zum Beispiel unbeherrscht in Zungen gesprochen wird, entsteht daraus nur ein ekstatisches Gestam­mel im Geist (wie wir es von Zeit zu Zeit gehört haben) und nicht eine wirk­liche Sprache des Geistes. Das ist nicht die Schuld des Heiligen Geistes, denn Er hat die Person gesalbt zu sprechen, aber anstatt sich selbst zu beherrschen und dem Geist das gesamte Sprechvermögen zu überge­ben, hat sie sich einfach dem Drang hingegeben, Laute auszustossen. In solchen Fällen klingt die Äusserung gewöhnlich wie eine schnelle Wieder­holung von „du, du, du, du, du, du, du, du“, die ständig ansteigt und wieder abfällt, immer lauter wird und manchmal mehrere Minuten anhält. Bei anderen Gelegenheiten haben wir erlebt, wie das, was eine Salbung zum Reden zu sein schien, sich wie ein unheimliches Jammern und Weinen mit ein oder zwei gelegentlich eingestreuten Silben zwischen den Schreien anhörte. Alles dies bewirkte jedoch nur, dass Kinder erschreckt und anwesende, nicht charismatische Christen in ihrer Überzeugung bestärkt wurden, dass das Sprechen in Zungen, wie sie es vermutet hatten, nur „Kauderwelsch“ sei.1)Solch unbeherrschte Personen scheinen vergessen zu haben, dass die Schrift uns lehrt, dass durch das Sprechen in Zungen eine echte, vollstän­dige Sprache übernatürlich durch den Geist gesprochen wird und sie die Verantwortung haben, sie so klar und deutlich auszusprechen, als redeten sie in ihrer Muttersprache. Dies wird dann geschehen, wenn sie sich1) Hier beziehen wir uns nicht auf Dinge wie, dem Herrn lauten Lobpreis ausrufen, in die Hände klatschen, noch auf ein echtes, schweres Ringen im Geist, wenn sich das Wehen des Geistes Gottes so über eine Person oder über die ganze Versammlung legt. Es handelt sich vielmehr um diejenigen, die es unterlassen, ihrer Verantwortung nachzukommen, sich selbst zu beherrschen, wenn sie gesalbt werden, um der Gemeinde zur Erbauung zu dienen. während ihrer Salbung zu sprechen selbst beherrschen und ihr gesamtes Sprechvermögen dem Heiligen Geist übergeben, anstatt sich nur einem Drang hinzugeben, irgendwelche Laute auszustossen. Ohne Zweifel wer­den diese Personen, die keine Zurückhaltung üben, durch ihren eigenen Redefluss auf erbaut, aber die Gemeinde wird es bestimmt nicht. Jedes Re­den durch Eingebung in der Gemeinde wird zu dem Zweck gegeben, da­mit der Leib auf erbaut werden möge (1. Kor. 14, 5.12).Andere Formen der Unbeherrschtheit zeigen sich in der Neigung einiger, einen anderen Sprecher zu unterbrechen, oder indem sie versuchen, eine Versammlung mit Äusserungen in Zungen oder Weissagungen an sich zu reissen. Oft werden sie sagen: „Ich konnte mich einfach nicht mehr zurück­halten. Der Geist salbte mich so mächtig, dass ich es entweder sofort aus­sprechen musste oder geplatzt wäre!“ Gemäss der klaren Lehre der Schrift ist dies keine gültige Entschuldigung, um jemanden zu unterbrechen, denn wir werden darauf hingewiesen, dass „die Geister der Propheten den Propheten Untertan sind“ (1. Kor. 14, 32), dass jedes Gemeindeglied warten soll, bis es an der Reihe ist, damit „nacheinander“ gesprochen wird (14,27), und dass eine Salbung nicht stillschweigend beinhaltet, die Äusserung sofort hervorsprudeln lassen zu müssen, da man „für sich selbst und für Gott reden“ kann (14, 28). Zu behaupten, der Heilige Geist habe dich gezwungen zu sprechen (wenn es nicht am Platz ist), heisst damit zu sagen, der Heilige Geist habe Paulus inspiriert, diese Anordnungen in der Schrift festzuhalten, aber dich dann inspiriert, gegen sie zu verstossen! Das bedeutet natürlich nicht, dass der Geist nie jemanden gesalbt hätte, eine Äusserung weiterzugeben, während ein anderer gepredigt oder gelehrt hat. In den seltenen Fällen, in denen dies vorkommt, wird es mit dem Geist der Versammlung übereinstimmen und im allgemeinen das Wort bestä­tigen, das gerade verkündigt wird, wobei die Anwesenden das Zeugnis in ihrem Herzen haben, dass dies nicht eine Unterbrechung im eigentlichen Sinne, sondern eine göttliche Bestätigung der Botschaft ist. Gelegentlich schenkt der Herr eine direkte Offenbarung, die Er wegen ihrer Dringlichkeit sofort ausgesprochen haben will, oder weil Er Aufmerksamkeit erwecken möchte. Jedoch wird auch dies nur im Rahmen der Anordnungen geschehen, die Gott bereits in der Schrift festgelegt hat (1. Kor. 14,30).Der andere Missbrauch der Gaben, der erwähnt werden muss, betrifft die ge­legentlichen Äusserungen, denen eine göttliche Salbung zu fehlen scheint. Bezeichnenderweise werden in 1. Korinther14 Anordnungen über die Gaben der Äusserung aufgeführt, aber keine über die anderen Gaben. Warum dies? Die Äusserungsgaben (Weissagung, Zungen, Auslegung und Ermahnung) sind die, die immer in der Gemeinde vorherrschen und am schnellsten dem Missbrauch unterworfen sind. Die Zunge braucht nur wenig Eingebung oder Salbung, um zu sprechen zu beginnen, wohingegen man weder das Wirken eines Wunders oder die Gabe der Heilung erzwin­gen, noch willentlich ein Wort der Erkenntnis haben kann. Jedoch kann man aufgrund einer Gefühlsregung oder eines Wunsches eine Äusserung hervorbringen, auf der wenig oder überhaupt keine Salbung liegt. Sicherlich sollte man in seiner persönlichen stillen Zeit, in der man sich selbst erbaut und den Herrn anbetet, nicht warten, bis man eine Salbung „verspürt“, um im Geist zu beten, da man eben so wenig auf ein solches Gefühl wartet, bevor man mit dem Verstand in seiner Muttersprache betet. In der öffentlichen Versammlung jedoch sollte man warten, bis man eindeutig vom Geist gesalbt worden ist zu sprechen, um das hervorzu­bringen, was der Geist der Gemeinde zu ihrer Tröstung, ihrer Erquickung und ihrer Ermahnung sagen will. Eine Windmühle dreht sich nur, wenn der Wind weht. Weder haben sich die Propheten selbst gesalbt, um zu spre­chen, noch sind die Apostel umhergezogen und haben alle Toten aufer­weckt oder jeden ans Bett gebundenen Kranken geheilt.Wenn die Gaben zum Dienst oder zur Erbauung der Gemeinde benötigt werden, wird der Geist über diejenigen kommen, die Er zu diesem Zeit­punkt gebrauchen will und sie salben, eine Gabe zu offenbaren, damit die Absicht Gottes erfüllt wird. Manchmal haben jedoch übereifrige Personen ihre eigenen Gefühlsregungen falsch ausgelegt und es als „Salbung“, in Zungen zur Gemeinde zu sprechen, gedeutet. Oder sie haben ihrem Ver­langen nachgegeben, die Gemeinde in einer Sache zu ermahnen, in der sie persönlich überführt worden sind und haben dies als Weissagung vom Herrn vorgebracht.Zum Abschluss wollen wir das zusammenfassen, was die Schrift über unsere Verantwortung hinsichtlich des Empfangs und des Ausübens der charismatischen Gaben zu sagen hat. Dazu müssen wir beachten, dass wir ermahnt werden: um die Gaben zu bitten – auf die Salbung zu warten, ehe wir handeln – den Geist nicht zu dämpfen – abzuwarten, bis wir an der Reihe sind und nacheinander zu sprechen – und alles auf eine Weise ge­schehen zu lassen, dass die Gemeinde erbaut wird. Wie man charismatisch dienen kannSicherlich ist es das Verlangen der meisten geisterfüllten Christen zu ler­nen, wie man anderen im Glauben dienen kann – um die Kranken zu heilen, die Bedrückten zu befreien, um für Gläubige zu beten, damit sie den Heiligen Geist empfangen, oder um irgendein anderes Bedürfnis zu befriedigen, was sie haben mögen. Jesus diente nicht nur in völligem Glauben, sondern Er lehrte vielmehr, dass Sein Dienst das Vorbild des unsrigen sein sollte, indem Er sagte: „Wer an mich glaubt, der wird die Werke, die ich tue, auch tun“ (Joh. 14,12). Er ver­hiess auch: „Die Zeichen aber, die denen folgen werden, die glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben … Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden“ (Mk. 16, 17-18). Als Jesus den Feigenbaum verfluchte und dieser dann über Nacht verdorrte, sagte Er zu Seinen erstaunten Jüngern, dass all denen, die im Glauben sprächen, wie Er es gerade getan hatte, sogar die Berge ge­horchten (Mk. 11,22-23); und wiederum, als Er den Sturm auf dem See gestillt hatte, wies Er Seine Jünger zurecht, weil sie dies nicht selbst getan hatten und stattdessen sich an Ihn wandten, wobei Er sagte: „Wo ist euer Glaube?“ (Lk. 8, 22-25).Das Neue Testament wiederholt immer und immer wieder, dass Jesus von uns als Seinen Jüngern erwartet, mit dem gleichen Glauben zu dienen, mit dem Er es tat und die gleichen Ergebnisse zu erwarten. Die Christen sind allzu lange gelehrt worden, die Verheissungen Gottes im Sinne von „wenn es dein Wille ist“ zu betrachten und dementsprechend zu beten. Jesus lehrte uns nie, so zu beten, denn dies sind die Lehren der Menschen, um ihren Zweifel und ihren Unglauben gegenüber dem Wort Gottes zu entschuldigen. Jesus lehrte uns nicht zu beten, „wenn es dein Wille ist“, sondern zu beten: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden.“ Dazwischen besteht ein unverkennbarer Unterschied! Wenn wir das eingehend studieren, was Jesus sowohl über den Glauben als auch über die Verheissungen lehrte, die dem Gläubigen in der Schrift gemacht werden und die Bedingungen, die gestellt werden, um das zu empfangen, was Gott uns zur Verfügung gestellt hat, werden wir den Willen Gottes kennenlernen. Dann brauchen wir nur noch das Gebet des Glaubens für das zu beten, was wir als Seinen Willen erkannt haben, da dieser in Sei­nem Wort offenbart worden ist (denn dann beten wir: „Dein Wille geschehe“). Wenn du weisst, was Gottes Wille ist, bevor du betest, dann gibt es überhaupt keinen Grund dafür, bezüglich Seinen Verheissungen „wenn es dein Wille ist“ zu beten. Das hiesse, Seinem Willen ins Angesicht zu sehen und ihn nicht zu beachten. Wenn Er zum Beispiel verheissen hat: „Kranken werdet ihr die Hände auflegen, und sie werden gesund werden“, dann erwartet Er von uns, zu glauben, dass sie gesund werden, wenn wir beten, anstatt einen Ausdruck des Zweifels hinzuzufügen wie, „wenn es dein Wille ist, lass sie gesund werden.“ Solche Gebete widersprechen sich selbst, da Er bereits Seinen Willen geoffenbart hat, als Er verhiess, „sie sollen gesund werden.“ Vieles im heutigen charismatischen Dienst ist nicht annähernd so wirk­sam, wie es sein sollte, weil die biblischen Forderungen nicht verstanden worden sind oder weil man oftmals die biblischen Methoden zu umgehen 50versuchte, um zu einem einfacheren Weg Zuflucht zu nehmen. Wir werden vom Herrn ermahnt: „Bemühe dich darum, dich vor Gott als einen recht­schaffenen und untadeligen Arbeiterzu erweisen … ein Gefäss, dem Haus­herrn nützlich und zu jedem guten Werk geeignet“ (2. Tim. 2,15.21). Es ist eine unausweichliche Tatsache, dass der ganze Leib Christi in der frühen Gemeinde diente und der Leib vollmächtige Jünger hervorbrachte, die wussten, wie sie charismatisch zu dienen hatten, ohne sie für eine derarti­ge Ausbildung auf eine Bibelschule senden zu müssen. Die lokale Ge­meinde selbst war ihr Ausbildungsplatz, denn dort hörten sie das Wort, das gelehrt wurde und konnten aus erster Hand die Methoden der Ältesten beobachten, wenn sie dienten. Dies ist die Bedeutung der Aus­sage des Paulus in Philipper 4, 9: „Was ihr von mir gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut“; und auch in Apostelge­schichte 20,20 (King James Version) sagte er: „Ich habe euch gezeigt und euch gelehrt…“ Deshalb, um zu lernen, wie du als Glied des Leibes Christi wirksam dienen kannst, sollst du nicht nur eifrig das Wort Gottes bewusst in bezug auf dieses Thema studieren, sondern du solltest auch von jeder Gelegenheit Gebrauch machen, die Methoden und Verfahren des gesalbten Dienstes aus erster Hand zu beobachten, wenn anderen charismatisch gedient wird. Es ist überraschend, wieviel man durch Beobachtung lernen und dann selbst in die Tat umsetzen kann. So war beispielsweise mein eigener Glaubensdienst sicher vielen eine Hilfe, indem sie sahen, wie ich das in die Tat umsetzte, was ich lehre, während ich anderen im Glauben diente. Sie wurden dadurch angeleitet, hinzugehen und dasselbe zu tun. Wir wissen, dass dies eine Tatsache ist.1′ Deshalb liegen die Grundsätze, die nachfolgend behandelt werden, den Methoden zugrunde, die ich mehrere Jahre lang mit bemerkenswertem Erfolg bei tausenden Gelegenheiten angewandt habe. Da sie auf die Methoden Jesu gegründet sind, der unser Vorbild ist, haben wir deshalb genau darauf die Betonung gelegt, wie wir noch sehen werden. Da Jesus uns lehrte, dass Sein Dienst das Vorbild des unsrigen sein sollte, stellt sich die Frage: Was sind denn die grundlegen­den Eigenschaften Seines Dienstes? Ich glaube, es gibt fünf Grundsätze, die für den Dienst Jesu bezeichnend waren.1) Wir beziehen uns hier nicht auf diejenigen, die andere nur nachzuahmen versuchen, sondern auf die Beobachtung der Grundsätze und Methoden, derer sich andere bedienen und die von jedem charismatischen Gläubigen angewandt werden sollten (Phil. 4, 9; Apg. 20, 20; Joh. 14,12; Mk. 11, 22-24; usw.).Fünf Grundsätze, um anderen im Glauben zu dienenErfolgreicher, charismatischer Dienst ist kein Zufall, sondern er ergibt sich daraus, dem Beispiel Jesu zu folgen, der in allem unser Vorbild ist. 1. Jesus suchte nie im Bereich des Sichtbaren oder im Bereich der Sinne eine Bestätigung Seines Glaubens. Unser Herr folgte vollkommen der Begriffsbestimmung des Glaubens, die Er später dem Apostel Paulus eingab und in Hebräer 11,1 nieder­schreiben liess: „Glaube … ist der Nachweis von Dingen, die man nicht sieht.“ Die Gegenwart des Glaubens in Seinem Herzen war der einzige Nachweis, dass das, was Er gesprochen oder die Dinge, die Er vom Vater im Gebet erbeten hatte, bereits geschehen waren. Obwohl Petrus und die anderen Jünger erstaunt waren, dass der Feigenbaum, den Jesus verflucht hatte, verdorrt war, war Jesus nicht überrascht, denn Er hatte im Herzen gewusst, dass der Baum in dem Augenblick erstorben war, in dem Er das Wort im Glauben über ihn ausgesprochen hatte. Er benötigte keine sicht­bare Bestätigung dessen, bevor Er es glaubte. Er musste nicht warten, um zu sehen, ob der Baum verdorren würde, um zu der Überzeugung zu kommen, dass er wirklich tot war. Als Jesus das Wasser in Wein verwan­delte, bat Er nicht darum, den Inhalt der Wassergefässe zu prüfen, bevor man ihn den Hochzeitsgästen sandte, sondern Er sagte: „Schöpft nun und bringt’s dem Tafelmeister“ (Joh. 2, 8). Ebenso verhielt es sich mit der kanaanäischen Frau – Er wartete nicht die Bestätigung der Mutter ab, um einen Nachweis für die Befreiung ihrer Tochter zu erhalten, sondern sagte im Glauben: „Geh hin, der böse Geist ist von deiner Tochter ausgefahren.“ Weiter wird uns berichtet: „Sie ging in ihr Haus, und der böse Geist war ausgefahren“ (Mk. 7,29-30). Jesus musste nicht ein einziges Mal jeman­den fragen, ob das, von dem Er sagte, es geschähe, auch wirklich einge­treten sei, denn der Glaube in Seinem Herzen selbst war der Nachweis oder das Zeugnis, dass es sich ereignen würde, weil „Glaube der Nach­weis von Dingen ist, die man nicht sieht.“ Es wird berichtet, dass Smith Wigglesworth, ein Apostel des Glaubens in dieser Ausgiessung der letzten Tage, einmal einen Dämon aus einer Frau austrieb, die von einem Geist des Wahnsinns besessen war. Da die Frau normal zu sein schien, nachdem er den Geist zurechtgewiesen hatte, wandte er sich, um wieder zu gehen. Plötzlich jedoch stürzte sie sich auf ihn, fluchte und tobte. Darauf drehte sich Smith zu der Frau um und sagte einfach: „Teufel, ich dachte, ich hätte dir geboten, auszufahren.“ Dies war alles, was erforderlich war, wird uns berichtet, denn sie wurde sofort von der Knechtschaft Satans frei. Es wäre Smith nie in den Sinn gekommen, zweimal für die gleiche Sache zu beten; er wäre vielmehr wie Jesus überrascht gewesen, wenn sich etwas, wofür er glaubte, nicht so ereignet hätte, wie er es zuvor ausgesprochen hatte.Glaube sucht nie nach einer Bestätigung im sichtbaren Bereich oder im Bereich der Sinne, um Gott zu glauben, dass Er unsere Bitte beantwortet hat. Manchmal suchen Christen nach einer derartigen Zusicherung, weil sie fälschlicherweise annehmen, es stärke ihren Glauben. Sie werden sa­gen: „Oh, wenn ich nur einen kleinen Nachweis hätte, dass Gott mein Gebet erhört hat.“ Die Schrift jedoch gibt uns zu verstehen, dass der „Glaube“ selbst unser Nachweis ist, dass Gott unsere Bitte gehört und sie beantwortet hat. Wenn sich die Offenbarwerdung der Antwort verzögern sollte, nachdem über eine Angelegenheit gebetet wurde, wird man Christen solche Dinge sagen hören: „Wenn Gott mir nur irgendeine Zusicherung gäbe, dass das Geld, um das ich Ihn gebeten habe, vor dem Stichtag eintreffen wird.“ Oder „wenn sich meine Symptome nur verbes­serten.“ „Wenn Gott mir nur irgendwie eine kleine Zusicherung gäbe, dass ich geheilt bin, dann würde dies meinen Glauben stärken und vermeh­ren.“ Ganz im Gegenteil jedoch behinderte dies deinen Glauben und verstärkte die Abhängigkeit von einem Nachweis deiner Sinne. Glaube ist der Nachweis von Dingen, die man nicht sieht oder verspürt. Da alle Verheissungen Gottes durch Glauben allein empfangen werden müssen, bildete deshalb die Bitte nach irgendeiner sichtbaren Zusicherung, dass Gott deine Bitte beantwortet habe, bevor du glaubst, schon an sich ein Hindernis, um genau die Antwort zu erhalten, nach der du begehrst. Wenn du dich zum Beispiel allmählich besser fühlst, nachdem du um Heilung gebeten hast und du glaubst, du seist aufgrund der Besserung und des­sen, wie du dich „fühlst“, geheilt, dann gründet sich dein Glaube in Wirk­lichkeit auf deine „Gefühle“ und nicht auf das Wort Gottes. Glaube, der auf den Nachweis der Sinne gegründet ist, ist nie zuverlässig, denn das bedeutete, du glaubst, du seit geheilt, wenn die Krankheitsmerkmale ver­schwinden, oder umgekehrt, zu glauben, du seit immer noch mit der Krankheit gebunden, wenn sich die Symptome nicht sofort nach dem Gebet verbessern.Satan kann den Bereich der Sinne beeinflussen und dich verführen, wenn du dich nur auf das verlässt, was du verspürst oder siehst. Jedermann weiss, dass der Anschein im natürlichen Bereich täuschen kann. Es scheint, als ginge die Sonne auf und wieder unter, tatsächlich dreht sich jedoch die Erde, und die Sonne bleibt unbeweglich. Wenn wir auf einer Strasse fahren, entsteht gelegentlich der Eindruck, als hätten wir einen platten Reifen. Wie oft haben wir dann die Reifen geprüft und festgestellt, dass sie alle richtig aufgepumpt waren? Auch hier wurden wir durch die „Gefühle“ oder unsere Sinne getäuscht. Ein Stock scheint sich im Wasser  zu biegen, aberwir erkennen dies als eine Täuschung. Wenn manchmal zwei Autos an der Ampel warten, erhält man zeitweise den Eindruck, man rolle langsam zu­rück, obwohl sich tatsächlich das andere Auto langsam nach vorne be­wegt. Du „fühltest“ diese Bewegung, weil du dachtest, du „sähest“, wie sich dein Auto neben dem anderen rückwärts bewegte. Du wurdest in die Irre geführt, nicht nur durch das, was du verspürtest, sondern auch durch das, was du sahst. Jeder von uns hat schon einmal einen Zug aus einer bestimmten Richtung kommen „hören“, der dann plötzlich aus der entge­gengesetzten   Richtung   an   uns  vorbeiraste.  Was  geistliche   Dinge anbelangt, dürfen wir uns nie lediglich auf den Nachweis der Sinne verlas­sen. Glaube wird nie eine Bestätigung auf der Grundlage dessen suchen, was wir aus dem Bereich des Sehens, des Hörens oder der Gefühle über die Sache ermitteln können. Ich weiss von Fällen, in denen Knochen zusammenwuchsen, nachdem für Heilung gebetet wurde, obwohl die Röntgenaufnahmen vorher gezeigt hatten, dass sie gebrochen waren. Nachdem dafür gebetet worden war, erhielten blinde Augen Monate später wieder das Sehvermögen, Herzleiden wurden geheilt, obwohl die Symptome danach noch eine Zeit lang anhielten, Tumore vergrösserten sich nach dem Gebet noch mehr und verschwanden dann plötzlich. Angehörige, für die Errettung oder Befreiung beansprucht worden war, wurden schliesslich errettet oder befreit, obwohl sich die Umstände eine Weile verschlechterten; oder Gott stellte das Geld, um das gebeten wurde, erst nachdem es so aussah, als sei die Antwort überfällig, bereit. Wir dürfen uns nie nach dem äusseren Anschein richten, wenn wir anderen dienen. Glaube sieht nicht auf die unmittelbaren Umstände. Wir müssen diejenigen, für die wir gebetet haben, ermutigen, ihre Augen auf das Wort Gottes gerichtet zu halten und Seine Verheissungen zu bekennen. Warum? Weil nichts dem Wort Gottes schlussendlich widersprechen kann, wenn sie darauf vertrauen und es bekennen. Wenn du für jemanden betest, da­mit er geheilt wird, und die Symptome verbessern sich nicht sofort (vorausgesetzt er hat die notwendigen Bedingungen erfüllt), dann ermutige ihn, sein Augenmerk nicht auf seinen Zustand, sondern auf die Verheissungen der Heilung in der Schrift zu lenken und sie täglich zu bekennen. Denn nichts kann sich dem Wort Gottes schlussendlich entge­genstellen und ihm widersprechen. Die Symptome werden dem nachgeben müssen, was Gott über sie sagt. Wenn die kranke Person jeden Tag treu bekennt: „Durch Jesu Wunden wurde ich auf Golgatha ge­heilt“ (1. Petr. 2,24; Jes. 53,4-5), wird sich ihr Zustand und die Art, wie sie sich fühlt, allmählich immer mehr dem anpassen, was Gott über die Angelegenheit sagt. Psychologie? Seelische Beeinflussung oder Einbildung? Ganz im Gegenteil, es ist das Wort Gottes, denn es steht geschrieben: „Wie ein Mensch in seinem Herzen denkt, so ist er“ (Spr. 23,7)1>, und: Tod, und Leben stehen in der Zunge Gewalt“ (Spr.18,21).Als ich vor mehreren Jahren die Heilung von einem Herzleiden auf der Grundlage der Verheissung Gottes in Jesaja 53, 4-5 beanspruchte und meine Medizin wegwarf, sah ich viele Monate lang weder geheilt aus, noch fühlte ich mich geheilt. Mehrere Male liess Satan in diesem Zeitabschnitt die Symptome und Schmerzen wiederkehren, aber in jedem Fall weigerte ich mich, die Symptome anzunehmen (oder den Nachweis dieser durch die Sinne), indem ich Satan mit den Verheissungen Gottes widerstand. Da ich täglich das bekannte, was Gottes Wort über meinen Zustand sagte (1. Petr. 2, 24) und ich mich weigerte, zu bekennen, wie ich mich fühlte, oder was ich im Spiegel sah, verbesserte sich mein Zustand allmählich und stand immer mehr in Einklang mit dem, was Gottes Wort darüber sagte, bis die Heilung schliesslich völlig sichtbar wurde. Sein Wort sagte, ich sei geheilt worden, und solange mein Zustand nicht damit überein­stimmte, stand dieser im Widerspruch zum Wort Gottes. Deshalb musste sich mein Zustand schlussendlich dem anpassen, was Sein Wort darüber sagte (denn ich bekannte Seine Verheissungen), weil zwei Gegensätze nicht zur gleichen Zeit wahr sein können!Deshalb ist der erste Grundsatz des Glaubens, den wir uns zu eigen ma­chen müssen, wenn wir nach dem Vorbild des Dienstes Jesu dienen wol­len – nie die Gewissheit, dass Gott unsere Gebete beantwortet hat, ledig­lich auf einen sichtbaren oder mit den Sinnen wahrnehmbaren Nachweis zu gründen. Wir sollen diejenigen ermutigen, für die wir gebetet haben, zwischen dem Empfang der Antwort und der Sichtbarwerdung der Ant­wort zu unterscheiden, denn Jesus lehrte: „Bei allem, worum ihr in eurem Gebet bittet, glaubt nur, dass ihr’s schon empfangen habt, so wird’s euch zuteil werden“ (Mk. 11,24). Er meint damit, wir sollen glauben, dass Gott un­sere Bitte gehört und beantwortet hat, wenn wir beten, und dann, verheisst Er, wird es uns zuteil werden. Das „wird zuteil werden“ spricht von der Sichtbarwerdung der Antwort, nicht von der Antwort selbst, die wir durch Glauben entgegennehmen sollen, wenn wir beten. Die Sichtbarwerdung der Antwort mag in einem Moment oder in einem Monat eintreten, was aber nichts mit der Antwort an sich zu tun hat, die in dem Zeitpunkt im Glauben angenommen werden soll, in dem wir um sie bitten. Gelegentlich wird die Antwort natürlich fast sofort sichtbar, im allgemeinen jedoch tritt die Sichtbarwerdung irgendwann später nach dem Gebet ein. Manchmal behindert Satan die Sichtbarwerdung, und wir müssen den geistlichen1) Übersetzt nach hebräischem GrundtextKampf mit den Mächten der Finsternis aufnehmen, um den Sieg zu behalten. Oft erlaubt Gott aus einer Anzahl von Gründen einen Zeitraum der Verzögerung, bevor die Antwort sichtbar wird (z. B. damit unser Glaube reift; um uns eine geistliche Lektion zu lehren; um ein Hindernis in unse­rem Leben zu entfernen, und so weiter). Natürlich besagt das nicht, dass wir Menschen ermutigen sollten, grosse Verzögerungen der Sichtbarwerdung ihrer Antwort zu erwarten. Der Nachdruck liegt darauf, die Antwort entgegenzunehmen, wenn sie beten, ungeachtet dessen, was der mit den Sinnen wahrnehmbare Nachweis Gegenteiliges aussagen mag, oder wie lange von ihnen gefordert werden mag, auf die Erfüllung zu warten.2. Jesus versuchte nie, Glauben im Gegensatz zum Willen Gottes zu gebrauchen.Charismatische Christen müssen sich davor in acht nehmen, Glauben als eine Abkürzung betrachten zu wollen, um ein Bedürfnis befriedigt zu bekommen oder eine Antwort auf Gebet zu erhalten, als würde nichts anderes damit zusammenhängen. Sicherlich ist Glaube der Schlüssel, um all das zu empfangen, was Gott verheissen hat, aber der reife Christ weiss, dass etwas über der Ausübung wahren Glaubens steht, nämlich die Er­kenntnis des Willens Gottes. Wir lesen davon in 1. Johannes 5,14-15: „Das ist die Zuversicht, die wir Gott gegenüber haben: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, dann hört er uns. Und wenn wir wissen, dass er unsre Bitten hört, wissen wir auch, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben.“ Hier haben wir die klare Verheissung, dass Gott ausdrücklich jedes Gebet beantwortet, das in Einklang mit Seinem Willen vorgebracht wird. Es ist offensichtlich, dass wir Seinen Willen in einer Angelegenheit nur in dem Ausmass kennen können, in dem wir Sein Wort kennen und dann da­durch in der Lage sind, die notwendigen Bedingungen zu erfüllen, um die Antwort zu empfangen.Manchmal betrachten Menschen den Glauben nur als Mittel, um ihren eigenen Kopf durchzusetzen, ohne zu bedenken, was Gottes Wille in der Angelegenheit sein mag. Sie haben den Wunsch, etwas zu tun, oder sie begehren eine Antwort auf Gebet (die nicht in Einklang mit Gottes Willen stehen mag) und sagen: „Jesus verhiess, ‘alles, worum ihr im Gebet bittet, werdet ihr empfangen, wenn ihr nur glaubt.’ Deshalb beanspruche ich dies und jenes im Glauben.“ Wir können Glauben nicht wie „Aladin’s Wun­derlampe“ benutzen, um einfach zu bekommen, was wir wollen, ohne den Willen Gottes dabei zu beachten, da so ein Gebet keine Antwort erfahren wird. Jakobus 4, 3 sagt uns: „Ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet.“Zum Beispiel können wir Gott nicht darum bitten, uns vor jeglicher Verfolgung, Trübsal oder Anfechtung unseres Glaubens zu bewahren, da das in diesem Fall nicht mit Seinem geoffenbarten Willen in Einklang stün­de. Die Schrift unterrichtet uns: „Wir müssen durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen“ (Apg. 14,22), und wir sollen erwarten, Verfolgung zu erleiden, „denn dazu seid ihr berufen“ (1. Petr. 2,21). Auch sollte ein Christ von Gott nicht erwarten, sein Gebet für Heilung zu erhören, wenn er nicht willens ist, die Sünden zu bekennen, die das Leiden verursacht ha­ben mögen (Jak. 5,14-16). Der Christ, der sich in seinen Gedanken immer noch nicht sicher ist, ob die Taufe im Heiligen Geist mit ihrem Nachweis der Zungen für die heutige Zeit Gültigkeit hat oder nicht, kann nicht wirk­lich von Gott erwarten, ernst genommen zu werden, wenn er im Zweifel betet und spricht: „Herr, ich bin mir über die Gültigkeit dieses Erlebnisses immer noch nicht im klaren, aber wenn es für mich ist, dann zeige es mir irgendwie, und ich werde willens sein, es anzunehmen.“ Gott wird so ein Gebet nicht beantworten, weil Er bereits unmissverständlich in Seinem Wort geoffenbart hat, dass es Sein Wille ist, all denen den Heiligen Geist zu geben, die Ihn im Glauben darum bitten (Lk. 11,13; vgl. Apg. 1,4-5). Jedesmal wenn ein Gebet über eine Verheissung Gottes von einem „wenn“ abhängig gemacht wird, wurde es nicht in Einklang mit dem Willen Gottes vorgebracht (Mt. 21,22).Ausserdem beabsichtigte Jesus nicht, einfach weil Er verheissen hat: „Alles, worum ihr im Gebet bittet, werdet ihr empfangen, wenn ihr nur glaubt“ (Mt. 21,22), dass wir diese Verheissung von der aus I. Johannes 5,14-15 absondern sollten, in der wir angewiesen werden, dass wir gemäss Seines Willens bitten müssen, wenn wir von Ihm erwarten, uns zu antworten. Man sollte nie versuchen, das Gebet des Glaubens zu benutzen, um Gottes Willen zu umgehen. Wir müssen Sein Wort verstehen, damit wir wissen, was Sein Wille für uns in der Angelegenheit ist, über der wir beten. Gelegentlich trägt jemand in unseren Versammlungen ein Gebetsan­liegen vor, von dem wir wissen, dass es nicht mit dem Wort Gottes überein­stimmt, und wir können deshalb nicht im Glauben mit ihm dafür beten.„Würden Sie mit mir auf der Grundlage von Matthäus 18,19 im Gebet über­einstimmen, dass Gott meinem Ehemann diese Woche während der Ver­sammlung erretten wird? Ich bin mir sicher, dass Er genauso das Verlangen hat, meinen Ehemann errettet zu sehen, wie ich.“ „Wir können Gott nicht auf den Zeitpunkt und den Ort der Erfüllung festlegen“, erwiderte ich. „Er wirkt oft durch Umstände, was andere Menschen einbeziehen mag und von denen Er auch manchmal einige errettet, während Er auf unser Gebet antwortet. Ich will jedoch mit Ihnen übereinstimmen, dass er errettet wird. Dabei nehmen wir die Antwort unserer Bitte entgegen, wenn wir beten und überlassen Gott die Umstände der Erfüllung.“ Deshalb ist es nicht nur notwendig zu wissen, dass das „Gebet der Übereinstimmung“ ein gültiges Mittel ist, um eine Antwort auf unsere Bitten zu erhalten (wie ich es bei zahllosen Gelegenheiten erlebt habe), sondern wir müssen auch all die biblischen Forderungen hinsichtlich solcher Verheissungen kennen, um sie gemäss des Willens Gottes anzuwenden.„Würden Sie Gott darum bitten, mir den gleichen Glauben zu gewähren, wie Sie ihn haben, da ich ein grosses Verlangen verspüre, mehr vom Herrn gebraucht zu werden?“ fragte mich ein junger Mann eines Abends. Ich antwortete: „Es tut mir leid, ich kann das nicht tun. Denn sehen Sie, Glaube kommt nicht durch Gebet, sondern durch das Hören des Wortes Gottes (Rom. 10,17). Um Glauben zu entfalten, müssen wir uns mit der Schrift befassen, denn nur auf diese Weise werden wir erkennen, was Gott verheissen hat für uns zu tun, wenn wir dafür glauben. Währenddem wir das Wort studieren und der gesalbten Lehre Seines Wortes zuhören, entwickelt sich Glaube.“ Das Gebet des Glaubens sollte in der entsprechenden Sache immer auf ein tiefgehendes Verständnis des Willens Gottes gegründet sein, bevor wir unsere Bitten vorbringen. Machmal beten Christen aus keinem höheren Beweggrund, als zu versuchen, Gott zu überreden, sie den eige­nen Kopf durchsetzen zu lassen. Denn sie sind nicht wirklich darum be­sorgt, zuerst zu erfahren, was Gottes Wille in dieser Angelegenheit ist. Sie beten, damit sich eine Tür für sie öffne oder bitten um Führung und Hilfe bei einer wichtigen Entscheidung, die sie zu treffen haben, haben sich aber bereits in ihren Gedanken festgelegt, welches Ergebnis sie wünschen und wie sie ihre Gebete von Gott gerne beantwortet haben möchten. Sie haben den Wunsch, sich das Recht vorbehalten zu dürfen, den Weg abzulehnen, den Gott ihnen zeigt, wenn die Kosten zu hoch sind oder wenn die ihnen von Gott angedeutete Richtung, die sie einschlagen sollen, nicht mit dem zusammenpasst, was sie wirklich tun wollen.Wir sollten Jesus, unserem Vorbild folgen, der sagte: „Ich bin gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Joh. 6,38). Als sich die Menschen in Nazareth, der Heimat­stadt Jesu, weigerten, ihm zu glauben, gebrauchte Er nicht Seine Macht, um trotz ihres Unglaubens Wunder zu wirken, nur um Seine Göttlichkeit zu beweisen (Mk. 6, 5-6). Er wusste, dass es der Wille des Vaters war, nur in Erwiderung auf den Glauben der Menschen zu heilen. Wir dürfen nie ver­suchen, Glauben mit dem Bestreben auszuüben, Gottes geoffenbarten Willen zu umgehen, nur weil wir wünschen, jemanden geheilt oder befreit zu sehen, oder damit eine Not behoben wird. Es gibt zum Beispiel in der Schrift überhaupt keine Grundlage für die heutige Handlungsweise, für alle zu beten, die wegen Heilung kommen (oder wegen eines anderen Bedürfnisses), ohne zuerst festzustellen, ob diejenigen, die um das Gebet ersuchen, selbst bereit sind, sich die Antwort durch Glauben anzueignen. Dies ist ein Versuch, den eigenen Glauben anstelle des Glaubens der anderen Person zu gebrauchen, mit dem Bestreben, Gott zu überzeugen, unsere Gebete zu belohnen, einfach deshalb, weil wir es wünschen. Gottes Wille dagegen ist es, dass die Verantwortung für die Gebetserhörung auf dem ruht, der die Bitte gestellt hat (Mk. 9,14-23; 11,22-24; Jak. 1, 5-7)1). An diesem Punkt sollten wir den dritten Grundsatz des Glau­bens verstehen lernen, der für den Dienst Jesu bezeichnend war, welchem wir in unserem Dienst an anderen auch folgen sollten.3. Jesus forderte immer eine Erwiderung des Glaubens auf selten des Menschen, dem Er diente.Jesus erwartete als Nachweis, dass die Person wirklich glaubte, ein Zei­chen, sei es ein positives Bekenntnis des Glaubens, eine Handlung oder eine Erwiderung, auf Seiten desjenigen, dem Er diente. Er verfuhr so, weil Er wusste, dass Sein Dienst an ihnen ohne Wirkung bliebe, wenn die Per­son, die die Not hatte, nicht willig war, Glauben auszuüben.Der Grund, warum Jesus die Augen des blinden Mannes mit Lehm bestrich und ihm befahl, seine Augen am Teich von Siloah zu waschen, war der, weil dies dem blinden Mann die Gelegenheit gab, gemäss seines Glau­bens zu handeln (Joh. 9,1ff.). Wir lesen: „Da ging er hin und wusch sich und kam sehend zurück.“ Aus demselben Grund befahl Er den zehn Aussätzigen, die Ihn um Heilung baten: „Geht und zeigt euch den Priestern!“ (Lk. 17,14). Das Gesetz in Israel legte fest, dass ein Aussätziger, um als gereinigt zu gelten, sich selbst den Priestern zeigen musste, die ihn als rein erklärten, wenn sie sahen, dass er geheilt worden war, und ihm erlaubten, wieder mit anderen Menschen Gemeinschaft zu haben. Im Fall der zehn Aussätzigen trat zu der Zeit, als Jesus sie als geheilt erklärte, keine sofortige Veränderung ihres Zustandes ein. Als sie jedoch auf das Wort Jesu hin im Glauben handelten und hingingen, um sich den Priestern1) Dabei wird nicht die Tatsache übersehen, dass es Fälle gibt, in denen eine Person für jemand anderen „stellvertretend einsteht“, damit diese geheilt oder befreit wird (Mt. 18, 18-19). In solchen Fällen handelt es sich nicht um jemanden, der nicht für sich selbst glaubt (wie es manchmal der Fall ist, wenn man den Kranken persönlich dient), sondern wir beziehen uns hier auf das Gebet des Glaubens, was anstelle eines anderen Menschen vorgebracht wird, der nicht anwesend ist (Mt. 8, 5-13) oder der nicht imstande sein mag, in der Angelegenheit zu glauben (oder Unglauben zu haben), wie im Falle eines Säuglings oder einer Person, die von Dämonen besssen ist (Mk. 7, 25-30; 9, 21-23). zu zeigen, wurde ihre Heilung sichtbar, denn es heisst: „Und während sie hingingen, wurden sie rein“ (Vs. 14). Einer von ihnen, ein Samariter, kam zurück und dankte Jesus. Wäre die Heilung sofort sichtbar geworden, hät­te er Ihm zur gleichen Zeit gedankt, aber es ereignete sich, als sie im Glau­ben Jesus gehorchten und auf Sein Wort hin handelten.Als Jesus den blinden Bartimäus fragte: „Was willst du, das ich dir tun soll?“ tat der Herr das nicht, weil Er nicht wusste, dass er blind war, denn dies war offensichtlich. Aber Bartimäus hatte wie jeder andere viele Anliegen derer wegen er um Hilfe hätte bitten können. Er hätte finanziellen Segen erbitten können (er war ein Bettler), oder er hätte für die Heilung seiner Frau bitten können, für die Errettung eines Sohnes oder für die Befreiung einer Tochter, wie es die kanaanäische Frau getan hatte, und so weiter. Jesu Nachfrage sollte Bartimäus dazu bewegen, im einzelnen das zu nennen, was er begehrte und wofür er glaubte. In Bestätigung dessen kann ich berichten, dass bei mehreren Gelegenheiten Menschen an Krücken oder im Rollstuhl zu mir kamen, die nicht für sich selbst, sondern für andere um Gebet ersuchten; oder sie sind häufig gekommen, um die Taufe im Heiligen Geist zu empfangen und nicht wegen ihrer persönlichen Heilung. Hätte ich angenommen, sie wünschten Heilung und es wäre dafür gebetet worden, dann hätte dies zu einem Fehlschlag geführt, da sie nicht Glauben für ihre Heilung ausübten. Deshalb dürfen wir nicht annehmen, nur weil wir eine offensichtliche Not bei anderen sehen, sie seien bereit, dafür Glauben auszuüben. In manchen Fällen haben sie natürlich auch schon ihre Heilung beansprucht und kommen nicht, um dafür noch einmal um Gebet zu bitten (Mk. 11,24), sondern warten auf die Sichtbarwerdung.Wenn deshalb unser Dienst an anderen wirksam sein soll, müssen wir wie Jesus den Menschen, für den wir beten, sowohl ermutigen, ein positives Bekenntnis des Glaubens hinsichtlich des bestimmten Anliegens zu ma­chen, für das er den Dienst wünscht, als ihm auch die Notwendigkeit auf­zeigen, in Einklang mit seinem Bekenntnis zu handeln. Auch müssen wir von vornherein dem die Verantwortung auferlegen, die Antwort zu empfangen, der sie erbittet. Es deutet auf ein fehlendes Verständnis von der Natur des Glaubensdienstes hin, wenn man versucht, wie einige es tun, einfach auf der Grundlage seiner eigenen Begeisterung hindurch zu -beten und sich zu bemühen, dass der Kranke dadurch geheilt oder eine andere Not behoben wird, ohne dabei die Notwendigkeit zu berücksich­tigen, dass der Bedürftige selbst Glauben ausüben muss. Wir können nicht das durch Gebet ersetzen, was demjenigen, dem wir dienen, an Glauben fehlt. Zu wenige derer, die zu dienen versuchen, sind willens, die Verant­wortung auf sich zu nehmen, den Menschen, der die Not hat, zu unterrichten, was das Wort Gottes über sein Problem lehrt und wie die biblischen Forderungen lauten, damit es gelöst werden kann. Wirksamer Dienst gründet sich immer darauf, ein Verständnis dessen zu vermitteln, was das Wort Gottes über eine Not sagt, denn „Glaube kommt durch das Hören des Wortes.“„Glauben Sie, dass Sie den Heiligen Geist empfangen werden, wenn ich für Sie bete?“ fragte ich eine Frau, die Gebet für die Geistestaufe wünschte. Es ist meine Gewohnheit, dies zu fragen, damit ich denjenigen, dem ich diene, dazu bewegen kann, ein positives Bekenntnis des Glaubens über sein Anliegen zu machen. „Ich habe schon oft um dieses Erlebnis gebe­ten. Ich glaube, ich werde den Heiligen Geist eines Tages empfangen“, erwiderte sie. „Glauben Sie, dass dies der Tag ist?“ fragte ich. „Oh, ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Geistestaufe jetzt empfangen werde. Mit mir wurde bereits so oft ohne Erfolg darum gebetet, dass ich nicht davon überzeugt bin, sie jetzt zu erhalten“, entgegnete sie. Auf der Grundlage dessen, was bereits dargelegt wurde, sollte es offen­sichtlich sein, dass ich nicht für sie beten konnte, etwas zu empfangen, worüber sie nur Zweifel bekannte und die Möglichkeit des Empfangs in Frage stellte. Was sie brauchte, war nicht erneutes Gebet, sondern Lehre aus der Schrift, damit ihre Zweifel beseitigt würden und sich Glaube für den Empfang des Erlebnisses entfaltete. Dennoch für solche Menschen zu beten, wie viele es tun, obwohl sie nicht willens sind, Glauben für den Empfang der Antwort auszuüben, vergrössert nur ihre Zweifel, ob sie das jemals erlangen werden, was sie wünschen. Jesus liess sich niemals drängen, Menschen zu heilen, zu befreien oder eine Not zu beheben, solange Er nicht ihre Willigkeit festgestellt hatte, ihren Glauben vorher zu bekennen und dann danach zu handeln. Er legte die Verantwortung, die Antwort zu empfangen, ausnahmslos auf denjenigen, der die Bitte vortrug, denn Er sagte beispielsweise: „Dir geschehe nach deinem Glauben.“ „Wenn du könntest glauben; alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ „Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn … nichts wird euch unmöglich sein.“ „Alles, worum ihr im Gebet bittet, werdet ihr empfangen, wenn ihr nur glaubt.“ „Bei allem, worum ihr in eurem Gebet bittet, glaubt nur, dass ihr’s schon empfangen habt, so wird’s euch zuteil werden.“Um in unserem Dienst erfolgreich zu sein, müssen wir, wie Jesus dies tat, diejenigen, denen wir dienen, dazu bewegen, etwas zu sagen oder zu tun, damit sie ihren Glauben freisetzen können. Denn solange dies nicht ge­schieht, kann die Antwort nicht eintreffen. Wenn wir zum Beispiel für jemanden gebetet haben, der den Heiligen Geist empfangen möchte, ist es im allgemeinen von Nutzen, ihn dazu zu bewegen, im Glauben zu be­kennen, dass er empfangen hat (wenn er nach dem Gebet noch nicht begönnen hat, in Zungen zu sprechen). Ermutige ihn dann, nach seinem Glauben zu handeln und seine Stimme zu erheben und das zu sprechen, was der Heilige Geist ihm gibt (halte ihn in dieser Zeit von jedem Versuch ab, in seiner Muttersprache zu lobpreisen oder zu sprechen). Ebenso frage ich gewöhnlich, bevor ich für jemanden bete, der geheilt werden möchte, ob er glaubt, dass er geheilt sein wird, wenn ich gebetet habe. Es ist erstaunlich, wie oft man eine negative Erwiderung zu hören bekommt wie: „Nun, ich bin mir nicht sicher.“ Oder sie werden ihre Ungewissheit beken­nen, indem sie sagen: „Ich hoffe es, aber mein Zustand ist ziemlich ernst.“ Oder sie bekennen Zweifel und erwidern: „Ich weiss, dass Gott dazu in der Lage ist, aber mit mir wurde bereits so oft für dieses Gebrechen gebetet, dass ich mir nicht ganz sicher bin, was ich jetzt noch glauben soll.“Wir sollten andere ermutigen, ein positives Bekenntnis der Verheissungen Gottes über ihre Heilung zu machen, sonst werden unsere Gebete unwirksam sein, weil die Zweifel der anderen darauf hinzielen, unseren Glauben zunichte zu machen. Ausserdem sollten sie ermutigt werden, gemäss ihres Bekenntnisses des Glaubens, dass sie geheilt worden sind, zu handeln. Im Falle von Magengeschwüren mag das für sie’ bedeuten, solche Nahrung im Glauben zu essen, die normalerweise Schmerzen verur­sachte (natürlich muss dass ihre eigene Entscheidung sein). Inanderen Fällen wird es bedeuten, auf die Medikamente zu verzichten und vollkommen auf die heilende Kraft Gottes zu vertrauen. Ich hatte die Heilung eines Herzlei­dens beansprucht, was in meinem Fall bedeutete, nicht auf der Grundlage dessen, was ich fühlte, sondern im Einklang mit dem Wort Gottes zu be­kennen und zu handeln. Ich warf meine Medikamente weg und begann das normale Leben eines gesunden Menschen zu führen. Ich ass, was ich wollte, arbeitete nach einem ausgefüllten Arbeitsplan und Terminka­lender, reiste weit und häufig und widerstand jedes mal den Symptomen, wenn Satan versuchte, mich mit ihnen zu quälen. Infolgedessen wurde meine Heilung und die Wiederherstellung der vollständigen Gesundheit völlig offenbar, wenn auch schrittweise. Obwohl wir diejenigen, für die wir beten, ermutigen sollen, nach ihrem Glauben zu handeln, müssen wir uns vor Augen halten, dass die eigentliche Entscheidung bei ihnen verbleiben muss, denn wenn sie es nicht freiwillig tun und die Zuversicht haben, dass Gott Sein Wort an ihnen erfüllen wird, zeigt es keine Wirkung. Jesus forder­te immer eine Erwiderung des Glaubens von Seiten des Menschen, dem Er diente; die Entscheidung zu handeln, lag bei ihm (Joh. 9).4. Jesus bevorzugte es, durch das „gesprochene“ Wort des Glaubens zu dienen.Nirgends in den Evangelien gibt es eine Aufzeichnung, in der Jesus jemals ein formelles Gebet bei der Heilung der Kranken, bei der Befreiung der 62Bedrückten oder bei der Behebung der Not eines Menschen gebetet hätte. Er legte ihnen einfach die Hände auf oder erklärte die Kranken für geheilt (Lk. 4, 40; Mk. 2,10-12). Mit einem Wort trieb Er Dämonen aus und die Bedrückten waren freigesetzt (Mt. 8,16). Jesus betete oft, aber dies geschah in Vorbereitung darauf, anderen zu dienen. Es war nicht das Mittel, durch das Er ihnen diente, denn Er sprach ihnen gegenüber ledig­lich das Wort des Glaubens aus.Es gibt natürlich Zeiten, in denen das Gebet das Glaubens zur Heilung der Kranken dargebracht wird, nämlich beispielsweise in den Fällen, in denen der Kranke auf der Grundlage von Jakobus 5,14-16 nach den Ältesten der Gemeinde ruft, damit sie ihn im Namen Jesu mit Öl salben und für seine Heilung beten, oder beim Gebet der „Übereinstimmung“, in dem zwei Gläubige  für die  Heilung  des  Kranken   im  Gebet  übereinstimmen (Mt. 18,19). Jedoch sind dies nicht die einzigen Methoden, mit denen wir den Kranken dienen sollen, wie die Schrift aufzeigt. Das einfache Verfah­ren, „die Hände aufzulegen“, das in Markus 16,17-18 angesprochen wird und was in der ersten Gemeinde ausgeübt wurde, ist das am häufigsten verwendete Mittel. In dieser Schriftstelle gibt es keinen Hinweis für die Notwendigkeit,  ein  formelles Gebet für Heilung  oder Befreiung zu sprechen, sondern die Verheissung lautet vielmehr, „Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden.“ Dämonen sollen „ausgetrieben“ werden, was natürlich nicht durch Gebet geschieht, sondern indem man ihnen im Glauben befiehlt, auszufahren, wie Jesus dies tat („er trieb durch sein Wort die bösen Geister aus“, Mt. 8,16). Jesus wies Seine Jünger nicht an, ein langes, formelles Gebet für die Kranken zu „beten“ (bevor sie hinauszogen, sollten sie als Vorbereitung beten), sondern Erbefahl ihnen, den Kranken die Hände aufzulegen und das Wort der Heilung und Befreiung zu sprechen. Er befahl ihnen: „Geht aber und predigt: Das Himmelreich  ist nahe herbeigekommen. Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus“ (Mt. 10, 7-8), den „Kranken werdet ihr die Hände auflegen, und sie werden gesund werden“ (Mk.16,18).Selbstverständlich wollen wir die Notwendigkeit regelmässigen und ernst­lichen Gebetes vor allem im Geist (Eph.6,18) nicht als geringfügig darstellen, denn der Christ, der nicht viel Zeit dafür aufwendet, um Gemeinschaft mit Gott zu verbringen, wird nicht in der Lage sein, anderen im Glauben zu dienen, da das Gebet das Mittel ist, um seinen Glauben auf­zubauen (Jud. 20). Gewöhnliches Gebet ist grundsätzlich das Mittel der geistlichen Vorbereitung für den Dienst und nicht das Mittel, mit dem wir immer dienen sollen. Gott beabsichtigt, jetzt am Ende des Zeitalters, einen Leib von Heiligen zu dem Punkt zu führen, an dem sie wiederum beginnen werden, das Wort des Glaubens im Namen des Herrn zu sprechen. Die Bi­bel ist mit Beispielen von Männern und Frauen gefüllt, die von Gott auf mächtige Weise gebraucht wurden, weil sie gelernt hatten, wie man im Glauben spricht. Josua betete nicht zum Himmel, um Gott zu bitten, die Sonne und den Mond stillstehen zu lassen – er sprach selbst das Wort des Glaubens, welches dieses Wunder vollführte, wobei er sagte: „Sonne, steh still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon“ (Jos. 10,12). Gott hiess Mose nicht zu beten, als sie Wasser in der Wüste benötigten, sondern Er wies ihn an, zu dem Fels zu „sprechen“ und es käme Wasser heraus. Nachdem Jesus zu dem Feigenbaum „gesprochen“ und damit bewirkt hatte, dass er verdorrte und abstarb (Mk. 11,14), verhiess Er, dass wir ebenso das gleiche Wort des Glaubens sprechen und Berge bewegen könnten: „Wer (bemerke, dies schliesst dich ein) zu diesem Berge spricht: Erheb dich und wirf dich ins Meer! und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dem wird zuteil werden, was er sagt“ (Mk. 11, 23). Dreimal betont Jesus in diesem Vers, dass wir erhalten können, was wir sagen, wenn wir im Glauben sprechen.Es gibt eine Zeit, in der man betet – aber es gibt auch eine Zeit, in der man redet. Es gibt eine Zeit, in der man bittet – und eine Zeit, in der man spricht. Gott sucht sich in dieser entscheidenden Stunde Männer und Frauen aus, die im Wort und im Glauben so geschult sind, dass sie nicht die ganze Nacht damit verbringen müssen, mit den Kranken und Bedrückten um Heilung und Befreiung zu beten, sondern die im Glauben das Wort sprechen können, das die Kranken und Leidenden heilen und die Bedrückten befreien wird. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zuerst einmal werden wir erkennen, dass wir uns immer mehr aus einer Notwendigkeit dazu gezwungen sehen, im Namen des Herrn zu spre­chen. Zum Beispiel musste ich bei einigen Gelegenheiten Hunderten die­nen, die für Heilung kamen. Es wäre offensichtlich in solchen Situationen unmöglich gewesen, für jeden einzelnen ein formelles, langatmiges Gebet zu sprechen, wie dies viele zu tun versuchen, denn ich hätte niemals allen dienen können. Jedoch habe ich ausnahmslos festgestellt, dass die Kran­ken geheilt werden, so wie Jesus es verhiess, wenn ich ihnen die Hände auflege und das einfache Wort des Glaubens spreche: „Sei geheilt, in Jesu Namen.“ Infolgedessen verbleibt genügend Zeit, um allen zu dienen. Das gleiche trifft auch auf das Anliegen der Befreiung zu. Ein nachdrück­licher Befehl des Glaubens reicht gewöhnlich aus, um die Bedrückten zu befreien. Wiederum folge ich dabei dem Beispiel Jesu („er trieb durch sein Wort die bösen Geister aus“) und weiss aus Erfahrung, dass dies gewöhn­lich genügt, wenn man den Glauben dafür hat. Oftmals musste ich mich mit Hunderten von Menschen gleichzeitig befassen, die für Befreiung von okkulter Bedrückung kamen. Der einzig mögliche Weg, um ihnen allen helfen zu können, ist in solchen Fällen, ihnen mittels Glauben allen zusam­men zu dienen. Die Ergebnisse bleiben in jedem Fall die gleichen, denn ei­nige, die an solchen Massenbefreiungen teilnahmen, haben uns nachher erzählt, wie sie Heilung erlebten (manchmal sofort), wie sie tatsächlich ei­ne Befreiung von Bedrückung in ihren Gedanken oder ihrem Körper verspürten, wie sie sowohl von geistigen und gefühlsmässigen Störungen als auch von Formen psychischer Bedrückung, Depression, und so weiter befreit wurden.  Dies ist nicht ein Versuch, den Dienst des Gläubigen an den Kranken und Bedrückten übermässig zu vereinfachen, da es einige Fälle gibt, in denen jemand weitere Ermutigung oder Anleitung im Glauben benötigt, um sich seine Heilung anzueignen. Oder es mag sich um jemanden handeln, der so durch Geister gebunden ist, dass eindringliches Gebet und Fasten er­forderlich ist, bevor man sich mit den Dämonen auseinandersetzt (Mt. 17,19-21). Ausserdem ist es in den Fällen notwendig, in denen der einzelne völlig besessen ist, oder falls mehrere Dämonen anwesend sind und die Geister, wenn sie herausgefordert werden, durch die Person zu sprechen beginnen, diesen Dämonen zu befehlen, sich selbst mit Namen zu nennen und sie alle auszutreiben. Natürlich gibt es auch andere Arten, in denen sich Geister manchmal offenbaren, wenn sie herausgefordert werden (Würgen, Weinen, Schreien, Fluchen, heftige Bewegung des Körpers, usw.), und in solchen Fällen mögen mehrere nachdrückliche Befehle im Glauben erforderlich sein, um sie hinauszuwerfen. Im allgemei­nen jedoch stellen wir fest, dass es ausreicht, das Wort der Befreiung auszusprechen.Ich bin aus eigener Erfahrung fest davon überzeugt, dass es in vielen Fällen wenigstens ein wichtiger Teil der Strategie Satans ist, Christen dahinge­hend zu verleiten, dass sie meinen, sie müssten viel Zeit damit zubringen, um für jeden einzelnen Kranken, der Heilung benötigt, zu beten, oder sich stundenlang damit befassen zu müssen, zu beten und den Dämonen zu befehlen, von dem Bedrückten zu weichen. Wenn er durch diese Taktik sonst nichts erreicht, wird es ihm zumindest gelingen, dich so beschäftigt zu halten, einem oder zwei Menschen zu helfen, dass du keine Zeit mehr hast, den vielen anderen zu dienen, die auch deine Hilfe brauchen. Bevor wir diesen gerissenen Anschlag des Feindes erkannten, betete unsere Gemeinde bei einer Begebenheit über fünf Stunden für die Befreiung ei­ner Person, jedoch ohne Erfolg. Satan behielt die Oberhand, und wir wa­ren erschöpft; das war alles, was sich ereignete. Später, als wir gelernt hat­ten, wie man durch Glauben mit Befreiung dient, wurde die gleiche Person durch den einfachen Befehl des Glaubens innerhalb einer Minute befreit! Satan weiss, wann du entschlossen auf den Verheissungen Gottes beharrst und mit Vollmacht sprichst. Jesus wies uns weder an, den ganzen Tag über den Kranken zu beten, noch es Satan zu erlauben, uns stundenlang lahm zulegen, während wir ihn anschreien, um jemanden freizusetzen, der Befreiung braucht. Er befahl uns, „den Kranken die Hände aufzulegen“ und verhiess, sie würden gesund werden (Mk. 16,18). Da Er uns „Macht über al­le Gewalt des Feindes“ gegeben hat (Lk. 10,19), stellt Er sicher, dass wir „die Dämonen austreiben“ und sie nicht stundenlang überreden sollen. Wir haben die Verantwortung, zuerst einmal sicherzugehen, dass wir das Wort des Glaubens den  Menschen weitergeben, die Heilung oder Befreiung benötigen, damit sie in der Lage sind, sich die Verheissungen Gottes anzueignen, um ihre Nöte beheben zu lassen. Wir können nicht das, was ihnen an Glauben mangelt, durch lange Gebete ersetzen, weil wir nicht treu gewesen sein mögen, unsere Verantwortung wahrzuneh­men, sie zuerst zu lehren. Bei mehreren Gelegenheiten musste ich eine Bitte ablehnen, jemanden zu begleiten, um für einen kranken Menschen zu beten, um den er besorgt war, weil er sich einfach nie die Zeit genom­men hatte, dem Kranken die Schriftstellen über Heilung weiterzugeben. Es gibt keine Abkürzungen, um Gottes Verheissungen zu empfangen. Wir müssen diejenigen, die unseren Dienst brauchen, mit dem Wort unter­weisen, damit sie die Bedingungen für die Gebetserhörung erfüllen, und damit sie befähigt werden, ihren Glauben freizusetzen. Manchmal ist für den Kranken bereits mehrere Male ohne Erfolg gebetet worden. Solche Menschen brauchen nicht mehr Gebet, sondern müssen über ihr Problem aus der Schrift gelehrt werden, denn die Bibel zeigt uns, dass es das Wort Gottes ist, welches heilt („Er sandte sein Wort und machte sie gesund“ PS. 107,20.), und dass Glaube durch das Hören des Wortes kommt (Rom. 10,17). Gebet dient niemals als Ersatz für Glaube. Ein zweiter Vorteil, das Wort des Glaubens zu sprechen, anstatt zu versuchen, durch weitschweifige Gebete zu dienen, liegt darin, dass es oft den Glauben anderer belebt, den Verheissungen Gottes für ihre eigenen Bedürfnisse zu vertrauen.Ich entsinne mich beispielsweise einer Begebenheit, in der der Sohn des Pastors der Gemeinde, in der ich diente, die Taufe im Heiligen Geist ohne Erfolg erbeten hatte. Ich ermutigte ihn, sowohl meine Literatur über dieses Thema zu lesen, als auch jeden Abend zu kommen und das Wort Gottes zu hören, damit sein Glaube auf erbaut würde. Ich versprach ihm, dass erden Heiligen Geist empfinge, wenn er dies täte. Am letzten Abend dieser Veranstaltung hatte er Ihn immer noch nicht empfangen. Während ich predigte, wurde ich plötzlich beeindruckt, im gleichen Augenblick ein Wort des Glaubens an ihn zu richten. Mitten in meiner Botschaft sah ich ihn geradewegs an und sagte:„Heute ist dein Abend, um die Taufe im Heiligen Geist zu empfangen. Wenn du jetzt gleich kommst, werde ich dir die Hände auflegen, und du wirst den Geist mit dem Nachweis der neuen Zungen empfangen!“Er erhob sich und kam den Mittelgang herauf. Sofort nachdem ich ihm die Hände aufgelegt und einfach gesagt hatte: „Empfange den Heiligen Geist“, begann er fliessend in neuen Zungen zu sprechen. Meine kühne Erklärung des Glaubens hatte nicht nur seiner Zuversicht in dieses Erleb­nis neuen Auftrieb gegeben, was ihn in die Lage versetzte, es sofort zu empfangen, sondern es hatte auch den Glauben der gesamten Versamm­lung angeregt. Sie stimmte der Botschaft eifrig zu, und wir durften später, als die Zeit für den Dienst gekommen war, eine Ausgiessung des Geistes miterleben.Ich habe gesehen, wie Hunderte von Menschen die Taufe im Heiligen Geist empfingen, weil ihre Glaube belebt worden war, als ich auf der Grundlage der Verheissung Gottes in Lukas 11,13 kühn zu ihnen sagte: „Sobald ich für dich bete, wirst du den Heiligen Geist empfangen! Glaube es und handle aufgrund Seiner Verheissung, denen den Heiligen Geist zu geben, die im Glauben darum bitten.“ Nachdem ich ihnen dann die Hände aufgelegt habe, sage ich: „Du hast gerade jetzt den Heiligen Geist empfangen! Bekenne, dass du glaubst, Ihn empfangen zu haben und sprich dann aus, was Er dir gibt, und damit hast du den Nachweis deiner Erfüllung.“ Immer wieder habe ich gesehen, wie sich ihr Gesichts­ausdruck erhellte, weil ihr Glaube belebt worden war, nachdem sie meine unerschrockenen Aussagen des Glaubens gehört hatten, und bald darauf sprachen sie in neuen Zungen. Ich stelle die gleiche Reaktion fest, wenn ich zuversichtlich das Wort des Glaubens im Falle von Heilung oder Befreiung oder einer anderen Not, die jemand haben mag, ausspreche. Da wir die Zusicherung Jesu haben, dass sich die Berge versetzen werden, wenn wir im Glauben sprechen (Mk. 11, 23), sollten wir nicht länger zögern, das mutig öffentlich zu verkündigen, was Gott in Seinem Wort verheissen hat (4. Mose 23,19). Wenn charismatische Christen erwarten, anderen er­folgreich zu dienen, müssen sie anfangen, ihre Vollmachtsstellung zu beanspruchen, die Christus ihnen gegeben hat und dann gemäss ihres Glaubens sprechen und handeln.Es gibt einen weiteren Grund, warum wir lernen müssen, im Glauben im Namen Jesu zu sprechen, denn es gibt Zeiten, in denen dies das einzig wirksame Miüel ist, mit dem wir die Macht des Feindes brechen oder ir­gendeine Art des Hindernisses oder der Bedrückung überwinden kön­nen.Vor mehreren Jahren wurde ich eingeladen, in einer Episkopalkirche über die gegenwärtige charismatische Erweckung zu sprechen. Ich versicherte ihnen mutig, dass Gott treu sei und Seine Verheissung des Heiligen Gei­stes an jedem und an allen erfüllen würde, die im Glauben kämen, um die­ses Erlebnis zu empfangen. Am ersten Abend kamen ungefähr zwanzig, und alle empfingen die Taufe, wie ich gesagt hatte. Am nächsten Abend gab ich ihnen das gleiche Versprechen, und es kam etwa die gleiche An­zahl nach vorne wie am vorigen Abend. Als ich für die erste Person betete, geschah nichts. Ich versuchte sie zu ermutigen daran zu glauben, dass sie empfangen hatte und im Glauben das auszusprechen, was der Geist ihr gäbe. Stille. Ich ging zu der zweiten Person und endete mit dem gleichen Ergebnis – Stille. Die Situation trieb auf ihren Höhepunkt, als der Teufel mich in meinem Verstand angriff und mir einflüsterte (und dies stimmte), dass der Glaube all der anderen im Raum rasch abnähme, während sie dies beobachteten. Er erinnerte mich daran, dass ich ihnen versprochen hatte, dass Gott zu Seinem Wort stünde und sie mit Seinem Geist erfüllen würde. Deshalb käme infolge meines Versagens am nächsten Abend niemand mehr wieder, um mir zuzuhören. Während ich solche Gedanken be­kämpfte, schritt ich zur dritten Person, und wiederum ereignete sich nichts als Stille in Erwiderung auf mein Gebet um den Heiligen Geist. Ich be­merkte, dass ich mich in einer geistlichen Schlacht mit dem Feind befand, der nicht nur mich herausgefordert hatte, sondern der dadurch gleich­zeitig die Verlässlichkeit des Wortes Gottes in Frage gestellt hatte. In solchen Fällen wirst du versucht, entweder jemand anderes zu bitten, dir beim Beten zu helfen oder du versuchst, für den Herrn Entschuldigungen vorzubringen. Aber ich hatte lange vorher gelernt, dass Glaube keine Niederlage kennt, wenn das, was wir glauben, auf dem Wort Gottes gegründet ist, und wenn wir willig sind, kühn danach zu handeln. Ich nahm die Herausforderung an, und als ich zur vierten Person kam, sagte ich nicht: „Empfange den Heiligen Geist im Namen Jesu“, wie ich es bei den anderen getan hatte, sondern ich sah ihr ins Gesicht und befahl mutig: „Sprich im Namen Jesu Christi!“Sofort begann sie fliessend in neuen Zungen zu sprechen! Dies brach die Macht Satans über der Gruppe, danach ging ich von einem zum anderen und legte ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist. Aus einem weiteren Grund habe ich es als notwendig empfunden, einen festen Stand auf dem Wort Gottes einzunehmen und bei einer Notlage oder einer Bedrängnis einer Person im Glauben zu sprechen. Denn in eini­gen Fällen hartnäckiger Krankheit oder heftiger Schmerzen ist dies das einzig wirksame Mittel, um die Gewalt über dem zu brechen, der die Not hat.Eines Morgens klingelte das Telefon in meinem Studierzimmer, und die Person, die anrief, berichtete mir, sie telefoniere anstelle eines anderen  Christen, der sofort Gebet benötige. Sie rief für ihre Freundin, die Frau eines Arztes, an, die nicht selbst telefonieren konnte, weil sie sich zu der Zeit in der Praxis ihres Mannes befand, dem sowohl der Gedanke für die Kranken zu beten, als auch ihre charismatischen Überzeugungen im allgemeinen widerstrebten.„Sie hat im Augenblick heftige Schmerzen und bat mich, Sie anzurufen, damit Sie noch einmal für sie beten“, berichtete mir ihre Freundin. „Sie haben für sie wegen dieses Leidens schon vor ungefähr einem Jahr gebetet, und damals verschwanden die Schmerzen, jetzt sind sie jedoch zurückgekehrt. Obwohl sie ernsthaft gebetet hat, gibt es kein Anzeichen dafür, dass die Schmerzen weichen. Wollen Sie noch einmal für sie beten?“ fragte sie.„Nein“, erwiderte ich. „Ich betete einmal für dieses Leiden, und Gott heilte sie. Man braucht Gott nicht zu bitten, das zu wiederholen, was Er bereits getan hat. Im Glauben müssen wir gegen den Feind angehen. Legen Sie den Hörer auf, und rufen Sie ihre Freundin dann sofort an und sagen Sie ihr, in Jesu Namen werden die Schmerzen jetzt weichen!“Als sie auflegte, erinnerte ich Gott daran, dass es meine Absicht sei, auf Seinem Wort zu beharren, dass sie nach wie vor geheilt sei. Den Teufel erin­nerte ich dann an eben diese Tatsache und befahl ihm, mit diesen Schmerzen von ihr abzulassen. Ich legte dann diese Angelegenheit beiseite und begab mich wieder an meine Arbeit. Noch in der gleichen Woche liess mir die Frau des Arztes mitteilen, dass sich alles genauso ereignet hatte, wie ich es vorher bekannt hatte, und dass die Schmerzen verschwunden waren.Daraus wird ersichtlich, dass, obwohl es Zeiten für das Gebet gibt, es auch Zeiten gibt, in denen wirim Glauben sprechen müssen, denn gelegentlich ist dies das einzige Mittel, mit dem Satans Bedrückung oder seine Versuche, etwas zu hindern, überwunden werden können. Es gibt bei­spielsweise viele Gelegenheiten, in denen meine Frau und ich die widri­gen Naturkräfte zurechtweisen müssen, sei es Nebel, Graupelschauer, Wind, Regen oder Schnee, um zu verhindern, dass die Fahrten auf den Autobahnen und Landstrassen verzögert oder unterbrochen werden, wäh­rend wir durch das Land reisen, um zu dienen. Charismatische Christen müssen lernen, wie man so im Glauben spricht, wie Jesus es tat und wie Er dies von uns erwartet (Mk. 11, 23; Lk. 8, 25). Was zöge Gott für einen Nut­zen daraus, wenn er uns irgendwo in den Dienst hinaussendete und wir nicht den Glauben hätten, die Versuche Satans, die darauf ausgerichtet sind, die Ausführung des Dienstes zu verhindern, zu überwinden?1′ Hefti­ge Stürme und widrige Wetterbedingungen sollten nicht einfach als gewöhnliche, natürliche Ereignisse abgetan werden, denn diese Ereignis­se sind der Nachweis für eine Natur unter der Kontrolle Satans, der die Na­turkräfte benutzt, um zu behindern, zu töten und zu zerstören (Hiob 1,12 mit Vers 16 und 19; Lk. 8, 22-24). Satan gebrauchte die Naturkräfte des Blitzes und des Windes, um den Besitz und die Familie Hiobs zu zerstören, wogegen Jesus den Sturm zurechtweisen musste, der ihr Schiff zu versen­ken drohte. Offensichtlich kann man nicht vom Wind und den Wellen erwarten, dass sie hören und gehorchen, sondern Jesus richtete sich an die bösen Mächte, die hinter dem Sturm standen.Als unsere Gemeinde bei einer Gelegenheit vorhatte, einen Taufgottes­dienst am See abzuhalten, drohte ein heftiger Sturm (Wind, Regen, Schnee und Graupelschauer) unsere Pläne zu vereiteln. Ich wies die Naturkräfte  im  Namen Jesu zurecht,  und  obwohl der Sturm  ohne nachzulassen anhielt, schritten wir an unser Vorhaben. Wir handelten ge­mäss unseres Glaubens und fuhren durch den Sturm zum See. Als wir an­kamen, teilten sich die Wolken, die Sonne kam zum Vorschein, und wir tauften die Menschen unter klarem Himmel. Nicht ein einziger Regen­tropfen oder eine Schneeflocke fiel während des Gottesdienstes! Jesus bevorzugte, durch das gesprochene Wort des Glaubens zu dienen. Um deshalb in unserem Dienst an anderen erfolgreich zu sein, dürfen wir uns nicht davor fürchten, im Glauben so zu dem Berg zu sprechen und ihm zu befehlen, sich zu versetzen, wenn notwendig, wie Jesus uns dies befohlen hat (Mk. 11,23). Das Wort Gottes sind nur gedruckte Buchstaben auf einer Seite in der Bibel, bis du es im Glauben aufnimmst und es im Na­men Jesu aussprichst. Dann wird es eine lebendig wirkende, übernatür­liche Kraft, vor der nichts Gegensätzliches bestehen kann. Wenn wir daher für die Kranken beten, sollten wir ihnen die Hände auflegen und einfach sprechen: „Sei geheilt in Jesu Namen.“ Wenn dies im Glauben ge­schehen ist, dann haben wir die Zusicherung, dass „sie gesund werden.“ 5. Jesus hielt sich nicht immer an ein festgelegtes Muster,sondern diente anderen, wie der Geist Ihn leitete. Wie die  Berichte in den Evangelien zeigen, diente Jesus auf vielfältige Wei­se, indem Er das Bedürfnis des einzelnen zugrunde legte oder auf den Stand seines Glaubens und Verständnisses einging. Charismatische1) Dabei wird nicht die Tatsache übersehen, dass die Mächte der Finsternis gelegentlich den Gläubigen zeitweilig aufhalten oder hindern mögen, wie die Schrift dies aufzeigt (1. Thess. 2,17-18; Dan. 10,1-14; Eph. 6,12; Hiob 1-2). Jedoch ist Glaube in jedem Fall der Schlüssel zu endgültigem Sieg.Christen versuchen zu oft, Gott zu begrenzen, indem sie von Ihm erwarten, immer nach einem festgelegten Muster oder in einer bestimmten Art und Weise vorzugehen. Infolgedessen können sie einigen Menschen nicht helfen oder bestimmte Nöte beheben, und sie stellen fest, dass ihre Gebete für andere nicht immer wirksam sind.Wenn wir sowohl die Methoden Jesu studieren, als auch danach trachten, gegenüber der Stimme des Geistes hellhörig zu werden, wird Er uns zu ei­ner Vielfalt von Methoden führen, denn Gott hat verschiedene Wege, um sich mit unterschiedlichen Nöten oder mit unterschiedlichen Menschen zu befassen. Was für den einen richtig sein mag, kann im Falle eines anderen versagen. Gott bedient sich einer Vielfalt von Methoden, weil Er damit eine Absicht verfolgt. In einem Fall wird Er uns zum Beispiel anwei­sen, auf eine bestimmte Weise zu dienen, um einem Menschen zu helfen, seinen Glauben freizusetzen. Bei einem anderer. Menschen mag die Ab­sicht Gottes in der Methode, die Er uns anwenden lässt, darin liegen, ihm zu helfen, ein Hindernis in seinem Leben zu beseitigen, was die Heilung auf­hält. Manchmal mögen wir dazu geführt werden, gewisse Bedingungen herauszustreichen, die erfüllt werden müssen, bevor das Gebet für diese Person wirksam sein wird, oder unser Dienst an einem anderen Menschen kann darin bestehen, ihn zu ermutigen, nach seinem Glauben zu handeln, und so weiter.In einigen Fällen erklärte Jesus einen Menschen einfach für geheilt, weil sein Glaube so gereift war, dass er die Heilung empfangen konnte (vgl. Mk. 10, 51-52). Bei einer anderen Gelegenheit verlangte Er jedoch von einem Menschen, zuerst aufgrund seines Glaubens zu handeln, wie im Falle des blinden Mannes, auf dessen Augen Jesus Lehm strich und dem Er gebot, hinzugehen und sich zu waschen (Joh. 9). Manchmal wirkte Je­sus öffentlich ein Wunder, um Seine Macht zu beweisen, als Er zum Bei­spiel das Wasser in Wein verwandelte oder als Er Lazarus von den Toten auferweckte. Bei anderen Gelegenheiten aber schickte Er zuerst die Zweifler und Skeptiker hinaus, ehe Er zu dienen begann, was bei der Auf-erweckung der Tochter des Jairus der Fall war (Mk. 5, 39-43). In einigen Fällen legte Er den Kranken die Hände auf, damit sie geheilt würden (Lk. 4,40), während Er sie bei anderen Anlässen einfach als geheilt oder befreit erklärte, indem Er sie im Glauben von ihrer Not lossprach (Mt. 8, 5-13; Mk. 7, 25-30).In meinem Dienst an anderen bin ich bestrebt, der Führung des Geistes gegenüber offen zu bleiben, der genau weiss, was in jedem einzelnen Fall benötigt wird. Im allgemeinen lege ich den Kranken für Heilung die Hände auf, aber in einigen Fällen sende ich jemandem ein Taschentuch, das durch die Gemeinde mit den Gebeten des Glaubens gesalbt worden ist (Apg. 19,11-12). Manchmal steht die Gemeinde fürbittend im Gebet für je­mandes Heilung ein, oder alle stimmen mit dem Kranken fürdie Gebetserhörung überein (Mt. 18,19). In anderen Fällen mögen wir einen Geist der Schwachheit zurückweisen müssen. Bei einigen Anlässen bin ich dazu geführt worden, den einzelnen öffentlich seine Heilung bekennen zu lassen, damit er sie empfängt. Bei anderer Gelegenheit wird der Kranke mit Öl gesalbt, um ihm zu helfen, seinen Glauben freizusetzen, während er ein anderes Mal einfach als geheilt erklärt wird, ohne dass mit ihm gebetet oder er mit Öl gesalbt wird. Wir dürfen Gott nicht auf eine bestimmte Vorge­hensweise beschränken, da wir sonst oftmals der notleidenden Person nicht helfen können.In einigen Fällen bete ich öffentlich für diejenigen, die die Taufe im Heiligen Geist empfangen möchten, aber bei anderer Gelegenheit werde ich eindeutig geführt, zuerst den Gottesdienst zu schliessen, weil entweder unter den Zuhörern so viel Zweifel und Skepsis vorhanden ist, was das Wirken des Glaubens verhindern würde (Mk. 5, 40; 6, 5-6), oder weil dieje­nigen, die nach dem Erlebnis verlangen, zu schüchtern sind, um vor einem Publikum so nach ihrem Glauben zu handeln, wie sie es tun sollten. Die Befreiung der Bedrückten geht ebenfalls nicht nach einem schablonen­haften Muster vor sich. Während im allgemeinen ein Befehl des Glaubens genügt, müssen wir in einigen Fällen von dämonischer Besessenheit die Namen und die Anzahl der Geister herausfinden und sie namentlich austreiben. Geister sprechen natürlich nicht immer durch eine Person, weshalb uns der Heilige Geist in einigen Fällen, wie bei bestimmten Krank­heiten, das Wesen des Geistes offenbaren muss, welcher dann nach seiner „Art“ ausgetrieben werden soll (wie bei einem Geist der Zuckerkrankheit, des Krebses, der Epilepsie, usw.).Wir müssen bedenken, dass Jesus nicht einem festgelegten Muster gefolgt ist, sondern anderen diente, wie der Geist ihn leitete. Wenn wir in unserem Dienst an anderen erfolgreich sein wollen, müssen wir bestrebt sein zu lernen, uns mit dem Geist zu bewegen, so wird Er uns zeigen, was wir über die Situation wissen müssen, und wie wir uns auf wirksamste Weise damit befassen können.Schenke diesen fünf Grundsätzen, die Jesu Dienst gekennzeichnet ha­ben, besondere Aufmerksamkeit, denn in ihnen liegt das Geheimnis eines fruchtbaren Dienstes an anderen verborgen. Halte in Gedanken fest: Er soll in allem, was wir sagen oder tun, unser Vorbild sein, denn Er hat geboten: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh. 20, 21), und „die Werke, die ich tue, werdet ihr auch tun“ (Joh. 14,12). Sieben Hindernisse eines wirksamen Dienstes an anderenDa unser Auftrag dem Auftrag Jesu entspricht (Joh. 20,21; 14,12; Mk. 16,15-20), ist es wesentlich, dass der charismatische Gläubige, der an­deren erfolgreich dienen will, sich mit den Methoden Jesu gründlich vertraut macht. Dennoch wird unser Dienst an anderen oft wegen be­stimmter Hindernisse seitens derer begrenzt, die um Hilfe ersu­chen. Es wird vorausgesetzt, dass der Christ, der anderen dient, selbst genügend im Wort Gottes gegründet ist und er bereits glaubt, wie es die Schrift lehrt, dass es keine Ausnahmen bezüglich den Verheissungen Gottes gibt und dass Gott alles erfüllen wird, was Er zu tun gelobt hat, wenn wir die Bedingungen erfüllen (4. Mose23,19; Mt. 21,22; 1. Joh. 5,14-15). Des­halb beziehen sich die Hindernisse, die wir betrachten, auf das Versäum­nis derer, denen wir dienen, die notwendigen Bedingungen zu erfüllen, um eine Antwort von Gott zu erhalten. Was Heilung betrifft, habe ich durch Er­fahrung festgestellt, dass es bestimmte grundlegende Hindernisse gibt, die uns an wirksamem Dienst an anderen hindern. Wenn unser Dienst ande­ren nützen soll, müssen wir uns der Dinge bewusst werden, die diesen behindern können. Auf diese Weise können wir die, denen wir helfen wol­len, unterstützen, die Ursachen zu beseitigen. Was sind die hauptsäch­lichen Hindernisse?1. Nicht willig sein, für sich persönlich Glauben auszuüben. Es ist erstaunlich, wie viele Christen es gibt, die entweder meinen, sie hät­ten keinen Glauben für Heilung, oder die denken, sie hätten nicht genügend Glauben. Oft werden sie um Gebet für Heilung ersuchen und dabei hoffen, Gott behebe ihre Not aufgrund des Glaubens desjenigen, der für sie betet. Wenn wir solchen Menschen dienen, müssen wir ihnen helfen einzusehen, dass diese Denkweise keine biblische Grundlage hat. Das Wort Gottes lehrt uns im Gegenteil, dass „Gott jedem das Mass des Glaubens zugeteilt hat“ (Rom. 12,3). Da Jesus verhiess, dass dem Gläubigen, der Glaube so gross wie ein Senfkorn hat, nichts unmöglich sei (Mt. 17, 20), ist der Christ bereits mit genügend Glauben ausgerüstet, um jeden Berg auf seinem Weg zu versetzen.„Ich selbst habe gar keinen Glauben“, erklärte mir eine Frau, als sie eines Abends um Gebet für Heilung von zwei ernsthaften Leiden bat. „Aber ich glaube, dass Gott mich aufgrund Ihres Glaubens heilen wird“, fuhr sie fort. „Nun, ich fürchte, dass Er das nicht tun kann“, erwiderte ich. „Jedoch wird Er Sie aufgrund Ihres Glaubens heilen, den Sie tatsächlich haben, wenn Sie bereit sind, ihn auszuüben.“Als sie diese Ermutigung hörte, empfing sie ihre Heilung im Glauben, und Gott befreite sie übernatürlich von beiden Leiden. Jesu betonte immer dieNotwendigkeit, denjenigen Glauben ausüben zu lassen, der die Bitte vortrug, wobei Er sagte: „Dir geschehe, wie du geglaubt hast“, oder „dein Glaube hat dich geheilt.“ Selbstverständlich ist es im Fall von Klein­kindern, Dämonenbesessenen oder geistig Behinderten möglich, dass ein Verwandter oder Freund stellvertretend für die notleidende Person Glaube freisetzt (vgl. Mt. 8, 5-13; Mk. 7, 24-30; 9,14-27). Die Menschen jedoch, die für sich persönlich Gebet wünschen, müssen wir ermutigen, ihren eigenen Glauben für ihr Anliegen auszuüben, wenn sie erwarten, dass Gott sie erhört. Ermutige sie mit der Verheissung aus Römer 12, 3. 2. Wanken oder zweifeln, nachdem das Gebet ausgesprochen wurde. Die Versuchung, nach dem Gebet an dem zu zweifeln, was Gott verheissen hat, ist eine der wirksamsten Angriffe Satans, Christen ihres Sieges zu berauben. Dies gilt besonders dann, wenn eine merkliche Verzögerung der Gebetserhörung eintritt. Zweifel schliesst immer die Tür zu Gottes Erhörung. Deshalb werden wir ermahnt, wenn wir beten, „im Glauben zu bitten und nicht zu zweifeln; denn wer zweifelt, der gleicht einer Meeres­woge, die vom Winde getrieben und hin und her geworfen wird. Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen wird“ (Jak. 1,6-7). Einigen Leuten fällt es schwer, über die Gegenwart hinaus Glauben auszuüben. Sie haben Mühe, ihre Heilung anzunehmen, wenn sie nicht sofort offenbar wird. Sie sind gelehrt worden, sich allein auf den Nachweis zu verlassen, den die Sinne erbringen. Das bedeutet, dass sie an ihre Hei­lung glauben sollen, wenn sie sich geheilt „fühlen“ oder gut „aussehen“ oder wenn sich die Krankheitsanzeichen sehr bald nach dem Gebet bes­sern. Solche Menschen müssen ermutigt werden, sich allein auf das Wort Gottes zu verlassen, welches verheisst: „Das Gebet, das im Glauben geschieht, wird den Kranken heilen“ (Jak. 5,15). Wir müssen ihnen zu ver­stehen geben, dass die Schrift sie ermahnt, an ihrem Bekenntnis des Glaubens festzuhalten, „denn treu ist der, der die Verheissung gegeben hat“ (Hebr.10,23).Es ist unbedingt erforderlich, dass der Grundsatz, der in Markus 11,24 ge­lehrt wird, verstanden und angewandt wird, da sonst die Offenbarwerdung der Heilung nicht eintreffen kann. Denn Jesus hebt hier hervor, dass wir die Antwort zuerst im Glauben annehmen müssen, ehe sie für uns sichtbar werden kann, denn Er sagt: „Bei allem, worum ihr in eurem Gebet bittet, glaubt nur, dass ihr’s schon empfangen habt, so wird’s euch zuteil werden.“ Er lehrt uns, die Erhörung unserer Bitte nicht dann anzunehmen, wenn wir uns besser fühlen oder wenn die Krankheitsanzeichen verschwinden, sondern wenn wir beten. Gott wird es dann zum  geeignetsten Zeitpunkt offenbar werden lassen, so wie es Seiner Absicht mit uns entspricht.Die Niederlage beginnt immer in den Gedanken. Satan gibt uns zu verste­hen, das Problem sei zu schwierig, die Krankheit sei zu ernsthaft oder die Verheissungen für Heilung seien heutzutage nicht mehr gültig. Falls dieje­nigen, für die wir beten, versucht sind, nach dem Gebet zu zweifeln oder zu wanken, müssen sie ermahnt werden, alle Zweifel an der „Tür“ des Verstandes abzuweisen, sobald diese Einlass begehren. Sie sollten weder auf Satans Beeinflussungen eingehen, noch ihr Problem zu ergründen versuchen, sondern ihren Glauben in Gottes Wort ruhen lassen. Sie dürfen niemals Zweifel und Furcht denken oder bekennen, denn die Schrift warnt davor, dass du in der Rede deines Mundes gefangen werden kannst (Spr. 6, 2), und dass „Tod und Leben in der Zunge Gewalt stehen“ (Spr.18,21). Angesichts einer Situation Zweifel oder Furcht Raum zu geben, wird Glau­ben hindern und jedesmal die Segnung Gottes zurückhalten (Jak. 1, 6-7). Lass diejenigen, für die du betest, dem Zweifel mit einem kühnen Bekennt­nis der Verheissungen Gottes widerstehen, indem sie ablehnen, weder auf die Einflüsterungen Satans einzugehen, noch irgendein Symptom zu be­kennen, denn die Schrift verheisst dem Gläubigen: „Widerstehe dem Teu­fel, dann flieht er von dir“ (Jak. 4, 7).3. Mangelnde Kenntnis dessen, was die Schrift über göttliche Heilung lehrt. Der Glaube eines Menschen kann sich nicht über den Stand der eigenen Erkenntnis dessen erheben, was die Schrift über sein Bedürfnis lehrt, denn der Glaube kommt durch das Hören des Wortes (Rom. 10,17). Der Zustand des einzelnen wird immer mit seinem Glauben an das Wort Hand in Hand gehen, da zwischen dem Wort und Heilung eine untrennbare Ver­bindung besteht („Er sandte sein Wort und machte sie gesund“ ps. 107, 20; vgl. Spr. 4, 20-22.). Sich nicht über den Willen Gottes im Fall von Heilung im klaren zu sein, ist der Grund, warum so viele Christen im Zweifel beten: „Herr, wenn es dein Wille ist, heile mich.“ Glaube kann nicht durch solche Gebete des Zweifels und der Ungewissheit freigesetzt werden, und dieje­nigen, die geheilt werden wollen, sollten nie etwas mit „wenn“ einschrän­ken, das eindeutig im Wort Gottes verheissen wurde, was bei Heilung ganz klar der Fall ist (z. B. Jes. 53, 4 mit Mt. 8,16-17; 2. Mose 15, 26; ps. 103, 3; Mk. 16,17-18; Jak. 5,14-16; 1. Petr. 2, 24; 3. Joh. 2, usw.).Für Kranke zu beten, geschieht übereilt und wird fruchtlos bleiben, wenn sich das Herz des einzelnen über den Willen Gottes in dieser Sache nicht sicher ist, sei es auf den Gedankengang zurückzuführen, dass es einige Ausnahmen bezüglich Gottes Verheissung der Heilung gäbe, oder weil der Kranke die biblischen Forderungen und Bedingungen nicht kennt, um sich Heilung anzueignen. Es gibt keine Abkürzungen, um Glauben für die Verheissungen Gottes zu erlangen. Gebet darf nie als Ersatz an die Stelle des Glaubens treten, und Glaube kommt durch das Hören des Wortes. Sollen die Kranken geheilt werden, muss ihnen zuerst gezeigt werden, was die Schrift über dieses Thema lehrt, damit in ihren Herzen Glaube für Heilung erweckt werden kann. Die grundlegende Forderung für den cha­rismatischen Dienst an anderen ist, sich sicher zu sein, dass die, denen wir dienen, ihren Glauben auf das Wort Gottes gegründet haben. Ferner müssen den meisten, denen wir dienen, auch die grundlegenden biblischen Bedingungen gezeigt werden, die sie erfüllen müssen, um ihre Heilung empfangen zu können (dies wäre z. B.: aufgrund ihres Glaubens zu bekennen und zu handeln; jedes Hindernis oder jede Sünde zu beseiti­gen, die ihre Heilung aufhalten könnte; den Krankheitsanzeichen zu widerstehen; sich strikt zu weigern, zu zweifeln, usw.), weil sie sonst nicht wissen, wie sie sich ihre Heilung aneignen können. 4. Ungewissheit, ob die vollständige Heilung oder Befreiung wirklich gewünscht wird. So merkwürdig es auch scheinen mag, gibt es doch gelegentlich Men­schen, die, obschon sie Hilfe suchen, sich nicht im klaren sind, ob sie wirklich vollständig von ihren Problemen befreit werden wollen. Solche Menschen sind oft von einem tiefsitzenden Verlangen nach Aufmerksam­keit besessen oder hegen seit langer Zeit solche Gefühle persönlicher Unzulänglichkeit, dass sie auf fast jede erdenkliche Weise Aufmerksamkeit auf sich ziehen möchten. Ich kenne beispielsweise Fälle, in denen Ärzte Patienten betreuten, die noch lange, nachdem es ihnen besser ging oder sie geheilt waren, darauf bestanden haben, krank zu sein, und es ablehnten, das Bett im Krankenhaus zu verlassen, oder es nicht zuliessen, einen Gipsverband zu entfernen, nachdem er nicht mehr nötig war. Menschen, die ein ungewöhnliches Verlangen nach Aufmerksamkeit haben, entwickeln oft psychomatische Krankheiten und versuchen durch den raffinierten Gebrauch dieser Krankheit oder der Probleme, ihre Familien und andere Menschen zu beherrschen oder zu manipulieren. Du wirst feststellen, dass man sie kaum überzeugen kann, die wahre Ursache ihres neurotischen Zustandes zuzugeben, weil sie glauben, dass ihre Be­freiung dazu führe, dass sie die Aufmerksamkeit verlieren, die sie so ver­zweifelt zu brauchen meinen, um zu überleben. Ihre Krankheit oder Neurose dient ihnen als Entschuldigung für ihr persönliches Versagen 76und ihre Unzulänglichkeit. Im allgemeinen können solche Personen daran erkannt werden, dass sie ständig nach vorne kommen und immer wieder um Gebet für die gleichen Nöte und Probleme bitten; oder durch den Umstand, dass sie von einer Versammlung zur anderen gehen und von jedem, der willig ist zuzuhören, Gebet, Seelsorge und Aufmerksamkeit er­bitten. Ausserdem lehnen sie es im allgemeinen ab, ihre Heilung oder Befreiung im Glauben anzunehmen, am Wort Gottes festzuhalten und dem Teufel zu widerstehen. Solange sie nicht willig sind, auf ihr Verlangen nach Aufmerksamkeit oder auf ihre Gefühle des Selbstmitleids zu ver­zichten, kann der Dienst an solchen Menschen entmutigend werden, denn er ist immer wirkungslos. Wir haben herausgefunden, dass das Ge­bet für Befreiung von einem Geist des Selbstmitleids und der Aufmerk­samkeit die einzig sichere Behandlung ist. Natürlich beziehen wir uns hier nur auf die offensichtlichen Fälle, in denen bestimmte Personen Un­gewissheit bekunden, ob sie vollständig befreit oder geheilt werden möchten oder nicht. (Manchmal sagen sie, sie möchten wirklich befreit werden, jedoch beweisen ihre Handlungen das Gegenteil.) Wir sprechen nicht von denjenigen, die, obwohl sie seit einiger Zeit nach Hilfe suchen, aus einem anderen Grund nicht fähig sind, ihre Heilung oder Befreiung zu empfangen (wie z. B. wegen fehlender Lehre über die biblischen Forde­rungen; einem Versäumnis, den Krankheitsanzeichen zu widerstehen, usw.). 5. Das Verlangen, Heilung durch Mitwirkung von Menschen zu empfangen. Viele Christen, die bekennen, an göttliche Heilung zu glauben, finden es leichter, zu einem Arzt zu gehen, damit ihnen ein Spritze oder eine Tablet­te verabreicht wird, anstatt zu beten und zu glauben und völlig auf Gott zu vertrauen, dass Er sie heilt. Die meisten werden natürlich solchen Mangel an Glauben vernunftmässig erklären, indem sie meinen, sie könnten ihre Zweifel und ihren Unglauben heiligen, wenn sie behaupten, Gott bediene sich jetzt der Errungenschaften der medizinischen Wissenschaft und be­nutze sowohl die Geschicklichkeit derÄrzte und die Wirkung der Medika­mente als auch das Gebet. Dieser Einwand hat nicht die geringste biblische Grundlage (vgl. 2. Chr. 16,12-13; Mk. 16,18; Jak. 5,14-16) und ist im besten Fall ein Versuch, den eigenen Mangel an Glauben, dass Gott Sei­ne Verheissungen für Heilung erfüllen wird, zu entschuldigen. Es ist einfach das Verlangen, bei seiner Heilung nicht auf Gott, sondern auf die medizi­nische Wissenschaft angewiesen sein zu wollen. Im Widerspruch zu dem, was die meisten Christen zu glauben gelehrt wur­den, braucht Gott die medizinische Wissenschaft nicht, um die Kranken zu heilen, da Er Jesu Opfer der Versöhnung als ausreichend betrachtet (Jes. 53, 4-5; Mt. 8,16-17). Der Christ ohne Glauben an Gottes Verhei­ssungen mag die Hilfe der Ärzte benötigen, aber es ist wirklich lächerlich zu denken, Gott brauche sie! Jesus schickte seine Patienten nicht ein einzi­ges Mal zu jemand anderem zur Behandlung, auch hat Er seinen Jüngern nie befohlen, irgendeine andere Heilungsmethode anzuwenden, als das Gebet des Glaubens. Er hat in der heutigen Zeit weder Seine Methoden noch Seine Forderungen verändert. Jesus braucht heute ebensowenig Medikamente oder Operationen, um zu heilen, wie zu derzeit, als Er selbst auf Erden die Kranken heilte. Bevor du diese Frage nicht für dich selbst aus dem Wort Gottes geklärt hast, solltest du nicht für die Kranken beten, da deine eigene Unsicherheit die andere Person daran hindern kann, ihren Glauben für Heilung freizusetzen. Der Bericht über die Krankheit und den Tod des Königs Asa, der starb, weil er sich an die Ärzte statt an Gott wandte, um geheilt zu werden, verdeutlicht auf anschauliche und unmiss­verständliche Weise Gottes Haltung dieser Sache gegenüber (2. Chr. 16,12-13).Ich kann persönlich bezeugen, dass ich gesehen habe, wie Gott alle Arten von Krankheiten und Leiden geheilt hat (von der übernatürlichen Heilung gebrochener Knochen bis zur Schöpfung eines Trommelfelles, wo vorher keines existierte), alles einzig und allein durch Glauben, ohne Mitwirkung der medizinischen Wissenschaft. Ausserdem kenne ich einige Christen persönlich, die durch eine hörbare Stimme vom Himmel von Gott direkt darüber aufgeklärt wurden, dass sie aufgrund ihres Glaubens handeln oder die Abhängigkeit von Medikamenten aufgeben und sich auf Ihn allein ver­lassen müssten, wenn sie erwarteten, von Ihm geheilt oder gesegnet zu werden. Sicherlich ist jede Heilung, die empfangen wird, das Ergebnis göttlicher Gnade, jedoch hat Er uns in der Schrift gezeigt, dass Er Seinen Kindern etwas besseres bereitet hat als Arzneien oder Verstümmelung durch Operationen-göttliche Heilung . Heilung durch menschlichen Eingriff ist keine göttliche Heilung. Gott erwartet von Seinen Kindern, wenn sie Ihn um Heilung bitten, willens zu sein, allein auf Seine Fähigkeit zu vertrauen, es zu vollbringen. Sobald ein Christ nicht willig ist, für seine Heilung völlig auf den Herrn zu vertrauen, oder wenn er anzweifelt, dass Er treu ist, Seine Verheissungen der Heilung zu erfüllen (Mk. 16,18; Jak. 5,15), sollte er nicht um Gebet für Heilung bitten, weil dies im krassen Widerspruch zu seinen eigenen Handlungen und seiner Glaubensüberzeugung stünde.Durch göttliche Heilung erhält Christus alle Ehre, und der Glaube des Christen reift heran. Deshalb erwartet Gott von Seinen Kindern, dass sie sich völlig auf Ihn verlassen. Diejenigen, die nur dann Gott um Hilfe ersuchen, wenn ein Notfall eintritt oder wenn die Ärzte kein Heilmittel mehranbieten können, stellen oft fest, dass sie in solchen Fällen nicht genügend Glauben für Heilung haben, weil sie sich nicht die Zeit genommen haben ihn zu entwickeln (und dies erfordert Zeit, Rom. 10,17; Jud. 20). Glaube entfaltet sich, wenn wir Gott Tag für Tag in jeder Lage völlig vertrauen. Wenn Christen die göttlichen Verheissungen nur als Feuerleiter betrachten, merken sie im allgemeinen zu spät, dass sie nicht genügend Glauben entwickelt haben, um Notfällen zu begegnen. Ein solcher Glaube, der Krebs heilen, ein ernsthaftes Eheproblem lösen oder eine finanzielle Krise überwinden wird, kann nicht über Nacht erlangt werden. Er entfaltet sich, während wir täglich in allen Dingen auf Gott vertrauen, seien sie gross oder klein, vom geringsten vorübergehenden Bedürfnis bis zur grössten geistlichen Angelegenheit, der wir uns gegenübersehen mögen. 6. Keine Bereitschaft, die Ursache der Krankheit oder des Leidens aufzugeben. In Johannes 9, 31 lesen wir: „Gott erhört die Sünder nicht; sondern den, … der seinen Willen tut, den erhört er.“ Gelegentlich erkrankt beispiels­weise ein Alkoholiker oder ein Drogensüchtiger ernsthaft, der sich als Fol­ge seiner Sucht eine Krankheit zugezogen hat, von der er befreit werden möchte. Wenn er sich jedoch der Notwendigkeit gegenübergestellt sieht, sein Leben Christus hinzugeben und sich von seinen Sünden abzuwenden, zögert er manchmal, sich von den Verlockungen der Welt zu Gott zu kehren. Er möchte von den Auswirkungen seiner Sünden befreit werden, will aber nicht die Ursache aufgeben. David sagte: „Wenn ich Un­rechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so hätte der Herr nicht gehört“ (Ps. 66,18). Derartige Dinge wie Sünde, Ungehorsam, Groll oder Kritik an anderen, Lust, Hass, Stolz, und so weiter sind sogar im Leben eines Chri­sten Grund genug, um eine Gebetserhörung zu verhindern. Solche Dinge müssen zuerst in Ordnung gebracht, bekannt und aufgegeben werden, ehe Gott verspricht, uns zu hören und unsere Bitten zu beantworten.Wirksames Gebet gründet sich darauf, eine rechte Beziehung zu Gott (Ps. 66,18) und zu anderen aufrechtzuerhalten (Mk. 11, 22-26), was den Ehemann oder die Ehefrau einschliesst (1. Petr. 3,1-7), und es entspringt den richtigen Beweggründen (Jak. 4,3). In meinem Dienst bin ich Men­schen begegnet, die von ernsthaften Erkrankungen, Zwangsvorstel­lungen, chronisch sündigen Gewohnheiten, dämonischer Bedrückung und Besessenheit und vielen andersartigen Problemen und Schwierigkei­ten infolge von Sünde oder Ungehorsam heimgesucht wurden. Ihnen konnte nicht geholfen werden, weil sie nicht willig waren, die Ursache dieser Dinge aufzugeben. Ich hörte sie Dinge sagen wie: „Ich kann meinem Vater wegen dem, was er mir antat, nicht vergeben.“ „Ich habe zuvor schon oft versucht, diese Gewohnheit oder Sucht aufzugeben und festgestellt, dass es mir unmöglich ist.“ „Ich weigere mich in dieser Sache, mich meinem Ehemann unterzuordnen.“ „Ich will nicht die Frau eines Pastors (oder eines Missionars) sein, denn ich möchte nicht so ein hartes Leben führen.“ „Ich wollte gern geheilt werden, aber ich habe einfach nicht den Glauben, meine Medikamente aufzugeben und Gott allein zu vertrauen.“ Nicht willens zu sein, die Ursache des Problems aufzugeben oder die biblischen Forderungen zu erfüllen, wird ein bedeutendes Hin­dernis darstellen, um eine Antwort von Gott zu empfangen. Gehorsam lässt sich nie durch Gebet ersetzen.7. Zu allgemein beten. Oft haben diejenigen, die um Gebet bitten, mehrere Nöte, die sie behoben wissen möchten, oder sie haben mehr als ein körperliches Leiden, von denen sie geheilt werden wollen. Durch Erfahrung habe ich festgestellt, dass solche Personen nicht für all die verschiedenen Bedürfnisse auf ein­mal Glauben freisetzen können. Ich habe herausgefunden, dass sie im allgemeinen dann eine Antwort erhalten werden, wenn ich sie ermutige, für die Behebung eines oder zweier dieser Bedürfnisse auf einmal zu glauben. Danach können sie mit all den anderen auf die gleiche Weise verfahren. Wenn sie nämlich für ein Dutzend oder mehr Anliegen zur glei­chen Zeit beten, füllen sie ihre Gebete mit zu vielen „Verallgemeine­rungen“. Ein Gebet wie: „Herr, du siehst meine vielen finanziellen Nöte, die Schwierigkeiten mit den Kindern zu Hause, und dass ich selbst Heilung von Kopf bis Fuss brauche, bitte hilf mir irgendwie“, ist zu unbestimmt und zu allgemein, um Glauben für die begehrten Dinge freisetzen zu können. Man muss gezielt für das bestimmte Anliegen beten, wenn man von Gott erwar­tet, dass Er das Gebet für eine bestimmte Not, die behoben werden soll, erhört. Im Glauben beten ist vergleichbar mit dem Einschlagen eines Nagels – man muss ihn auf den Kopf treffen!„Ich brauche Heilung von Kopf bis Fuss“, sagte eines Abends eine Frau zu mir, als ich für die Kranken betete. „Es würde zu nichts führen, auf solch allgemeine Art für Sie zu beten, da Sie für eine derartige Heilung keinen Glauben freisetzen können. Wenn Sie es könnten, kämen Sie nicht nach vorne, um mit sich beten zu lassen“, antwortete ich. Daraufhin sagte ich: „Das heisst nicht, dass Gott nicht all Ihre Leiden auf einmal heilen könnte, denn gewiss tut Er es gelegentlich, aber wenn man auf diese Weise betet, ist gewöhnlich die Art des Gebetes zu allgemein, um wirklich Glauben für irgend etwas freizusetzen. Drücken Sie sich genau aus. Beanspruchen Sie gerade jetzt die Heilung des schlimmsten Leidens, und Sie werden sehen, dass Sie da für Glauben freisetzen können und geheilt werden. Dann können Sie mit Ihren anderen Nöten ebenso verfahren.“ „Die Schmerzen in meinem Kopf bereiten mir die grössten Schwierigkeiten“, erwiderte sie.Als ich dies hörte, sagte ich: „Ich weise diese Schmerzen zurück. Seien Sie geheilt in Jesu Namen.“ Selbstverständlich wurde sie gleich darauf von diesem Leiden geheilt. Sie blieb vorher daran gebunden, weil sie versuchte für alles auf einmal zu glauben und war deshalb unfähig, für irgend etwas Glauben freizusetzen. Jesus sagte, wir müssten zu dem be­stimmten Berg sprechen, den wir versetzt sehen möchten („Wer zu die­sem Berge spricht“, Mk. 11,23). Es gibt viele Berge in der Welt, deshalb sollen diejenigen, denen du dienst, bestimmen, welchen Berg sie jetzt ver­setzen wollen, und dann lass sie im Glauben zu ihm sprechen.Ich habe festgestellt, dass ein Gebet in verallgemeinerter Form gewöhnlich einen Deckmantel für den eigenen Mangel an Glauben in der Angele­genheit darstellt, wegen der gebetet wird. Denn wenn man gezielt für irgendein Bedürfnis betet, muss man deutlich ausdrücken, dass man glaubt, für das bestimmte Anliegen eine Antwort zu erhalten. Verallgemeinernd für seine vielen Anliegen zu beten, ist ein Versuch, die Verantwortung für die Erhörung auf Gott abzuschieben, der sie uns jedoch bereits auferlegt hat (Mk.11,24; Mt. 21,22).Es ist wesentlich, dass wir denjenigen, denen wir dienen, zur Erkenntnis verhelfen, dass Gott nur ein Gebet beantworten wird, welches das, was man wünscht, eindeutig im Glauben in Worte fasst, denn ein solches Gebet ist ein Bekenntnis, dass man glaubt, genau das Erbetene zu empfangen. Wie schon früher erwähnt, gab Jesus Bartimäus die Gelegen­heit, seinen Glauben für ein bestimmtes Anliegen freizusetzen, als Er ihn fragte: „Was soll ich für dich tun?“ Mache es dir zur Gewohnheit, die Person, der du dienst, genau aussprechen zu lassen, wofür sie zu glauben bereit ist, bete dann klar und bestimmt dafür, und es wird erhört werden.SchlussfolgerungHeute, am Ende des Zeitalters, sind wir dessen Zeuge, dass der apostoli­sche Gottesdienst und Dienst des Leibes Christi wiederhergestellt wer­den. Ebenso erleben wir, dass sich, wie im Neuen Testament, Tausende von geisterfüllten Gläubigen in charismatischen Hausversammlungen treffen. Wie wir herausgestrichen haben, bilden nicht all diese Gruppen eine Ge­meinde als solche, und in einigen Fällen fehlen ihnen gesalbte Leiterschaft und Dienste.Wir wissen darum, dass es nicht für jede dieser Gruppen immer die Absicht Gottes sein mag, eine Gemeinde zu werden, die nach dem neutestamentlichen Vorbild ihrer Aufgabe nachkommt. Jede Gruppe hat die Verant­wortung, den Willen Gottes in dieser Angelegenheit selbst zu ergründen. Jedoch sollte auf Dauer keine charismatische Gruppe damit zufrieden sein, ohne gesalbten Dienst und Leiterschaft zu bleiben, weil die Menschen geistlich nicht reifen werden oder ihren Dienst nicht erfüllen. Ausserdem dürfen wir nie die Tatsache aus den Augen verlieren, dass es die Absicht des Kommens Christi in diese Welt war, Seine Gemeinde aufzu­richten, indem Er sich selbst für sie hingab (Mt. 16,18; Apg. 20, 28). Wir glauben deshalb, dass charismatische Hausgruppen, die sich regelmässig zum Gottesdienst versammeln, entweder vom Geist geführt werden, eine vollwertige, neutestamentliche Gemeinde zu werden, oder die Teilnehmer dieser Gruppen sollten ebenfalls zu einem Dienst einer bereits beste­henden, charismatischen Gemeinde gehören.Glaube für HeilungWas ist Glaube und wie können wir ihn erhalten? Gibt es verlässliche Prinzipien im Wort Gottes, die uns die göttlichen Verheissungen zugänglich machen? Warum ist Glaube von derart entscheidender Wichtigkeit? Mit diesen und ähnlichen Fragen im Hintergrund ver­deutlicht der Autor die biblische Botschaft des Glaubens: Habe in allen Dingen und unter allen Umständen völliges Vertrauen in Gott!Positives Denken und BekennenDie Gedanken und das Bekenntnis eines Christen bestimmen den Verlauf und den Ausgang seines Lebens. Nur wenn wir unsere Gedanken mit den Verheissungen Gottes füllen und Seinen Forderungen gehorsam nachkommen, können wir die Prüfungen bestehen und ein siegreiches Leben führen. Aus diesem Schatz unseres Herzens können wir durch unser positives Bekenntnis die Angriffe des Feindes überwinden. Denn die eigene Haltung und Ein­stellung, verankert im Wort Gottes, entscheidet über Sieg oder Niederlage. Dieses Buch ent­hält den Schlüssel, um 365 Tage im Jahr in Sieg, Freude und Friede zu wandeln.Wie man den Willen Gottes erkennen kannGott hat einen Plan für das Leben eines jeden Gläubigen, und es ist Sein Wunsch, dir Seinen Willen auf die eine oder andere Art zu zeigen. Gott hat Mittel bereitgestellt und Wege aufgezeigt, durch die Seine Kinder in die Lage versetzt werden, den Willen Ihres Vaters zu erkennen. Dieses Buch ist wie kein anderes geeignet, der Verwirrung ein Ende zu bereiten, der sich so viele Christen gegenüberstehen, damit sie in die ihnen verheissene Ruhe eingehen können.Warum in Zungen sprechen?Der dreifältige Dienst des Christen durch das Gebet im GeistUnter anderem beschäftigt sich dieses Büchlein mit den Fragen, wie man die Hindernisse überwinden kann, um in Zungen zu sprechen und wie man die Taufe im Heiligen Geist empfangen kann.Befreiung aus dem Netz des OkkultismusDieses Buch entstand, nachdem viele Menschen Dr. Freeman um persönlichen Rat und um Hilfe ersucht hatten, um von Bindungen und Bedrückungen befreit zu werden. Die verschiedenen okkulten Erscheinungsformen werden eindeutig und mit Einfühlungsvermö­gen dargelegt, indem der Verfasser durch sorgfältige Nachforschungen den Ursachen auf den Grund geht. Durch seine langjährige Erfahrung als Pastor weiss er anhand aktueller Beispiele die biblischen Aussagen zu bestätigen.

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